Archiv der Kategorie: Grizzly Bear

Die Videos des Jahres 2013 – Die zweite Hälfte

Weiter geht’s zu den fehlenden besten Videos des Jahres. Auch bei der zweiten Hälfte reicht die Bandbreite an Videos von Loop-Kunstwerken, über Teleshopping Satire, bis letztlich zu einer verstörenden Einsicht ins Fetisch-Geschäft und einem dazugehörigen Brainfuck. Natürlich auch dieses Mal meisterhaft von den Regisseuren umgesetzt. Also schnell das Licht dimmen, Popkorn holen und sich letztlich selbst überzeugen lassen.

Gesaffelstein – Hate Or Glory

Grizzly Bear – Gun-Shy

Grizzly Bear – Gun-Shy from Kris Moyes on Vimeo.

Oneohtrix Point Never – Still Life

Pissed Jeans – Bathroom Laughter

Pissed Jeans – Bathroom Laughter von BlastroNetworks

Slava – Werk

Slava – ‚Werk‘ (Official Video) from Software Recording Co on Vimeo.

Die Videos des Jahres 2013 – Die zweite Hälfte

Weiter geht’s zu den fehlenden besten Videos des Jahres. Auch bei der zweiten Hälfte reicht die Bandbreite an Videos von Loop-Kunstwerken, über Teleshopping Satire, bis letztlich zu einer verstörenden Einsicht ins Fetisch-Geschäft und einem dazugehörigen Brainfuck. Natürlich auch dieses Mal meisterhaft von den Regisseuren umgesetzt. Also schnell das Licht dimmen, Popkorn holen und sich letztlich selbst überzeugen lassen.

Gesaffelstein – Hate Or Glory

Grizzly Bear – Gun-Shy

Grizzly Bear – Gun-Shy from Kris Moyes on Vimeo.

Oneohtrix Point Never – Still Life

Pissed Jeans – Bathroom Laughter

Pissed Jeans – Bathroom Laughter von BlastroNetworks

Slava – Werk

Slava – ‚Werk‘ (Official Video) from Software Recording Co on Vimeo.

Video der Woche: Grizzly Bear – Gun-Shy

Mittlerweile wird ja auch außerhalb von Clubs immer mehr mit Loops operiert. Sogenannte Loop-Künstler wie Dub FX oder der großartige Helmut bauen sogar größtenteils ihre gesamten Songs nur aus Loops zusammen. Grizzly Bear gehören weiß Gott nicht zu dieser Art von Musikern, trotzdem bedienen sie sich in dem neuen Video zu Gun-Shy, des vielleicht stärksten Songs ihres aktuellen Albums Shields, zumindest auf visueller Basis an Loops. Dadurch bekommt das Video etwas verwirrendes, surreales, unästhetisches. Im Gegenteil dazu wird das Video aber gepaart mit ästhetischen Aufnahmen der Dekonstruktion von Körpern. Das Video ist im Endeffekt paradox, quasi eine ästhetisierte Auflösung der Ästhetik.

Neben dem Video zu Gun-Shy wurde auch gleichzeitig ein Remix von Lindstrøm zu Gun-Shy zum kostenlosen Download veröffentlicht. Dieser wirkt, ebenso wie das Video, zuerst ein wenig bizarr und vielleicht sogar ein wenig fehl am Platze, dennoch schafft er es, über die gesamte Spielzeit von immerhin knapp 7 Minuten kontinuierlich besser zu werden und ein ähnliches paradoxes Gefühl aufkommen zu lassen.

Die besten Alben des Jahres 2012: 30-21

Nun kommen wir endlich zur Königsdisziplin! Die 30 besten Alben des Jahres. Los geht’s mit den Plätzen 30 bis 21. Die weiteren Plätze werden in den kommenden Tagen folgen. Unter den Platzierten sind unter anderem der letztjährige Sieger Robag Wruhme, die gute Lana del Rey, Dr Dres Schützling Kendrick Lamar und der zornige Morlockk Dilemma.

