Kategorie-Archiv: Moderat

Mixtape #39: 2013

Die besten Tracks des Jahres in einem Mix und in keiner qualitativen Chronologie.

1. Jay-Z & Rick Ross – F*ckwithmeyouknowigotit
2. Kelela – Bank Head
3. Moderat – Bad Kingdom
4. Disclosure – You & Me (Flume Remix)
5. Blood Orange & Despot – Clipped On
6. Ok Kid – Verschwende Mich
7. Major Lazer – Watch Out For This (Bumaye)
8. Kanye West – New Slaves
9. DCVDNS feat. Celo & Abdi – Frankfurter Zoo
10. Mount Kimbie & King Krule – You Took Your Time
11. Drake – Hold On, We’re Going Home
12. Bilderbuch – Maschin
13. Mount Kimbie – Made To Stray
14. Autre Ne Veut – Counting
15. Lorde – Royals
16. Arctic Monkeys – R U Mine?
17. Slava – Werk
18. Machinedrum – Gunshotta
19. Tirzah – I’m Not Dancing
20. Earl Sweatshirt & Tyler The Creator – Whoa
21. Pusha T – Numbers On The Boards
22. Prodigy & Alchemist – Bible Paper
23. Dexter – Pictures
24. Haftbefehl & Veysel – Blockparty
25. Kanye West – Bound 2
26. Bilderbuch – Feinste Seide
27. DJ Koze & Apparat – Nices Wölkchen
28. Jessy Lanza – Against The Wall
29. Devendra Banhart – Your Fine Petting Duck
30. Drake – The Motion
31. DJ Koze & Dirk von Lowtzow – Das Wort

Mixtape #39: 2013 by Zolinsagt on Mixcloud

Review: Moderat – II

II ist ein Album, mit dem man sich schwer tun kann; aber zunächst zur Geschichtsschreibung. Das Projekt des Berliner Triumvirats Gernot Bronsert & Sebastian Szary von Modeselektor und Sascha Ring a.k.a. Apparat schlummerte nach der ersten EP Auf Kosten der Gesundheit anno 2006 und ließ erst drei Jahre später mit dem famosen Debütalbum Moderat wieder von sich hören. Zwischenzeitlich und im Anschluss zogen Modeselektor aus, um nach langem Vorlauf die begnadetste und international weitreichend kooperierendste, aktuelle deutsche Elektronikgruppe zu werden. Apparat bastelte derweil weiter an seinem gelegentlich allzu süßen, modernen Popentwurf, dem trotzdem einige Stärken zu bescheinigen sind. 2013 ist es wieder Zeit, die Segel zu hissen und auf dem Schiff dieser Boy – bis wahlweise Supergroup – letzteres natürlich Quatsch, per se – den Bogen von den Melodien der Popmusik zu den Rhythmen des Dubsteps zum Heulen zu spannen.

Wieso es leicht ist, sich hiermit schwer zu tun, ist die Schwerelosigkeit, die schnell die Vermutung aufkommen lässt, dass sie es doch eigentlich besser können; eine Intuition, die erst nach mehreren Hördurchgängen schwindet. Steigen sie mit sphärischen Field Recordings ein, fahren sie mit Bad Kingdom fort, sogleich der erste Höhepunkt der Platte. Eine wahrlich starke Single und Anlass, den Gesang von Ring zu loben. Hier verlässt er erfreulicherweise übermäßig ausgetretene Pfade und lässt einmal eine andere Art Blüten treiben, ohne unerkenntlich zu sein. Leider hält nicht der gesamte Longplayer dieses Niveau, auch wenn einige Stücke ebenfalls herausragen. Milk beispielsweise liefert eine verschlafene, zehnminütige Schleiferei, wie sie Kompakts The Field nicht besser kann.

Eine gewisse unaufgeregte Abgehangenheit durchzieht die meisten Stücke. Druckvolle Hits wie zu Debützeiten á la Seamonkey sind eine Rarität. Stattdessen regiert Wolkiges, der Gravität Enthobenes, wie in dem kurzen Zwischenspiel Clouded. Ring verändert sich dabei auch gerne mal mittels diverser Effekte, was aber nicht als Versteckspiel auf den Hörer wirkt, sondern als sinnige Erweiterung seiner künstlerischen Ausdrucksmöglichkeit. Die meiste Zeit klar hingegen die Intonierung der Botschaft in Damage Done, diesem schwarzgalligen Stück in-das-Auge-der-Schuld-blicken. Da möchte man ihm doch beinahe christlich sagen: Es sei dir vergeben. Ob er das annehmen könnte? Wahrscheinlich nicht, entzöge es ja die Grundlage seiner herzblutenden Arbeit.

Ein bisschen bleibt die Sehnsucht, dass sie bei der nächsten Arbeit weniger weitläufig, etwas pointierter zu Werke gehen, denn darin sind sie besser. Den Druck steigern, die Dichte erhöhen, nicht nur als Ausnahmeerscheinung. Dennoch bleibt ein gutes Album; wirklich Schwaches schaffen sie nie, aber ihr bisher bestes Album ist dieses hier auch nicht. Vielleicht entfaltet sich das volle Potenzial auch erst bei der Tour im Herbst. Es ist zu hoffen.

1. The Mark
2. Bad Kingdom
3. Versions
4. Let in the Light
5. Milk
6. Therapy
7. Gita
8. Clouded
9. Ilona
10. Damage Done
11. This Time

Zolin sagt: 7 von 10