Archiv der Kategorie: Frank Ocean

Die besten Alben des Jahres 2012: 10-1

Und schon sind wir auch bei dem letzten Teil der besten Alben des Jahres. Das beste Album des Jahres hat sich zwar schon recht früh abgesetzt, innerhalb der Top 5 gab es aber allerlei Verschiebungen. So kommt es auch das hier einmal mehr der Qualitätsübergang fließend ist.

10. Liars – WIXIW

Es geht auch schon wieder gut los. Mit einem Album, dessen Titel man nichtmals ohne weiteres aussprechen kann. WIXIW soll angeblich wie „Wish You“ ausgesprochen werden. Mhm, naja, sobald man sich an die Musik ranwagt, scheint das aber nicht mehr allzu mysteriös zu sein. Schließlich heißt die Band Liars und WIXIW offenbart sich auch erst nach einigen Hördurchgängen und mutiert dann zu einem waschechten Grower.

9. Die Orsons – Das Chaos und Die Ordnung

Wer hätte gedacht, dass sich 2012 ein Album der Orsons im Jahrespoll hätte wiederfinden können, welches auf Hasslabel No.1 Chimperator veröffentlicht wurde. Aber mal ganz ehrlich: Das Album ist wirklich in vielerlei Hinsicht gelungen. So findet der Hörer sehr smart ausgeklügelte Popsongs, neben der ein oder anderen gelungenen Punchline. Da kann auch der Mikro-feature Part von Cro nichts mehr dran rütteln.

8. Kindness – World You Need A Change of Mind

2012 gab es mal wieder inflationär viel, an die Popmusik der 80er Jahre angelegte, nun ja, Pop-Musik. Das Epizentrum dieser Bewegung war wohl Terrible Records, das Label von Grizzly Bear Bassist Chris Taylor, bei dem unter anderem Beyoncés Schwester Solange eine gefeierte EP und ein junger Mann names Kindness das durchgestylteste Popalbum seit sehr langer Zeit veröffentlichte. Er verlässt dabei nicht nur die abgetretenen Pfade der Popmusik, sondern haucht seinen Songs noch eine angenehme Note von Funk ein. So muss Pop im Jahr 2012 klingen.

7. Breton – The Blanket Rule EP/Other People’s Problems

Breton sind eine Band, die Brit-Pop spielen will, sich dabei von einem HipHop-DJ produzieren lässt, das Ganze in dem Studio einer der größten Postrock Bands aller Zeiten aufnimmt und sich nebenbei noch die Hilfe eines der größten noch lebenden neoklassischen Genies sichert. Hinzu kommt noch, dass die beiden Veröffentlichungen der Band in diesem Jahr den generierten Erwartungen vollständig gerecht werden konnten. Breton sind wohl einfach der fleischgewordene feuchte Traum eines jeden Musiknerds.

6. Marsimoto – Grüner Samt

Was Materia in den letzten Jahren für den kommerziellen deutschen HipHop geleistet hat ist unbestreitbar. Trotzdem blieb ihm bisher der ganz große künstlerische Wurf verwehrt. Zumindest seinem kiffenden Alter Ego Marsimoto ist dies nun mit Bravour gelungen. Auf der einen Seite die großartigen Beats von Robot Koch und den Krauts, auf der anderen die besten Lines des Jahres. „Was ist denn mit der Realness?/Alle nur noch Wellness

5. Flying Lotus – Until The Quiet Comes

Until The Quiet Comes ist ein Album, welches wirklich viel gibt, aber mindestens genauso viel nimmt. Bis man erstmal einen richtigen Zugang zu Flying Lotus bislang wohl ruhigstem Album gefunden hat, vergehen einige Hördurchgänge. Prinzipiell ist ein schwieriges Album in der Diskographie des guten Flying Lotus nichts neues, dennoch ist Until The Quiet Comes einzigartig, vor allen Dingen weil es erstmals auch gerade Visuell durch die Live-Perfomance und die atemberaubenden Videos funktioniert.

