Kategorie-Archiv: K.I.Z

Video der Woche: K.I.Z – Ein Affe und ein Pferd

Ein neues K.I.Z Video! Was bekommt man? Prinzipiell das selbe wie immer: Pöbeln, Großstadt und ein nicht zu unterschätzender Ekelfaktor. Dazu gibt’s auch noch einen an einer Wassermelone ausgeführten Edward-Norton-Gedächtnis-Bürgersteigtritt, einen fliegenden Tintenfisch, Pipi Langstrumpf und einen Mann im Gurilla-Kostüm. Ganz normales Thug Life also.

Dass das Video zur Mixtape Auskopplung Ein Affe und ein Pferd sogar noch ein bisschen besser als die eh schon sehr guten Standard K.I.Z Videos ist, ist die besonders gute visuelle Inszenierung durch das Produktionsteam EASYdoesit. Auch wenn K.I.Z proklamieren, dass sie nichts gelernt haben, eines wissen sie jedoch: Wie man dafür sorgt, dass ihre Songs eine adäquate visuelle Umsetzung bekommen.

Review-Runde: The Alchemist/Prodigy, Jagwar Ma, Robin Thicke, K.I.Z.

Fehlende political correctness, überall wird sie gesehen, hineininterpretiert oder einfach übergangen und dann ist da noch der schmale Grad, auf dem man als Künstler noch behaupten kann, dass ja sowieso alles Spaß sei. In dieser Review-Runde werden zumindest mit Robin Thicks Hitalbum Blurred Lines und K.I.Zs Mixtape Ganz Oben zwei dieser Alben besprochen. Außerdem gibt’s (mal wieder) was neues von Eminems Live DJ The Alchemist, dieses Mal mit Mobb Deep-Hälfte Prodigy sowie einer Nachbesprechung zum interessanten Debüt der Australier Jagwar Ma.

The Alchemist/Prodigy – Albert Einstein

Ein Alchemist scheint nie Pause zu machen. Verwöhnte er uns letztes Jahr noch mit seiner eigenen Sample-Schlacht Russian Roulette, Action Bronsons bislang bestem Mixtape Rare Chandeliers und OFWGKTAs Domo Genesis No Idols, steht seine erste Veröffentlichung im Jahr 2013 unter dem Zeichen „Back To The Roots„. Das ist nichtmals direkt auf die wieder grandiosen Beats von The Alchemist bezogen; die wollen schließlich alles andere als modern oder zeitgemäß sein, sondern auf die Auswahl des Kollaborateurs. Mobb Deep waren schließlich schon lange vor Eminem einer der Hauptkollaborateure von The Alchemist. Mit Prodigy alleine nahm The Alchemist sogar sein aller erstes Kollabo-Album auf. Jetzt sind die beiden wieder vereint und feiern auf ihrem zweiten gemeinsamen Album Albert Einstein ein HipHop Werk der Superlative ab. The Alchemist steuert mit Bible Paper (besonders der zweite Part des Tracks) und Dough Pildin zwei seiner wohl besten Beats bei und Prodigy schafft es wieder einmal auf dem Niveau von Shook Ones zu rappen. Teilweise sind jedoch leider Einbrüche von letzterem zu hören. Man hat ein wenig das Gefühl, Prodigy gelinge es nicht, mit The Alchemist Schritt zu halten. Dies bleibt glücklicherweise aber die Ausnahme. Die Brillanz des Namenspaten ist definitiv auch in diesem Album zu spüren.

Zolin sagt: 8 von 10

Jagwar Ma – Howlin

Jedes Jahr im Leben eines Zolin gibt es dieses eine Sommeralbum, was sich durch seine überragenden Qualitäten in den Punkten Cheesyness, Langzeittauglichkeit und Hitdichte gegen seine Konkurrenten durchsetzt. 2011 gelang dies beispielsweise Metronomy mit The English Rivera und 2012 Kindness mit seinem Debüt World, You Need a Change of Mind. Bisher gab es zumindest noch kein Album, was diesem Anspruch gerecht werden konnte. Doch plötzlich erklingen die sonnigen Töne von Jagwar Mas My Love aus dem Radio. Ist es das etwa? Nach einigen Sekunden Recherche später stößt Zolin auf das Debüt Album der Australier Howlin und ist nach dem ersten Hördurchgang überwältigt. Auf der einen Seite latent psychedelisch, ein bisschen wie eine Mischung aus den Stone Roses und den peppigeren Grizzly Bear Songs, auf der anderen wundervolle House Einflüsse, die weder aufgesetzt wirken noch unbedingt dazu da sind, die Tanzfläche zu bedienen. Hinzu kommen noch melodiöse und einprägsame Refrains. Das beste an Howlin ist jedoch, dass es auch nach einem Monat starker Benutzung immer noch nicht nervt. Da wohl damit alle Kriterien erfüllt sind, geht der Preis für das Sommeralbum 2013 ans andere Ende der Welt!

