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Review: Passion Pit – Gossamer

Seien wir mal ganz ehrlich, wenn es um richtige Sommermusik der Marke Friendly Fires oder Metronomy ging, war 2012 bisher so enttäuschend, wie der gesamte Sommer. Zum Glück wird’s langsam auch ein schönerer Sommer, und siehe da, es erscheint mit Gossamer, dem neuen Werk von Passion Pit ein Album, was zumindest in die selbe Kerbe schlägt. Jetzt ist natürlich nur die Frage, ob dieses Album so uneingeschränkt als das Sommer-Album 2012 gezählt werden kann, wie Pala der Friendly Fires im letzten Jahr.

Was den Pop-Appeal angeht, liegen Passion Pit definitiv auf der richtigen Linie. Hit folgt auf Hit. Gerade bei der ersten Hälfte ist das sehr extrem, und auch gut so, aber spätestens bei On My Way zerfließt das so groß aufgezogene Pop-Konzept wie Eis in der Sonne. Denn da wo die Friendly Fires oder auch das Debut von Passion Pit funktionieren, wird es bei Gossamer irgendwann zu viel des Guten. Zu dicke Synthie-Wände, die keinen Bear In Heaven ähnlichen Shoegaze Effekt haben, sondern einfach nur dazu dienen, die Songs massenkompatibler zu machen.

Ein weiterer Punkt, bei dem Passion Pit klar im Nachteil sind, ist ihre Berechenbarkeit. Kaum ein Song kann weder durch seine aussergewöhnliche Produktion, noch durch erfrischendes Songwriting überzeugen. All das, was auf Gossamer passiert, hat man irgendwie schon mal und vor allen Dingen in besser gehört.

Trotzdem muss man sagen, dass das Album als begleit Soundtrack zum Sommer ziemlich gut funktioniert. Der gravierendste Nachteil ist eben, das Gossamer keinen so hohen Wiederspielwert hat, wenn es wirklich darum geht, der Musik zuzuhören. Das Sommer-Album 2012 ist Gossamer damit wohl nicht, aber so etwas ähnliches wie ein einzelner Faktor des Sommers. Vielleicht braucht es dieses Jahr ja auch mehrere Sommer-Alben, sodass man nicht mehr von DEM Sommer-Album sprechen kann?

1. Take a walk
2. I’ll be alright
3. Carried away
4. Constant conversations
5. Mirrored sea
6. Cry like a ghost
7. On my way
8. Hideaway
9. Two veils to hide my face
10. Love is greed
11. It’s not my fault, I’m happy
12. Where we belong

Zolin sagt: 6 von 10

Video der Woche: Passion Pit – Take A Walk

Passion Pit sorgte 2008 mit der ersten EP Chuck of Change für Aufmerksamkeit. Unter anderem durch das Video zum Erfolgstitel Sleepyhead, welches auch viel Lob erntete. Ursprünglich stellte die EP ein Liebesgeschenk an Hauptakteur Michael Angelakos damalige Freundin dar, doch der Erfolg brachte letztlich eine professionelle Band hervor. Nun wird auch schon das zweite vollwertige Album Gossamer erwartet.

Als Vorgeschmack präsentiert die Band die neue Single Take a Walk, wozu der talentierte Regisseur David Wilson ein äußerst sehenswertes Video kreiert hat. Passend zum Song führt einen die Kamera hier durch idyllische Landschaften Philadelphias, hoch in den Himmel und zurück in die Stadt. Man fliegt im wahrsten Sinne des Wortes durch die hübsche Umgebung und das perfekt im Rhythmus der leicht zugänglichen Single. Ein gelungenes Zusammenspiel von Musik und Film, das eine sehr entspannende, gar befreiende Wirkung auf den Betrachter ausübt.

Top 10: The Rubyc

The Rubyc aka David Dröge aus Ratingen gilt als deutsches Techno Wunderkind. Mit seinen zarten 17 Jahren hat er schon mehrfach Clubs wie das Monkey’s (Düsseldorf) zum kochen gebracht. Auf Zolin sagt präsentiert er exklusiv seine persönlichen 10 Lieblingstracks.

