Kategorie-Archiv: Disclosure

Video der Woche: Disclosure – Grab Her

Disclosure gehören zu der Kategorie Band, die es grundsätzlich ablehnt, sich selber in ihren Musikvideos zu spielen. Stattdessen verpflichten sie stets talentierte Regisseure, die gelungene und vor allen Dingen kreative Konzepte ausarbeiten, die den Videos noch einen Mehrwert verleihen. So auch bei der Single-Auskopplung ihres Debüts Settle, Grab Her.

Dieses Mal führte der Franzose Emile Sornin Regie, der letztes Jahr mit Dizzee Rascals I Don’t Need A Reason eines der stärksten Videos des Jahres produzierte. So gut ist Grab Her zwar nicht, aber zumindest sehr unterhaltsam. Die Kurzbeschreibung des Videos entspricht übrigens zu 100% dem Inhalt: „If you thought your boss sucked…“. In diesem Sinne, schnell freuen, dass euch euer Chef zumindest nicht buchstäblich in die Luft befördern kann und ihr ihn zumindest noch für ein paar Stunden nicht ertragen müsst.

Mixtape #39: 2013

Die besten Tracks des Jahres in einem Mix und in keiner qualitativen Chronologie.

1. Jay-Z & Rick Ross – F*ckwithmeyouknowigotit
2. Kelela – Bank Head
3. Moderat – Bad Kingdom
4. Disclosure – You & Me (Flume Remix)
5. Blood Orange & Despot – Clipped On
6. Ok Kid – Verschwende Mich
7. Major Lazer – Watch Out For This (Bumaye)
8. Kanye West – New Slaves
9. DCVDNS feat. Celo & Abdi – Frankfurter Zoo
10. Mount Kimbie & King Krule – You Took Your Time
11. Drake – Hold On, We’re Going Home
12. Bilderbuch – Maschin
13. Mount Kimbie – Made To Stray
14. Autre Ne Veut – Counting
15. Lorde – Royals
16. Arctic Monkeys – R U Mine?
17. Slava – Werk
18. Machinedrum – Gunshotta
19. Tirzah – I’m Not Dancing
20. Earl Sweatshirt & Tyler The Creator – Whoa
21. Pusha T – Numbers On The Boards
22. Prodigy & Alchemist – Bible Paper
23. Dexter – Pictures
24. Haftbefehl & Veysel – Blockparty
25. Kanye West – Bound 2
26. Bilderbuch – Feinste Seide
27. DJ Koze & Apparat – Nices Wölkchen
28. Jessy Lanza – Against The Wall
29. Devendra Banhart – Your Fine Petting Duck
30. Drake – The Motion
31. DJ Koze & Dirk von Lowtzow – Das Wort

Mixtape #39: 2013 by Zolinsagt on Mixcloud

Ausgestoßen 2013

Es wird dunkel, die Ausgestoßenen kriechen aus ihren Löchern und sie haben schlechte Laune, wie man es ja bereits an Jon Hopkins Blick auf diesem Foto ablesen kann: Sie haben es knapp nicht in Zolins Top 30 der besten Alben des Jahres geschafft! Doch nicht verzagen, schließlich hat Zolin auch ein Herz für die Ausgestoßenen und erwähnt sie in ihrer eigenen Kategorie. Wenn das mal nichts ist, Jon?

Disclosure – Settle

Grundsätzlich sollte man Disclosure vor allen Dingen danken. Nicht nur weil Settle wirklich ein tolles Album ist, sondern da es endlich die Brücke von UK Garage und modernem britischen Deep House zu Pop geschlagen hat, ohne den eigentlichen Sound des Genres stark zu verwässern. Es ist immer noch extrem tanzbar, dabei aber luftig leicht. Die Briten sahen das glücklicherweise ähnlich und machten Settle zurecht zu einem der meistverkauftesten Alben des Vereinten Königreiches.

Gesaffelstein – Aleph

Wer hätte gedacht, dass Gesaffelstein nach den zugegebenermaßen Spaß machenden, aber sehr lauten und monotonen EPs ein so großartiges Debüt wie Aleph veröffentlichen würde. Zwar sind mit immer noch einige Signature-Gesaffelstein Tracks dabei, doch werden sie ummantelt von teils sehr ruhigen Liedern mit einer Film Noire artigen Atmosphäre. Dadurch verkommt Aleph nicht zu einer dumpfen und belanglosen technoiden Elektro Platte, sondern ergibt in Gänze ein wirklich gelungenes und facettenreiches Album.

Rhye – Woman

Es begann alles mit einem Rätsel, als Rhye vergangenes Jahr wie aus dem Nichts erschienen. Damals noch inkognito, ja sogar genderundefiniert, gelang es dem Duo mit dessen elegant verführerischem Elektrosoul, all den Klamauk aus den Köpfen zu blasen, um sich in aller Ruhe wieder der Essenz der Sinnlichkeit widmen zu können. Klingt unglaublich schnulzig, gestaltet sich aber auf dem diesjährigen Debüt Woman umso betörender, wie die zwei Herren Mike Milosh und Quadron-Produzent Robin Hannibal unter Beweis zu stellen wagten. Wer braucht schon unliebsames Machogehabe, wenn die bloße Vertonung von ehrlichen Empfindungen so ungemein ästhetisch sein kann?