Zolin sagt: 8 von 10

Robin Thicke – Blurred Lines

Kein anderer so populärer Track hat in der kürzeren Vergangenheit so die Massen gespalten wie Robin Thicks Blurred Lines. Klar, die Produktion von Pharrel ist atemberaubend und tatsächlich im Sinne des Wortes Sexy, bei genauerer Betrachtung des Textes fällt hingegen auf, dass der Text alles andere als sexy ist. Man muss kein übersensibler Feminist sein, um zu erkennen, dass das, was Thicke hier aufreizend säuselt äußert sexistisch, dabei aber so platt ist, dass man es nicht für eine Überzeichnung im Stile eines Necros oder Morlockk Dilemmas halten kann. Selbiges gilt leider auch größtenteils für das restliche Album. In Give It 2 U besingt Thicke beispielsweise über einem billigen Eurodance Beat seinen Penis. Bis auf Give It 2 U gehen die restlichen Songs aber musikalisch in Ordnung und wirken wie eine Zusammenwürfelung aus allem, was momentan an R&B geht, inklusive dem obligatorischen Marvin Gaye Gejaule, dem bereits erwähnten Elektro-R&B und den von Thicke gewöhnten Pop-Nummern. Tut niemanden weh, ist aber genauso uninteressant.

Zolin sagt: 4 von 10

K.I.Z – Ganz Oben

Wenn man ganz ehrlich ist, war Urlaub fürs Gehirn, das letzte Album von K.I.Z, eher mittelprächtig. Vor allen erschienen auch die Texte, die sonst bewusst konfrontativ und überzeichnet waren, im Vergleich zu älteren Alben fast handzahm. Böse Zungen vermuten, dass dies unter anderem die Schuld von Universal ist, bei denen die Berliner nach der Schließung von ihrem alten Label Royal Bunker nun ausschließlich unter Vertrag stehen. Jetzt haben K.I.Z abseits ihres Vertrages mit Universal ein neues Mixtape names Ganz Oben veröffentlicht, welches zumindest in puncto Explizität an die (gelungenen) Royal Bunker-Vorgänger heranreicht. Leider leidet unter dieser aber die Qualität der einzelnen Songs. Zwar sind mit Ich bin Adolf Hitler (inklusive DAF und Fler Samples) und Verpisst Euch (großartiger Kraftklub Diss) Hits dabei, der größte Teil der restlichen Songs wirkt dagegen wie eine Resterampe der bisherigen Alben. Für ein kommendes Album wäre es wünschenswert, wenn wieder sowohl die von K.I.Z geliebte Explizität aber auch die große Hitdichte Hand in Hand gingen. Dann kommt auch mit Sicherheit mal wieder ein K.I.Z Album, dass die Major-Label Kritiker zum schweigen bringen wird.

Zolin sagt: 6 von 10

Video der Woche: K.I.Z – „Ich bin Adolf Hitler“

Timur Vermes bescherte uns letztes Jahr in Form des satirisch-kultigen Romans Er ist wieder da ein denkwürdiges Comeback des Gröfaz. Nun beschwören K.I.Z Adolf Hitler erneut in unsere Gesellschaft, in diesem Fall wirkt der „Führer“ allerdings wesentlich angepasster an den Lifestyle der modernen rechtsradikalen Szene. Beim Nazi von Heute ist nämlich kaum noch eine Spur des stoischen Germanentums archaischer Zeiten zu erkennen. Neben dem Glauben an „wahre Werte“ wie Vaterlandsliebe und ähnliches konsumiert der Neonazi gerne mal doppelt so viel Alkohol und Drogen als die verhasste 68er Bewegung in all deren freizügigen Jahren.

