Archiv der Kategorie: Jahrespoll 2011

Jahresabschluss

Jeahjeahjeah! Ein neues Jahr, ein neues Logo! Damit aber nicht genug, denn nun zum Neujahrsspecial. Einige befreundete Bands stellen ihre Lieblingsplatten des Jahres vor.

CALLEJON:
Tom Waits – Bad as Me
Machine Head – Unto the Locust
Long Distance Calling – Long Distance Calling
K.I.Z. – Urlaub für’s Gehirn
Bush – The Sea of Memories


BEDROOMS:
5. Trophy Scars – Never Born, Never Dead
Ich hab auf das erscheinen dieser EP Tag und Nacht, sehnsüchtig gewartet. Als die lieben Herren aus New York sich im Vorfeld erbarmt hatten einen Song online zu stellen war ich mehr als enttäuscht. Dieses Fitzelchen eines Liedes hat mich auch im Entferntesten nicht berühren können. Aber so ist das nun mal, wenn man etwas aus dem Kontext regelrecht bloßstellt. Die Platte ist trotzallem im Gesamten ein wuchtiges Machwerk, voller Facetten und einer Besonnenheit, wie sie nur ein alter Mann hat, wenn er dir eine Geschichte aus seiner Jugend erzählt.

4. Deafheaven – Roads to Judah
Eine dieser Platten, bei denen Du genau weißt, dass sie dich vom ersten Ton bis zum letzten Feedback genau da trifft, wo Du komplett ungeschützt bist.

3. This Will Destroy You – Tunnel Blanket
Ich hab keine Ahnung, wie die allgemeine Rezeption diesen Koloss empfangen hat. Und ganz ehrlich: Mich interessiert auch nichts weniger. Diese Platte (Doppelvinyl, 180g) zwingt mich jedes Mal meine Fenster abzudunkeln, Telefonate wegzudrücken oder einfach mich auf eine Wiese zu legen und mir selbst zuzuhören.

2. Pianos Become The Teeth – The lack long after
Was sich musikalisch hier abspielt ist nichts Neues. Wirklich gar nichts. Alles schon gesagt, alles schon gehört (man kann sogar genau sagen wo). Aber in einer solch überwältigenden Manier, dass man sich dabei erwischt, die Platte an einem Tag zum 15ten Mal aufgelegt zu haben. Funktioniert zu jedem Zeitpunkt

1. Wugazi – 13 Chambers
Ein Fugazi/Wutang mashup? Auf Albumlänge? Hä? Wenn ich dieses Jahr nicht sowieso schon jeden damit genervt, gar genötigt hab sich das komplett anzuhören, dann mach ich das auf diesem Wege publik: ANHÖREN UND AUSRASTEN!

IN GOLDEN TEARS:
SebastiAn – Total
Fenech Soler – Fenech Soler
Wild Beasts – Smother
Fleet Foxes – Helplessness Blues
Flashguns – Passions of a Different Kind

TRIUNE GODS:

Bleubird:
Open Mike Eagle – Rappers Will Die of Natural Causes
Astronautalis – This is our Science
Wugazi – 13 Chambers
Freestyle Fellowship – The Promise
SSRB – Hello Cruel World

Scott Da Ros:
Connan Mockasin – Forever Dolphin Love
Snailhouse – Sentimental Gentleman
Danny Brown – XXX
Atlas Sound – Parallax
Wilco – The Whole Love

Sibitt:
YAMAAN – 12 seasonal music
CHIYORI – Walking to the Sunrise
Heliodrome – Black Meat / Looking For Dr. Benway 7″
Sally Paradise – Aouu!
Napszyklat – Kultur Shock

MILAGRES:
Hooray for Earth – True Loves
Tune Yards – WHOKILL
St Vincent – Strange Mercy
The War on Drugs – Slave Ambient
David Bazan – Strange Negotiation

AULETTA:
1. Bon Iver – Bon Iver
2. Jay-Z & Kanye West – Watch the Throne
3. The Kills – Blood Pressures
4. The Horrors – Skying
5. The Strokes – Angles
6. Paul Simon – So beautiful or so what
7. The Black Keys – El Camino
8. Noel Gallagher’s High Flying Birds – Noel Gallagher’s High Flying Birds
9. PJ Harvey – Let England Shake
10. Radiohead – The King of Limbs

CITY LIGHT THIEF:
Tobi:
1. Touché Amoré – Parting the sea between brightness and me
Dieses Album rettet Tage. „~“ ist der Song des Jahres!

2. La Dispute – Wildlife
Textliche Meisterleistung, ganz besonders „King Park“

3. Thrice – Major/Minor
Eine Band die über Jahre hinweg ALLES richtig gemacht hat. Vollkommen natürliche Weiterentwicklung ohne sich an Trends anzubiedern. Hoffentlich ist die Pause bald wieder vorbei.