30. Lana Del Rey – Born To Die

Lana. Lana war in diesem Jahr überall. In der Fachpresse wurde Anfang des Jahres wild über ihr Debut spekuliert, in der nicht so fachlichen Presse über ihre Lippen und an der Bushaltestelle zerriss man sich das Maul über den hässlichen Fummel, den Lana auf den H&M Plakaten präsentierte. Bei all dem Gerede um Lana Del Rey fiel es immer schwerer, sich nur um die Musik zu kümmern. Aber die ist wirklich gut geworden! Born To Die hat großartige Hits wie Summertime Sadness oder das gleichnamige Born To Die am Start. Da ist es mal egal, was Lana auf ihren Plakaten trägt.

29. Robag Wruhme – Olgamikks

Good Guy Robag hat’s einfach verdammt nochmal raus. Nicht nur, dass sein letztes Jahr veröffentlichtes Debut Thora Vukk das beste Album des Jahres war, nein, dieses Jahr haut der freundliche Kerl direkt noch ein grandioses Release raus. Dieses Mal handelt es sich zwar „lediglich“ um eine Mischung aus Liveset und Remix-Kollektion, die dafür aber noch immer doper sind, als der Großteil der anderen veröffentlichten experimentellen Deep House/Techno Alben.

28. Menomena – Moms

Wer hätte gedacht, dass die mittlerweile zum Duo geschrumpften Menomena nochmal ein so gutes Album wie Moms raushauen? Verstecken vor den Vorgängern braucht sich Moms jedenfalls nicht, vielleicht ist es sogar ihr bisher Bestes? Wer weiß das schon, Tatsache ist jedeoch, dass Moms die verstärkte Zugänglichkeit vom typischen Menomena Klanggerüst sehr gut steht.

27. Kendrick Lamar – good kid, m.A.A.d city

Wahrscheinlich das zweitmeist diskutierte Album des Jahres. Kendrick Lamar hat auf seinem Major-Debut good kid, m.A.A.d city schon einmal die Erwartungen, die an ihn gestellt wurden, erfüllt. Dabei rausgekommen ist eines der wohl wichtigsten HipHop Outputs des Jahres und eine Reanimation des Raps aus Compton. Wesentlich besser könnte auch ein Comeback von N.W.A. nicht werden. In diesem Sinne: „Straight outta Compton, Crazy Muthafucker named Kendrick Lamar„.

26. Julia Holter – Ekstasis

Die Reise von Julia Holter nach Europa war wieder einmal vergleichsweise lang. Fast um ein halbes Jahr hat sich die Veröffentlichung ihres großartigen Ekstasis in Europa verspätet. Ist aber eigentlich auch egal. Ekstasis ist und bleibt ein Werk, welches nicht nur einfach gut ist, sondern auch bestimmte Teile im Kopf des Hörers anspricht, die von Musik normalerweise nicht erreicht werden.

25. The Shins – Port Of Morrow

Hach, Port Of Morrow ist einfach DAS „gudde Laune-Album“ des Jahres. Dadurch bietet es zwar auch viel Angriffsfläche, dennoch muss man unter dem Strich sagen, dass auch das vierte The Shins Album sehr gelungen ist. Besonders profitiert hat die Band übrigens durch von dem Beitritt des Keyboarders Richard Swift, der Solo ja schon seine Qualitäten unter Beweis gestellt hat und auch The Shins zu ausgetüfelteren Songstrukturen verhilft.

24. Killer Mike – R.A.P. Music

El-P, die erste. Na gut, bei R.A.P. Music steht er natürlich hinter Hauptakteur Killer Mike, trotzdem ist es hauptsächlich sein Verdienst, dass es Killer Mike zum ersten Mal in seiner Solo-Karriere gelungen ist, ein Album zu veröffentlichen, welches nicht im Schatten seiner Langzeitkollaboratoren Outkast steht. R.A.P. Music ist brutal, eigenständig und dabei sogar politisch, ohne peinlich zu wirken. Eine wahrliche Glanzleistung von Killer Mike.

23. Tame Impala – Lonerism

Auch auf Lonerism lassen Tame Impala mal wieder die 60s und 70s aufleben. Dieses Mal vielleicht sogar ein bisschen stärker, als auf ihrem Debut. Stärker sowohl im Bezug auf die schiere Qualität, als auch in Bezug auf ihre Anleihen. Dieses Mal bedienen sie sich nämlich noch vehementer bei John Lennon und teilweise sogar bei Led Zeppelin und zwängen jene in ein modernisiertes Gerüst. Großartig!