10)The Kooks – Sofa Song
Dieses Lied wird mir immer im Zusammenhang mit den ersten Hauspartys im Gedächtnis bleiben. Natürlich haben viele der Lieder eine enge Verbindung mit besonderen Momenten, die sie für mich so besonders machen, aber dieses war das einzige Rocklied, dass Partys bei uns so unvergesslich gemacht hat wie sie eben sind. Abgesehen davon macht es sofort gute Laune und hat eine ganz eigene Energie, die nur durch kurze, ruhige Passagen unterbrochen wird, um dann noch größer erneut aufzubranden. Auf jeden Fall eine Top 10 Platzierung nötig.

9) Hall & Oates – You Make My Dreams
Ein Lied, dass ich aus einem wunderbaren Liebesfilm kenne. Gute-Laune-Lied Nummer 1.

8)Passion Pit – Sleepyhead
Zugegeben: dieses Lied passt nicht mal ansatzweise in meinen restlichen Musikgeschmack. Und es gibt sogar 1, 2 Stellen im Lied, die ich nicht besonders doll finde. Aber dafür macht der Rest diese durch seine mitreißende Art sofort wieder wett. Für alle, die schönen Bass bei ihren Boxen haben: laut hören, Augen zu.

7)Caribou – Jamelia (DJ Kozes Alarmclock Remix)
„If I can’t be your man, tell me what I am“ Danke an dieser Stelle noch mal an Caffeine Music für dieses Lied. Der Text in Verbindung mit Kozes Gefühl für Abwechslung und Melodien schafft etwas, dass gleichzeitig wehmütig und aufregend wirkt. Immer wieder schön zu hören.

6)Paul Kalkbrenner – Dockyard
Das erste Lied ohne Vocals im Chart, außer einem einzigen, dafür aber umso wichtigeren „right here, right now“ Für mich der schönste Satz, der in einem Paul Kalkbrenner Track jemals gesagt wurde. Jedes Mal wenn der Bass einsetzt denke ich: jetzt hat er mich, dieses Mal muss ich vor lauter Gefühl heulen.

5)Thom Yorke – The Eraser (XXXChange Remix)
Das Radiohead Kult ist, darüber kann man kaum streiten. Aber sogar Thom Yorke alleine schafft mit diesem Lied etwas für schöne Momente. Und in Zusammenarbeit mit XXXChange wird es sogar unvergesslich.

4)Mexican Institute of Sound – A Girl Like You
Passt merkwürdigerweise so gut wie immer, zu jeder Art von Stimmung, muss hier aber vor allem hinein weil es die Hintergrundmusik für eine der großartigsten Szenen in meiner, und das mit Abstand vor allen anderen, Lieblingsserie bildet: Californication.

3)Stateless – Bloodstream (Henrik Schwarz Club Mix)
Leider inzwischen schon etwas zum Kommerz verkommen, der Künstler selbst aber immer noch großartig. Henrik Schwarz selbst brachte mich überhaupt erst zu meinen ersten Berührungen mit Techno und verzauberte mich von der ersten Minute mit seinen Podcasts. Alle Lieder von ihm sind hörenswert: dieses besonders. Das schönste Liebeslied, mit Abstand.

2)Robytek, Shield Feat. Foremost Poets – Pump It (Hugo Remix)

Damit meine Minimalseite nicht zu sehr leidet, einer der größten Klassiker. Am besten in einem Cabrio im Sommer auf der Autobahn hören: „gotta get your wheels turnin‘“

1)DJ Zky & Fritz Kalkbrenner – What I Can Say
Letzten Sommer hörte ich zum ersten Mal Fritz Kalkbrenner und, da kann ich wirklich ehrlich sein, es war wie Liebe auf den ersten Blick. Ein Lied, dass auch nach dem x-millionsten Mal hören noch spannend und schön wirkt und sich jedes Mal sogar ein wenig anders hört, bei dem Beat und Vocals auf so eine wunderbare Art aufeinander abgestimmt sind, dass ich mir oft gewünscht habe, ich bräuchte nichts mehr bis an mein Lebensende zu tun, als zu Fragen: „What I Can Say?