4. 1-3

5. Envy – Recitation
Nicht von 2011, aber dieses Jahr lieben gelernt.

Roman:
1. Thrice – Major/Minor
2. The Republic of Wolves – The Cartographer
3. The Tourist – We Live, We Doubt, We Scream, We Shout
4. Traktor – Early Adopter
5. Casper – XOXO

Robert:
1. Defeater – Empty Day & Sleepless Nights
Dauerrotation! Mit Defeater geweckt, stehe ich sogar gut gelaunt auf.

2. La Dispute – Wildlife
Reiht sich nahtlos in die Diskografie ein ohne anzubiedern oder langweilig zu wirken.

3. Devildriver – Beast
Endlich wieder in geniales Metalalbum – besonders hervorzuheben: Schlagzeug ist nicht getriggert – „echte Handwerkskunst“!

4. The Tourist – We Live, We Doubt, We Scream, We Shout
Boah Geil!

5. White Lies – Ritual
Beim Area4 richtig überzeugt – seitdem sind beide Alben ständiger Begleiter

Bringo:
Foo Fighters – Wasting Light
Eine meiner ersten musikalischen Lieben. Und 10 Jahre später hat sich da nichts geändert. Immer noch innovativ, wahnsinnig eingängig und komplett unpeinlich stadionkompatibel. Und dabei mit soooo spürbarem Spass an der Sache.

Thrice – Major/Minor
Thrice auf dem Weg dahin Thrice zu werden. Schon wieder

The Tourist – We live, we doubt, we scream, we shout
Der ambitionierteste Release einer jungen, unbekannten Band 2011. Zweifellos. Das geht über die Grenzen von Hardcore weit hinaus und findet sich in dem Wunsch wieder, in Wahrheit Pop zu spielen. Wundervoll.

Thursday – No Devolucion
Noch musikalischer. Noch experimentierfreudiger. Der einzige Dämpfer: Dass sie fast keinen Song davon auf der letzten Deutschland-Tour gespielt haben, sondern – vielleicht in weiser Voraussicht ihrer Auflösung – lieber in Nostalgie schwelgten. Schade.

Mogwai – Hardcore will never die, but you will
Ein hartes Stück Arbeit, sich rein zu hören. Aber wenn, verliert man sich ganz. Ich bin kein Fan von Instrumental, hier schon.

ARES.ona:
Drake – Take Care
The Weeknd – House Of Balloons
Fleet Foxes – Helplessness Blues
Young Montana – Limerence
A$AP Rocky – Live, Love, A$AP

Die besten Alben des Jahres: 10-1

10. Drake – Take Care

Als Kanye West letztes Jahr My Beautiful Dark Twisted Fantasy veröffentlichte, lag die Befürchtung nahe, dass es lange Zeit unerreicht bleiben würde im HipHop Sektor. Drakes zweites Album Take Care knüpft aber qualitativ direkt an My Beautiful Dark Twisted Fantasy an. Ein Meisterwerk, welches auch unbedingt an alle zu empfehlen ist, die sonst eher weniger mit HipHop anfangen können.

9. Friendly Fires – Pala

Sommerlich war 2011 nun wirklich nicht. Gut, dass es mit Pala ein Album gab, welches den Sommer in jede noch so verregnete Kleinstadt gebracht hat. Außerdem ist Pala das bereits zweite Album von Friendly Fires und eine unglaubliche Steigerung gegenüber ihrem ersten Album.

8. Fleet Foxes – Helplessness Blues

2011 war das Jahr des Folks. Während die einen für die Unendlichkeit der Stimme von Bon Iver Frontmann Justin Vernon schwärmen, fühlen sich die anderen besser bei den Fleet Foxes aufgehoben. Aus gutem Grund! Was auf dem zweiten Album Helplessness Blues alles geschieht ist nicht einfach nur gut, nein es ist so gut, dass man es kaum in Worte fassen kann.

7. Mastodon – The Hunter

Wer hätte gedacht, dass das erste Nicht-Konzeptalbum von Mastodon so gut werden würde. Es ist zugleich das bislang zugänglichste Mastodon Album, was nicht zuletzt an der Produktion von Mike Elizondo, der sonst nur für seine Zusammenarbeit mit HipHop Acts wie Eminem oder Dr. Dre bekannt ist, liegt.

