Archiv der Kategorie: Kendrick Lamar

Mixtape #38: gerade rechtzeitig

1. Dornik – Something About You
2. Flying Lotus – Do the Astral Plane ! (guitar remake by go yama!)
3. Quadron & Kendrick Lamar – Better Off
4. Dagobert – Für Immer Blau (Touchy Mob Remix)
5. Maribou State & Pedestrian – Mask
6. Classixx – All You’re Waiting For
7. Todd Terje – Strandbar (disko)
8. Janelle Monáe Feat. Erykah Badu – Q.U.E.E.N.
9. Thundercat – Heartbreaks + Setbacks
10. Poliça & Justin Vernon – Tiff

Die besten Alben des Jahres 2012: 30-21

Nun kommen wir endlich zur Königsdisziplin! Die 30 besten Alben des Jahres. Los geht’s mit den Plätzen 30 bis 21. Die weiteren Plätze werden in den kommenden Tagen folgen. Unter den Platzierten sind unter anderem der letztjährige Sieger Robag Wruhme, die gute Lana del Rey, Dr Dres Schützling Kendrick Lamar und der zornige Morlockk Dilemma.

30. Lana Del Rey – Born To Die

Lana. Lana war in diesem Jahr überall. In der Fachpresse wurde Anfang des Jahres wild über ihr Debut spekuliert, in der nicht so fachlichen Presse über ihre Lippen und an der Bushaltestelle zerriss man sich das Maul über den hässlichen Fummel, den Lana auf den H&M Plakaten präsentierte. Bei all dem Gerede um Lana Del Rey fiel es immer schwerer, sich nur um die Musik zu kümmern. Aber die ist wirklich gut geworden! Born To Die hat großartige Hits wie Summertime Sadness oder das gleichnamige Born To Die am Start. Da ist es mal egal, was Lana auf ihren Plakaten trägt.

29. Robag Wruhme – Olgamikks

Good Guy Robag hat’s einfach verdammt nochmal raus. Nicht nur, dass sein letztes Jahr veröffentlichtes Debut Thora Vukk das beste Album des Jahres war, nein, dieses Jahr haut der freundliche Kerl direkt noch ein grandioses Release raus. Dieses Mal handelt es sich zwar „lediglich“ um eine Mischung aus Liveset und Remix-Kollektion, die dafür aber noch immer doper sind, als der Großteil der anderen veröffentlichten experimentellen Deep House/Techno Alben.

28. Menomena – Moms

Wer hätte gedacht, dass die mittlerweile zum Duo geschrumpften Menomena nochmal ein so gutes Album wie Moms raushauen? Verstecken vor den Vorgängern braucht sich Moms jedenfalls nicht, vielleicht ist es sogar ihr bisher Bestes? Wer weiß das schon, Tatsache ist jedeoch, dass Moms die verstärkte Zugänglichkeit vom typischen Menomena Klanggerüst sehr gut steht.

27. Kendrick Lamar – good kid, m.A.A.d city

Wahrscheinlich das zweitmeist diskutierte Album des Jahres. Kendrick Lamar hat auf seinem Major-Debut good kid, m.A.A.d city schon einmal die Erwartungen, die an ihn gestellt wurden, erfüllt. Dabei rausgekommen ist eines der wohl wichtigsten HipHop Outputs des Jahres und eine Reanimation des Raps aus Compton. Wesentlich besser könnte auch ein Comeback von N.W.A. nicht werden. In diesem Sinne: „Straight outta Compton, Crazy Muthafucker named Kendrick Lamar„.

26. Julia Holter – Ekstasis

Die Reise von Julia Holter nach Europa war wieder einmal vergleichsweise lang. Fast um ein halbes Jahr hat sich die Veröffentlichung ihres großartigen Ekstasis in Europa verspätet. Ist aber eigentlich auch egal. Ekstasis ist und bleibt ein Werk, welches nicht nur einfach gut ist, sondern auch bestimmte Teile im Kopf des Hörers anspricht, die von Musik normalerweise nicht erreicht werden.