Fuck Buttons – Slow Focus

Englands Keyboardsurfer und Fickknopfduo erster Güte ändert nicht viel; trotzdem reicht es zur drängenden Apokalypse, scharf be- und entschleunigt in verschiedenen Variationen. Für einen gewissen Vorsprung reicht das nach wie vor… nur wie lange? Sollte sich die physikalische Prognose bewahrheiten, dass die Sonne in ferner Zukunft aufhört, zu scheinen, tanzen massive Körper auf kosmischen Wellen zu diesem Album, auf Ohrenhöhe mit Tangerine Dream, Dälek und Aphex Twin.

Queens Of The Stone Age – …Like Clockwork

…Like Clockwork, also? Naja, die Erscheinung von Queens Of The Stone Ages Album gleicht wohl wahrlich wenig einem Uhrwerk. Immerhin haben sie uns sechs Jahre auf den Nachfolger von Era Vulgaris warten lassen. Dafür lässt es immerhin sonst keinen Platz für Nörgeleien, obwohl dieses Album zum ersten Mal ohne den Stammproduzenten und Masters of Reality-Kopf Chris Goss aufgenommen wurde. Grundsätzlich wurde der typische Stoner-Klang natürlich beibehalten, trotzdem fällt im direkten Vergleich besonders auf, dass …Like Clockwork insgesamt noch trockener und vor allen Dingen reifer klingt.

Cr7z – An7ma

Lüdenscheids Zahlenmystiker und Freestyle Talent Nr. 1 wiederbelebte seine Rapkarriere dieses Jahr erfolgreich per 58 Muzik Release, eines von einer Hand voll Undergroundlabels mit der Liebe zur Hip Hop Kultur und nicht zum schnellen Geld. Eine bittersüße Symphonie eines gezeichneten Lebens, Begrifflichkeit und Samples aus dem fernen Osten und unangestrengter Flow sind die Zutaten für einen der ehrlichsten wie ernsthaftesten Beweise, dass Sprechgesang nach wie vor lebt. Könnte ein Album weiter entfernt von den Raop Spinnereien der wirtschaftlich erfolgreichen Konkurrenz sein? Wohl kaum.

Vampire Weekend – Modern Vampires Of The City

Auf dem Cover von Modern Vampires Of The City sieht man ein in eine Wolke aus Smog und Abgasen eingehülltes New York. Nicht nur ästhetisch ist dieses Cover zum Zungeschnalzen, auch im Gesamtkonzept des Albums spielt es eine wichtige Rolle. Es zeigt das Großstadtleben von einer anderen, unüblicheren Seite. Bei den Songs sieht es ähnlich aus. Hymnen über New York gibt es schließlich sowieso genug, da ist ein Lied über den Tod des Hudson Bay Namensgebers Hudson schon eine ganz andere Sache. Außerdem ist es laut Sänger Ezra Koenig der krönende Abschluss einer Trilogie der ersten drei Alben. Solange die nächsten Alben auch so gut werden, soll’s Zolin recht sein.

Mac Miller – Watching Movies With The Sound Off

Zugegeben, Mac Miller ist ein sehr dankenswertes Hassobjekt. Mit seinem Debüt Blue Slide Park könnte er höchstens hippe Teenies, die sonst eigentlich keinen HipHop hören oder denen OFWGKTA schon zu edgy ist, hinter dem Ofen hervorlocken. Ganz unverhofft kommt da der Nachfolger Watching Movies With The Sound Off daher. Massive Steigerung nahezu in allen Bereichen: Die Texte sind nicht mehr ausschließlich von seinem Weed-Konsum geprägt und die Beats wurden unter anderem von Earl Sweatshirt, The Alchemist und Flying Lotus persönlich gebaut. Wie kann man ihn dafür jetzt noch hassen?

Betty Ford Boys – Leaders of the Brew School

Das Debüt Album der Betty Ford Boys war mit Sicherheit eine der ambitioniertesten deutschen HipHop Veröffentlichungen der letzten Jahre. Zwei der wohl besten deutschen HipHop Produzenten, namentlich Suff Daddy & Dexter sowie der beste österreichische HipHop Produzent vereint auf einem Werk. Bewundernswerterweise neutralisieren sich die drei Beatbauer nicht, sondern stechen immer einzeln hörbar hervor. Nur Dexter selber hat in diesem Jahr noch ein besseres instrumentales HipHop Album abgeliefert, doch dazu im späteren Verlauf des Jahrespolls mehr…

Jon Hopkins – Immunity

Alter Albumtrick für die Singlemusik schlechthin: Techno. Wir hören, wie wir zum Club gehen; die Tür geht auf, mitreißender Techno schallt aus dem Raum, Zeit zum Eintauchen. Hopkins erfindet das Laufrad des Technohamsterbusiness nicht neu – was nichts daran ändert, dass hier ein brilliantes Album vorliegt. Wozu auch immer dem Originalitätszwang frönen. Reicht ja, fragile und hart-dumpfe Klänge kunstvoll zu verbinden und die Anwesenden den Allerwertesten schütteln zu lassen, ohne Maskulinismen zu beschwören. Nur eines darf er lassen: Die Kooperation mit Coldplay bitte nicht iterieren!