6. I Am Oak – Oasem

Nein, das beste Folk Album des Jahres kommt nicht von Bon Iver oder Fleet Foxes. Es kommt aus Holland, genauer gesagt von I Am Oak. Oasem ist kein klassisches Folk Album. Es ist etwas Ungreifbares. Aber dass Worte zur Beschreibung unangebracht sind, wird beim Hören deutlich. Minimalismus spielt nämlich eine sehr wichtige Rolle. Die Songs sind unaufdringlich, wunderschön und entspannt.

5. Radiohead – The King Of Limbs/TKOL RMX 1234567

Einzige Schwierigkeit an The King Of Limbs ist der erste Hördurchgang. Wenn man sich erstmal daran gewöhnt hat, dass prinzipiell jedes Bandmitglied sein Ding macht und nicht viel auf Eingängigkeit geachtet wird, hat man sich sofort verliebt. Für die Remixkollektion gilt dasselbe. Radiohead stehen halt für Qualität. Und das schon seit 1985.

4. Kraak & Smaak – Electric Hustle

Kraak & Smaak haben es wahrlich geschafft sich über drei LPs immer wieder neu zu erfinden und trotzdem immer ein hohes Niveau halten zu können. Electric Hustle, ihr aktuelles Werk, geht den Weg konsequent weiter und ist, gegenüber ihren bisherigen Veröffentlichungen, erneut tanzbarer geworden und trotzdem ist man sich den Wurzeln bewusst und verleugnet sie nicht.

3. Andreas Dorau – Todesmelodien

Vor Todesmelodien hätte man alles bei den Besten Alben des Jahres erwarten können. Alles, bis auf ein Schlager-Album. Andreas Dorau zeigt einmal mehr auf, dass die Grenzen zwischen intellektuellem Pop und Schlager mittlerweile kaum mehr zu identifizieren sind. Jedem, der immer noch Skrupel vor dem Album hat, sei empfohlen, sich noch einmal in Ruhe in Todesmelodien reinzuhören. Es lohnt sich!

2. James Blake – James Blake

Musikalisch das wertvollste Album des Jahres. Was dieser junge Engländer auf seinem Debutalbum veranstaltet, ist nicht nur einzigartig, sondern auch einfach extrem gut. Blake hat es geschafft minimalistischen Dubstep im Stile von Burial mit der Emotionalität eines Bon Ivers zu verbinden.

1. Robag Wruhme – Thora Vukk/Wuppdeckmischmampflow

Lange hat es Streit gegeben, wer denn nun auf dem ersten Platz landet. Die Wahl fiel auf den aus Jena stammenden Robag Wruhme. Wieso? Nun ja, kein anderer Produzent hat es geschafft zwei (!) Alben in diesem Jahr zu veröffentlichen, die erstens beide GRANDIOS sind und zweitens keinerlei Abnutzungserscheinungen zeigen. Gerade der letzte Punkt ist es, der Thora Vukk und Wuppdeckmischmampflow zu dem machen, was sie sind: die besten Veröffentlichungen des Jahres.

Act des Jahres: Maya Jane Coles

2011 war das Jahr von Maya Jane Coles. Sie hat den Sprung von einer vielversprechenden englischen Newcomerin zu einer der wichtigsten DJanes der Welt gemeistert – und das ohne Album oder eine große Anzahl an veröffentlichten Tracks. Es ist die besondere Weise, wie sie ihre Tracks für ihre Sets zusammenstellt und miteinander verbindet.

Anfang des Jahres konnte man sich bereits von ihrem großen Talent, in der wohl besten Podcast Reihe aller Zeiten, Resident Advisor, überzeugen. Dieser Podcast ist das beste Stück Musik diesen Jahres und würde daher alle Rankings auf Zolin Sagt toppen. Da es leider weder als Album, noch als einzelner Track zu betrachten ist, ist es besonders wichtig, dass Maya Jane Coles die Anerkennung bekommt, die sie verdient. Deshalb auch die Entscheidung für eine eigene Rubrik in dem Jahrespoll 2011.

Neben dem Mix für den Resident Advisor, produzierte sie auch noch Sets für das Mixmag und für den BBC. Als ob das nicht schon genug wäre, hat Maya Jane Coles dieses Jahr auch einige EPs und Remixe zu Litte Dragons Ritual Union, Trickys Time To Dance und AlpinesCocoon veröffentlicht. Mit letzteren nahm sie dann auch gleich Why auf, den sie gänzlich produzierte.

All das ist erst der Anfang einer großen Karriere, die sie erwartet. So bestätigte sie bereits, dass sie momentan an ihrem Debutalbum feilt. Wenn es auch nur ansatzweise die Klasse ihrer bisherigen Veröffentlichungen erreicht, ist klar, dass sie auch im nächsten Jahrespoll Erwähnung findet.