25. The Shins – Port Of Morrow

Hach, Port Of Morrow ist einfach DAS „gudde Laune-Album“ des Jahres. Dadurch bietet es zwar auch viel Angriffsfläche, dennoch muss man unter dem Strich sagen, dass auch das vierte The Shins Album sehr gelungen ist. Besonders profitiert hat die Band übrigens durch von dem Beitritt des Keyboarders Richard Swift, der Solo ja schon seine Qualitäten unter Beweis gestellt hat und auch The Shins zu ausgetüfelteren Songstrukturen verhilft.

24. Killer Mike – R.A.P. Music

El-P, die erste. Na gut, bei R.A.P. Music steht er natürlich hinter Hauptakteur Killer Mike, trotzdem ist es hauptsächlich sein Verdienst, dass es Killer Mike zum ersten Mal in seiner Solo-Karriere gelungen ist, ein Album zu veröffentlichen, welches nicht im Schatten seiner Langzeitkollaboratoren Outkast steht. R.A.P. Music ist brutal, eigenständig und dabei sogar politisch, ohne peinlich zu wirken. Eine wahrliche Glanzleistung von Killer Mike.

23. Tame Impala – Lonerism

Auch auf Lonerism lassen Tame Impala mal wieder die 60s und 70s aufleben. Dieses Mal vielleicht sogar ein bisschen stärker, als auf ihrem Debut. Stärker sowohl im Bezug auf die schiere Qualität, als auch in Bezug auf ihre Anleihen. Dieses Mal bedienen sie sich nämlich noch vehementer bei John Lennon und teilweise sogar bei Led Zeppelin und zwängen jene in ein modernisiertes Gerüst. Großartig!

22. Grizzly Bear – Shields

Grizzly Bears neuster Streich Shields verhält sich in etwa so zu der Band, wie Helplessness Blues zu den Fleet Foxes im letzten Jahr. Die perfekte Musik zum Spazieren, Schnee schippen oder sonstige Tätigkeiten, bei denen man seine Gedanken schweifen lässt. Abgesehen davon ist Shields auch so toll. Einzig fader Beigeschmack ist die permanente Öffentliche Zurschaustellung des Sänger Ed Droste. Mal sind’s die bösen Streaming Dienste, mal die Grammies. Die Welt ist einfach böse zu Mr. Droste.

21. Morlockk Dilemma & Dexter – Weihnachten Im Elfenbeinturm

Morlockk Dilemma entwickelt sich langsam aber sicher auch zu dieser Art Rapper, die es schafft, innerhalb von kürzester Zeit ein dopes Album nach dem nächsten rauszubringen. Bei seinem Kollabo-Arbeit mit Dexter macht er natürlich keine Ausnahme. Ganz fein durchgestyltes Gesamtkonzept mit den Beats von Dexter und Gastbeiträgen von Audio88, Hiob und Kamp. So kann es ruhig weiter gehen.

Mixtape #36: Cornern

gefunden auf flickr

1. Q-Tip – Johnny Is Dead
2. Suff Daddy Feat. Miles Bonny – 5 O’Clock Suff
3. Kendrick Lamar – Bitch, Don’t Kill My Vibe
4. Stef der Crashtest – Käfig Voller Affen
5. Damu The Fudgemunk – Straight From The Harp
6. JJ DOOM – Guv’nor
7. Figub Brazlevič – On The Run
8. Fünf Sterne Deluxe – Yes Sir, I can Boogie
9. Suff Daddy – Jimmy Jazz
10. ScHoolboy Q – My Hatin‘ Joint
11. Luk&Fil – Ladybitchkardashian
12. Der Tobi & Das Bo – Is mir egal (Adolf Noise Meditation)
13. Suff Daddy – Giscar Sob
14. Moby – I Love To Move In Here

(Die Ausbeute der auf Spotify vorhandenen Songs ist dieses Mal besonders gering. Es ist daher ratsam die Songs einfach direkt auf der Seite über die Links zu hören. Laufen auch an einem Stück hintereinander durch.)

