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Review: Snoop Lion – Reincarnated

Ehrlich gesagt, hat sich Zolin an dieser Stelle schon auf einen ordentlichen Verriss eingestellt. Allein die Infos lassen einem eigentlich die Haare zu Berge stehen. Nach mehreren unsäglichen Alben veröffentlicht Snoop Dogg, ein Rapper, der durch seine frühen Alben zurecht als einer der besten Rapper aller Zeiten gilt, ein Reggae Album. Angeblich weil er bei seinem Besuch in Jamaica darüber aufgeklärt wurde, dass er ein Löwe sei. Wer mehr von den abstrusen Geschichten Snoop Lions erfahren will, schaut sich am besten die parallel zum Album erschienene Dokumentation an. An dieser Stelle soll es nur um Musik gehen und ob diese nur ein Kiffer-Delirium oder wirklich gut ist.

Die Überraschung ist, dass Reincarnated tatsächlich wohl das beste Snoop Album seit Tha Blue Carpet Treatment ist. Eine Einschränkung muss dabei aber wohl gemacht werden. Eigentlich ist dies nämlich nicht einmal direkt der Verdienst von Snoop Do…ähh, Lion, sondern der von Major Lazer, die bis auf wenige Ausnahmen das gesamte Album produzierten. Dadurch klingen die Songs schon mal weder nach der Damian Marley/Skrillex Kollaboration, noch nach Eddy Grant Plastik-Reggae. Nun ja, wenn man ehrlich ist, klingt Reincarnated auch nicht wirklich nach echtem Reggae. Viel eher nach einem Pop-Album.

Aber das sollte man Snoop Lion gar nicht unbedingt ankreiden, schließlich sind es, mal abgesehen von den mehrheitlich banalen Texten, gute und leicht verdauliche Pop-Songs, perfekt für warme Sommertage. Allen voran No Guns Allowed mit Drake und dem Snoop-Töchterchen Cori B, dass sogar als große Anti-Waffen-Hymne textlich zumindest von der Botschaft überzeugt. Kurze Zeit später folgt noch Ashtrays & Heartbreaks, ein Feature mit Miley Cyrus und damit Snoop Lions endgültiges Aus für die Doggystyle-Kultisten. Doch Miley Cyrus ist auf dem Track egal. Sie fällt gar nicht auf, weder negativ, noch positiv. Sie singt zwar den Refrain, doch könnte das auch jede x-beliebige andere Sängerin sein.

Get Away dagegen fällt dabei wirklich raus. Klar, der Song ist eine typische Major Lazer, cheesy Club-Nummer und wesentlich besser, als Snoop Doggs Flirt mit David Guetta auf seinem letzten Album, doch es ist einfach nicht das, was man von Snoop Dogg erwartet. Von Snoop Lion hingegen konnte man nach Wet noch wesentlich schlimmeres erwarten. Diese Erwartungshaltung zieht sich ja konsequent durch das gesamte Album und Snoop Lion nimmt diese Erwartungshaltung und wendet sie gegen seine Kritiker, um ein Pop-Album zu machen, was ihm wahrscheinlich als Snoop Dogg nie gelungen wäre. Reincarnation: succesful.

1. Rebel Way
2. Here Comes the King (Feat. Angela Hunte)
3. Lighters Up (Feat. Mavado & Popcaan)
4. So Long (Feat. Angela Hunte)
5. Get Away (Feat. Angela Hunte)
6. No Guns Allowed (Feat Drake & Cori B)
7. Fruit Juice (Feat. Mr. Vegas)
8. Smoke the Weed (Feat. Collie Budz)
9. Tired of Running (Feat. Akon)
10. The Good Good (Feat. Iza)
11. Torn Apart (Feat. Rita Ora)
12. Ashtrays & Heartbreaks (Feat. Miley Cyrus)
13. Boulevard (Feat. Jahdan Blakkamoore)
14. Remedy (Feat. Busta Rhymes & Chris Brown)
15. La La La
16. Harder Times (Feat. Jahdan Blakkamoore)

Zolin sagt
: 7 von 10


Snoop Lion ft. Drake and Cori B. – No Guns Allowed (Offici from Just on Vimeo.