22. Grizzly Bear – Shields

Grizzly Bears neuster Streich Shields verhält sich in etwa so zu der Band, wie Helplessness Blues zu den Fleet Foxes im letzten Jahr. Die perfekte Musik zum Spazieren, Schnee schippen oder sonstige Tätigkeiten, bei denen man seine Gedanken schweifen lässt. Abgesehen davon ist Shields auch so toll. Einzig fader Beigeschmack ist die permanente Öffentliche Zurschaustellung des Sänger Ed Droste. Mal sind’s die bösen Streaming Dienste, mal die Grammies. Die Welt ist einfach böse zu Mr. Droste.

21. Morlockk Dilemma & Dexter – Weihnachten Im Elfenbeinturm

Morlockk Dilemma entwickelt sich langsam aber sicher auch zu dieser Art Rapper, die es schafft, innerhalb von kürzester Zeit ein dopes Album nach dem nächsten rauszubringen. Bei seinem Kollabo-Arbeit mit Dexter macht er natürlich keine Ausnahme. Ganz fein durchgestyltes Gesamtkonzept mit den Beats von Dexter und Gastbeiträgen von Audio88, Hiob und Kamp. So kann es ruhig weiter gehen.

Review: Grizzly Bear – Shields

Toll, dass es bestimmte Bands schaffen, in einen gewissen Release-Rhythmus zu kommen und gleichzeitig regelmäßig qualitativ hochwertige Alben zu präsentieren. Grizzly Bear gehören in jedem Fall zu dieser Gattung von Band, die bisher an ihrem 3-Jahres Zyklus festgehalten hat. Und siehe da, drei Jahre nach dem exzellenten Vorgänger The Veckatimest steht mit Shields ein neues Prachtexemplar an!

Genretechnisch hat sich glücklicherweise nicht allzu viel getan, so konstruieren sie weiterhin eine kleine Traumwelt mit dem Echo wohlklingender Gesangsharmonien, umhüllt von molltönenden Melodien und teils untermalt von kantigem 70er-Jahre Gitarrenspiel. Die Frage ist nun, ob sie denn mit diesem Schaffen ihrem erfolgbringenden Vorgänger The Veckatimest das Wasser reichen können. Und die Antwort darauf ist ganz klar: Ja!

Was beim ersten Hören vielleicht etwas unzugänglich und fremd erscheint, entpuppt sich bei mehrmaligem Berieseln als eine wunderbare Weiterentwicklung. So wurden die magischsten Momente aus The Veckatimest und auch Yellow House aufgegriffen, weiterentwickelt und schließlich neu interpretiert. Denn nach langer Zeit der Soloprojekte und eigenen Selbstverwirklichungen, trafen sie sich schließlich wieder, um als alte Freunde endlich wieder zu einem Kollektiv zusammen zu wachsen. Und so gab schließlich jeder seinen Senf zum Album dazu und besteckte es mit mehr individuellem Charakter.

Durch pompöse Mittel bei Sound und Harmonien wird ein facettenreiches Stimmungsfeld geschaffen, welches aus dem Alltag reißt und träumen lässt. Der mehrstimmige und unverkennbare Gesang wirkt ungefiltert und schleicht sich langsam in Herz und Seele. Man greift in eine bunte Wundertüte mit teils mutigen, schnelleren Nummern, wie etwa Yet again, welches mit einem ungewohnten Tempo überrascht und die Hörerschaft mehr oder weniger in einem Zustand der Verwirrung verweilen lässt, wenn es mit einem finalen Gitarrenpart ausklingt.

Der einzige Punkt, dem man Shields ankreiden möchte ist, dass ein Song, wie der Übertrack Two Weeks fehlt, der Shields noch etwas abrunden könnte. Nichtsdestotrotz ist Shields ein sehr gutes Album, was sich zwar nicht direkt offenbart, doch den jenigen, der einmal die überwucherten Eingangspforten des zeitlosen Grizzly Bear-Kosmos erreicht und sich der Melodien einverleibt hat, in eine andere Welt zieht.

1. Sleeping Ute
2. Speak in Rounds
3. Adelma
4. Yet Again
5. The Hunt
6. A Simple Answer
7. What’s Wrong
8. gun-shy
9. Half Gate
10. Sun in Your Eyes

Zolin sagt: 8 von 10