Review: Kendrick Lamar – good kid, m.A.A.d city

Am Anfang war das Wort. Und was Dr. Dre sagt ist Gesetz. Schau dir Eminem an, schau dir Snoop Dogg – Entschuldigung – Snoop Lion an. Sie alle haben’s geschafft. Und wieso? Auf Grund von Dr. Dres Vitamin B. Trotzdem ist es jetzt schon recht lange her, dass ein Jünger Dr Dres mal wieder diese Segnung erfahren konnte. Und jetzt? Das Gros der HipHop Presse scheint sich jedenfalls schon einig, dass Kendrick Lamar, der neue Apostel von Dr. Dre, der große Erlöser ist. Kendrick Lamar weiß das auch, und spielt diese Karte dementsprechend aus. Kein Wunder, dass sein zweites Album good kid, m.A.A.d city mit einem Gebet anfängt. Aber wie viel ist denn jetzt von den Wundergeschichten, die man über Kendrick Lamar so hört, wahr?

Zumindest in einer Hinsicht ist Kendrick Lamar all den anderen aktuellen Rapper voraus. Er schreibt verdammt interessante, wenn auch simple Geschichten und das ohne sich, wie zum Beispiel Drake, zum Moralapostel hochzuschwingen, oder Hardcore-Gangster sein zu wollen. Der Grundzüge von good kid, m.A.A.d city einmal sporadisch im Schnelldurchgang: Kendrick will ein Mädchen besuchen, klaut das Auto seiner Mutter, fährt mit seiner Gang in Compton rum, ein Kollege wird erschossen und am Ende wird alles aufgelöst und nochmal ordentlich Compton gefeiert. Ein ganz normaler Move.

Die Story ist übrigens nicht der einzige Grund, weshalb man good kid, m.A.A.d city nicht im Shuffle hören und sich ordentlich Zeit mit dem Album nehmen sollte. Lamar erzählt nicht nur durch seinen Flow und seine Lyrics die Geschichte, sondern eben auch durch kurze Skits, die intelligent in die Songs eingebunden sind, die das Album fast zu einem Hörspielen werden lassen und durch die Beats, die eine klare Linie erkennen lassen. Auch wenn Dr. Dre selber nicht Hand an die Beats angelegt hat, liest sich die Liste der beteiligten Produzenten wie das große WhoIsWho der amerikanischen HipHop Produzenten. Besonders Hit-Boy hat sich bei Backseat Freestyle wieder mal selbst übertroffen.

Aber hier soll es ja um Kendrick Lamar gehen und nicht um seine Produzenten. Das Problem ist nur, dass Kendrick Lamar einfach nur seinen Erwartungen gerecht geworden ist, und nicht noch einen drauf gesetzt hat. Klar, good kid, m.A.A.d city ist absolut großartig und erfüllt eben alle Erwartungen, aber wo ist die große Überraschung, wie bei Channel Orange von Frank Ocean? Bleibt abzuwarten, was bei einem dritten Kendrick Lamar Album passiert. Vielleicht dann das große Wunderheil-Album? good kid, m.A.A.d city ist geil und das ist auch gut so, nur die Rolle des großen Erlösers steht ihm noch nicht gut zu Gesicht. In Ewigkeit, Amen.

1. Sherane a.k.a Master Splinter’s Daughter
2. Bitch, Don’t Kill My Vibe

3. Backseat Freestyle
4. The Art of Peer Pressure
5. Money Trees (Ft. Jay Rock)
6. Poetic Justice (Ft. Drake)
7. good kid
8. m.A.A.d city (Ft. MC Eiht)

9. Swimming Pools (Drank)
10. Sing About Me/I’m Dying Of Thirst
11. Real (Ft. Anna Wise)

12. Compton (Ft. Dr. Dre)

Zolin sagt: 8 von 10