Maya Jane Coles @ Resident Advisor Podcast [[01.10.2011]] by THE UNDERGROUND

Alpines prod. Maya Jane Coles – Why by Alpines

Ritual Union (Maya Jane Coles Remix) by Peacefrog Records

Parallel Worlds by Maya Jane Coles

Ausgestoßen

Wo es Toplisten und Jahrespolls gibt, gibt es auch Werke, die es knapp nicht in das Ranking geschafft haben, aber unbedingt erwähnt werden sollten.

Woods Of Desolation – Torn Beyond Reason

Woods of Desolation bescherten dieses Jahr ein meisterliches, sowie vergleichsweise leicht zugängliches Werk namens Torn Beyond Reason. Ob eine underground depressive Band etwas in einem Jahrespoll zu suchen hat, ist eine andere Geschichte. Schließlich will der gute Zolin niemandem die Weihnachtsstimmung versauen (Ja, Geschenke gibt es auch, wenn man tiefschwarze, antichristliche Musik hört).

John Maus – We Must Become The Pitiless Censors Of Ourselves

Animal Collective meets Toro Y Moi meets Weltschmerz? Eigentlich trifft diese Beschreibung auf das aktuellste Werk von John Maus zu. Die Atmosphäre gleicht der eines Horrorfilms. Eines ziemlich kurzen Horrorfilms – denn leider ist schon nach 32 Minuten schon Schluss, was auch der Grund ist, wieso es We Must Become The Pitiless Censors Of Ourselves nicht in die Top 30 geschafft hat.

WIN WIN – WIN WIN

Liam und Noel Gallagher waren nicht die einzigen, die dieses Jahr ihr erstes Soloalbum nach dem Split veröffentlicht haben. Alex Epton alias xxxchange und Spank Rock haben dieses Jahr ebenfalls ihre ersten Debuts seit dem Ausstieg von xxxchange veröffentlicht. Gewinner ist Epton mit seinem Projekt WIN WIN. Release RPM hätte eigentlich schon eine Platzierung in den Top30 gerechtfertigt, wären da nicht noch 30 stärkere Alben…

Arrange – Plantation

Einer der größten Geheimtipps des Jahres! Arrange bedeutet in erster Linie Musik zum anfassen, nicht nur zum hören. Traurige, aber schöne Musik, bei der nur noch das letzte bisschen zu einer Erwähnung in den Top 30 gefehlt hat. Momentan befindet sich Arrange in der Fertigstellung eines Nachfolgers zu Plantation. Vielleicht reicht’s nächstes Jahr für die Top 30.

An Early Cascade – Versus

Verdammt. An Early Cascade haben dieses Jahr mit Versus einen echten Hammer rausgehauen. Endlich mal eine ernst zunehmende deutsche Band, die auch mit den ganz großen, wie zum Beispiel Deftones, mithalten kann. Ein letztes Quäntchen hat für die Top 30 gefehlt.

Triune Gods – Seven Days Six Nights

Das anspruchsvollste Album des Jahres ist das Ergebnis eines waghalsigen Projekts. Der amerikanische Rapper Bleubird, der kanadische Produzent Scott Da Ros und der japanische Rapper Sibitt haben sich zusammengeschlossen, um die verschiedenen Kulturen sinnvoll miteinander zu verbinden – Das mit Abstand beste Cultureclash Album des Jahres.

TV on The Radio – Nine Types Of Light

TV on The Radio waren dieses Jahr ein schwieriges Thema. Einerseits war ihr neuestes Album Nine Types Of Light eines ihrer besten, leider zeigten sich aber nach recht wenigen Hördurchgängen einige Abnutzungserscheinungen, die man so nie zuvor bei TV on The Radio hatte.

tUnE-yArDs – W H O K I L L

Ein leider sehr unbeachtetes Album in Deutschland. Vielleicht ist die deutsche Musikindustrie auch einfach so oberflächlich, und hat diese Frau übergangen, weil sie zugegebenermaßen ausschaut wie ein Mann? Keine weiteren Ausreden mehr! Unbedingt reinhören!

Mixtape #25: 2011

Die besten Tracks des Jahres.

1. WIN WIN & Gang Gang Dance – Release RPM
2. Radiohead – Lotus Flower
3. Drake feat. DJ Khaled, Rick Ross & Lil Wayne – I’m On One
4. James Blake – Limit To Your Love
5. Crystal Fighters – Champion Sound (Alt. Version)
6. Diamond Messages – Liquid Summer
7. The Strokes – Machu Picchu
8. Spank Rock – DTF DADT
9. GusGus – Over
10. K.I.Z – Fremdgehen
11. Bibio – Anything New
12. Gotye – Somebody That I Used To Know
13. tUnE-yArDs – Bizness
14. Flashguns – Passions of A Different Kind
15. Metronomy – Everything Goes My Way