In der Tat beginnt K.I.Zs provokantes Musikvideo zu dem Lied „Ich bin Adolf Hitler“ mit einem gewaltigen Hangover des Gröfaz. Er spuckt und röchelt vor sich hin, seine körperliche Form entspricht nicht mehr gerade dem Ideal des tüchtigen Volksgenossen. Er wird von orthodoxen Judengangs vermöbelt und muss auch noch Barack Obama im Fernsehen ertragen. Immerhin hat Hitler zum Trost im Zimmer ein hübsches Frei.Wild Poster hängen, die perfekte Besänftigungsmusik für sozial zurückgebliebene Vaterlandsliebhaber. Zusammenfassend kann man K.I.Z nur beglückwünschen, denn so realitätsgetreu hat selten jemand das Wesen der rechtsextremen Szene verfilmt!

Zolin Sagt 007: DJ Craft – 10.04.2012

DJ Craft sollte den meisten als viertes Mitglied von K.I.Z bekannt sein. Aber auch Solo bringt er die Plattenteller zum glühen. Normalerweise eher dem Dancehall zu zuordnen hat DJ Craft für Zolin sagt einen exklusiven Mix aufgenommen, der den Frühling mit Deep House willkommen heißt.

Wo hast du dich zuletzt rumgetrieben?
In Davos in der Schweiz. Snowjam mit K.I.Z, Kool Savas, Ice Cube und Sean Paul. Danach Aftershowparty mit Harris und Sido und mir an den Plattentellern. Danach eine Woche Snowboarden mit Nico K.I.Z.

Wo und wann wurde der Mix aufgenommen?
Im Hotel in Davos in der Woche vom 12.03. bis zum 16.03.2012.

Welches Konzept steckt hinter dem Mix?
Champagner trinken mit 50 jährigen Frauen im Steigenberger Hotel und dabei Kay One hören – Danach in Whirlpool.

Wie würdest du den Mix beschreiben?
Extrem Nice.

Was war deine bisher magischste Erfahrung mit Musik?
Mein erstes Konzert: The Roots – Things Fall Apart Tour 1999 – und natürlich das neue Kay One Album.

Vinyl, CD oder MP3?
Ich höre gerne Vinyl und nenne auch erst ein Album mein Eigen, wenn ich es auf Vinyl habe. Auflegen tue ich aber mit Traktor, also MP3 und Wave Files. Ist praktischer und besser für den Rücken.

Inwiefern hat sich, deiner Meinung nach, Musik in den letzten Jahren verändert?
Musik ist kurzlebiger, aber auch sehr viel abwechslungsreicher geworden! Verschiedene Genres werden oft miteinander kombiniert, das gefällt mir. Es gibt aber selten Songs, die man nach einem halben Jahr noch hören kann.
Ende der Chat-Unterhaltung

Welches Projekt planst du als nächstes?
Als nächstes steht das neue K.I.Z. Album an. Wir haben schon mit den Aufnahmen begonnen.

Tracklist:
1. Ellen Allien – Flashy Flashy (Nicolas Jaar Remix)
2. Soul Clap – Incoming Bitch
3. Noir & Haze – Around (Solomun Vox Remix)
4. Cassius – The Sound Of Violence ( Franco Cinelli Remix)
5. Noze Feat. Dop – In The Back Of My Ship
6. Parov Stelar – Baska Brother
7. Thyladomid & Adriatique – Deep In The Three
8. WhoMadeWho – Every Minute Alone (Tale Of Us Mix)
9. Pleasurekraft – Anubis

Mixtape #25: 2011

Die besten Tracks des Jahres.

1. WIN WIN & Gang Gang Dance – Release RPM
2. Radiohead – Lotus Flower
3. Drake feat. DJ Khaled, Rick Ross & Lil Wayne – I’m On One
4. James Blake – Limit To Your Love
5. Crystal Fighters – Champion Sound (Alt. Version)
6. Diamond Messages – Liquid Summer
7. The Strokes – Machu Picchu
8. Spank Rock – DTF DADT
9. GusGus – Over
10. K.I.Z – Fremdgehen
11. Bibio – Anything New
12. Gotye – Somebody That I Used To Know
13. tUnE-yArDs – Bizness
14. Flashguns – Passions of A Different Kind
15. Metronomy – Everything Goes My Way