4. Dirty Projectors – Swing Lo Magellan

Ähnlich wie Grizzly Bear sind Dirty Projectors eine Band, die es schafft, sich von Mal zu Mal zu steigern. Bereits ihr vorheriges Album Bitte Orca war verdammt gut, aber ihr neustes Baby Swing Lo Magellan ist einfach nur ein Meisterwerk. Lustigerweise ist das Album eine nahezu perfekte Zusammenfassung der Trends des Jahres 2012: Bizarrer R&B mit percussionlastigen Folk-und geisterhaften Gesangsspielereien. Und trotzdem hat es niemand so gut hinbekommen wie Dirty Projectors.

3. Frank Ocean – channel ORANGE

In vielerlei Hinsicht ist Frank Oceans Major-Debut channel ORANGE das Album des Jahres und definitiv das beste R&B Album in diesem Jahr. Frank Ocean gelingt es schon nach wenigen Minuten, den Höhrer komplett zu vereinnahmen und ihn auch wirklich nicht mehr loszulassen. Am Ende ist man fassungslos über die scheinbar unendliche Qualität dieses Albums und man kann ungefähr erahnen, welch ein Genie in Frank Ocean schlummert.

2. EL-P – Cancer For Cure

Das bisher einzige Album, das auf dieser von ihnen besuchten Internetseite die Höchstwertung von 10 Punkten erhalten hat. Trotzdem ist dieses Album nicht zum Album des Jahres gekürt worden. Wieso? Weil es einfach spezifisch als HipHop Album perfekt ist. EL-Ps Flow ist ja sowieso über jeden Zweifel erhaben und auch seine Lyrics sind mittlerweile fast das Non plus ultra geworden. Das ist jedoch im Vergleich zu seinen Beats fast nichts. Die sind auf Cancer For Cure nämlich so unfassbar dope, dass man vor Freude lachen möchte.

1. Die Türen – ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Man möge sich bitte zur Einleitung dieses Textes eine feierliche Melodie vorstellen, die den folgenden Moment entsprechend majestätischer gestaltet. Ein so feierlicher Moment wie die Kürung zum besten Album des Jahres muss schließlich zelebriert werden! Auch wenn diese Entscheidung nun für die meisten keine Überraschung sein wird, so bleibt am Ende des Jahres festzuhalten, dass keine andere Band mehr das Niveau der Türen erreichen konnte, die bereits im Feburar die Messlatte so hochgelegt haben, dass kein anderes Album es hätte schaffen können, diesem Werk seinen Platz streitig zu machen.

Mixtape #37: 2012

Die besten Tracks des Jahres.

1. Die Bestesten – Ein Job Für die Bestesten
2. Frank Ocean – Lost
3. Major Lazer – Get Free
4. Kindness – That’s Alright
5. Burial – Loner
6. Lana Del Rey – Born To Die
7. Mikky Ekko – Pull Me Down (Ryan Hemsworth Remix)
8. EL-P – The Jig Is Up
9. Fun. – Some Nights
10. Die Türen – Pop ist Tot
11. Ashes Of Pompeii – The Bells Of Old Dunwich
12. Rudi Zygadlo – Catharine
13. Black Moth Super Rainbow – Windshield Smasher
14. Andy Stott – Numb
15. Die Orsons – Horst & Monika
16. Kindness – House
17. Tame Impala – Elephant

Mixtape #37: 2012

Die besten Tracks des Jahres.

1. Die Bestesten – Ein Job Für die Bestesten
2. Frank Ocean – Lost
3. Major Lazer – Get Free
4. Kindness – That’s Alright
5. Burial – Loner
6. Lana Del Rey – Born To Die
7. Mikky Ekko – Pull Me Down (Ryan Hemsworth Remix)
8. EL-P – The Jig Is Up
9. Fun. – Some Nights
10. Die Türen – Pop ist Tot
11. Ashes Of Pompeii – The Bells Of Old Dunwich
12. Rudi Zygadlo – Catharine
13. Black Moth Super Rainbow – Windshield Smasher
14. Andy Stott – Numb
15. Die Orsons – Horst & Monika
16. Kindness – House
17. Tame Impala – Elephant

Review: Frank Ocean – Channel Orange

Die News, die keine sein sollte, das großartige Debut Mixtape Nostalgia, Ultra oder die Kooperationen mit Tyler, The Creator, Kanye Wests und Jay-Z‚ überambitionierten Watch The Throne oder mit SBTRKT. An Frank Ocean gibt es einfach kein Vorbeikommen mehr. Deswegen hat es auch kaum jemanden gewundert, als recht kurzfristig mit Channel Orange das erste Album von Frank Ocean angekündigt wurde. Als dann noch der Übertrack Pyramids vom Album vorab präsentiert wurde, war es eigentlich schon beschlossene Sache, dass Channel Orange ein ganz ganz großes Album wird.

Und hier sind wir nun. Fassungslos. Ein Monster von einem Album. Hier sitzt alles so, wie es sein sollte. Der Opener Thinkin Bout You wirkt zwar noch etwas gewöhnlich, erinnert ein bisschen an Drake, gibt aber sowohl textlich, als auch mit seiner wunderschönen Falsett Stimme eine ziemlich konkrete Richtung vor. Nach einer kurzen Fertilizer-Werbeunterbrechung folgt dann Sierra Leone, in dem Ocean über einen wunderbaren Rückwärts Beat à la Outkast singt.

Unfassbar gut geht es auch weiter: D’Angelo Bass und Neptunes Produktion bei dem nächsten Track Sweet Life. Danach gibt’s nochmal eine Unterbrechung und es folgt Super Rich Kids mit OFWGKTA-Mitstreiter Earl Sweatshirt, der eigentlich nur aus ein paar Bass unterlegten Klavier-Tönen besteht und dadurch besonders auf den ironischen Text aufmerksam macht. Der folgende Track Pilot Jones ist dabei so etwas wie der Gegenentwurf zu Super Rich Kids. So funktioniert dieser doch besonders durch den leicht Dubstepig angehauchten Beat. Crack Rock beginnt dann mit einem Trip Hop-Schlagzeug und entwickelt sich dann langsam zu einer waschechten Psychedlic-Soul Perle.

Im Mittelpunkt des Albums steht jedoch zurecht ein Lied, welches am Ende mit Sicherheit in nahezu jedem Jahrespoll auf den obersten Plätzen zu finden sein wird. Pyramids ist nahezu ein 10-Minütiges Opus, das mal eben die Geschichte der Frau von Kleopatra bis hin zur Frau, die in der Pyramid strippen muss, erzählt. Besonders interessant an dem Track ist auch wieder die Struktur: Zwischendurch gibt es nämlich einen eigentlich verhassten Synthie-Beat zu hören, der jedoch so perfekt benutzt wurde, dass dem Track dadurch eine weitere Facette hinzugefügt wird.

Danach geht’s wieder mit Lost ein wenig smoother weiter, was dann in dem viel zu kurzen White, inklusive John Mayer-Gitarren Solo, mündet. Das folgende, vor sich her swingende Monks dient dann quasi als letzte Festigung vor dem emotionalen Höhepunkt von Channel Orange. Denn was als nächstes kommt, sind zwei der berührendsten Tracks, die es je im Soul gab. Der „Comin Out-Track“ Bad Religion und Pink Matter mit Outkasts André 3000. Gerade letzterer zeigt Drake mal so ordentlich, wo der Frosch seine Locken hat. Denn was hier textlich passiert, sind nicht nur gesungene Bravo-Love Stories, sondern echte Poesie. André 3000 ist übrigens auch die perfekte Wahl für den Song, so macht er das weg, was Frank Ocean nicht rappen kann.

Gegen Ende gibt’s dann nochmal mit Forrest Gump einen perfekten Abschluss für ein Album, welches es so mit Sicherheit einige Jahre nicht mehr geben wird. Frank Ocean hat es geschafft, sich mit seinem Debut Album in eine Reihe mit Kanye Wests My Beautiful Dark Twisted Fantasy, Outkasts Speakerboxxx/The Love Below und D’Angelos Voodoo zu stellen. Der Vorteil, den Ocean gegenüber den anderen Alben hat, ist jedoch der, das Channel Orange ja erst sein Debut ist und er sich durchaus weiter steigern wird.

1. Start
2. Thinkin Bout You
3. Fertilizer
4. Sierra Leone
5. Sweet Life
6. Not Just Money
7. Super Rich Kids (f. Earl Sweatshirt)
8. Pilot Jones
9. Crack Rock
10. Pyramids
11. Lost
12. White (f. John Mayer)
13. Monks
14. Bad Religion
15. Pink Matter (f. André 3000)
16. Forrest Gump
17. End

Zolin sagt: 9 von 10