Review-Runde: Austra, Queens Of The Stone Age, Disclosure, When Saints Go Machine

Über einen Monat liegt die letzte Review-Runde jetzt schon hinter uns. Dementsprechend ist der Stapel der unbesprochenen Platten auch weiterhin gestiegen. Unter ihnen auch Hochkaräter wie Queens Of The Stone Age, Austra, die ihr für die Band schwieriges zweites Album veröffentlichen sowie das viel besprochene Debüt der beiden Brüder Disclosure und schließlich der Versuch von When Saints Go Machine an ihr letztes Album anzuknüpfen.

Austra – Olympia

2010 erschien Feel It Break, das Debüt-Album der kanadischen Band Austra. Ein zugegeben recht gutes Album, welches der Band einen gewaltigen Popularitätsanstieg bescherte. Drei Jahre später wollen Austra mit ihrem zweiten Album Olympia auch mindestens alles doppelt so gut machen, wie bei ihrem Debüt. Deswegen wurden bei Austra aus drei Bandmitgliedern sechs gemacht und die Produktion des Albums durch die Hilfe von Produzententeams verfeinert, die zuvor auch Hand an Alben von Hot Chip oder Björk anlegten. Hinzu kommt noch ein größeres Harmoniebedürfnis seitens der Sängerin Katie Stelmanis. Dies hat zur Folge, dass Stelmanis teilweise sehr stark nach Florence Welch klingt, jedoch mit einem wichtigen Unterschied: Wo die Songs von Florence + The Machine nämlich unter all dem Bombast zusammenbrechen, umgeht Austra diese Falle ganz elegant mit einem höheren elektronischen Anteil, wie man ihn schon von dem Debüt kennt. Dementsprechend ist der Zweitling Olympia zwar nicht doppelt, aber mindestens genauso gut wie das Debüt.

Zolin sagt: 7 von 10

Queens Of The Stone Age – …Like Clockwork

Mannomann. Wer hätte das für möglich gehalten? Es erscheint endlich das Queens of the Stone Age Album, welches Josh Homme bereits 2009 vollmundig als „desert orgy in the dark“ ankündigte. Vier Jahre, Produktionen für Biffy Clyro, Arctic Monkeys, einem Kraftklub-Diss und der Wiedereinstellung von Dave Grohl später ist endlich …Like Clockwork da. Und überraschenderweise ist der Opener zum ersten Mal keine Power Nummer wie You Think I Ain’t Worth A Dollar, But I Feel Like A Millionaire oder Medication, sondern eine langsamere Blues-Nummer. Sowieso ist das Album vor allen Dingen in der ersten Hälfte ruhiger als die Vorgänger und wirkt dadurch wieder ähnlich psychedelisch wie Rated R. Trotzdem sind natürlich mit Songs wie der Vorab-Single My God Is The Sun die klassischen QOTSA-Gitarren Tracks dabei. Trotzdem merkt man leider, dass Chris Goss leider nicht mehr direkt an der Produktion beteiligt war, und so geht ein wenig der alte Spirit von QOSTA verloren. …Like Clockwork ist trotzdem noch eines der besten Rock-Alben, die wahrscheinlich dieses Jahr veröffentlich werden, dennoch ist es wohl das schwächste der bisherigen QOTSA-Diskographie.

Zolin sagt: 8 von 10

Disclosure – Settle

Wer sagt eigentlich, dass es die Reihe xy for Dummies nur als Bücher geben sollte? Musikalisch würden sich diese sicherlich auch verkaufen. Beispiel gefällig? SBTRKTs selbstbetiteltes Debüt hat auch denjenigen zugesagt, die zuvor nicht unbedingt Fans des Post-Dubsteps waren oder diesen als Musikrichtung gar nicht wahrgenommen haben. Mark Ronsons Version wäre auch ein Beispiel. Das Album produzierte er nämlich mit Hilfe der Daptone-Horns und sieß damit die Türen auf für den kommerziellen Erfolg von Charles Bradley oder Sharon Jones. Das, was die beiden Alben außerdem gemeinsam haben ist eine prominente Gästeliste, sei es jetzt bei Mark Ronson Kasabian oder bei SBTRKT Little Dragon. Diese Namen ziehen einfach noch zusätzlich. So ähnlich läuft es auch bei Disclosures Debüt Settle. Hier wird UK Garage, wie ihn George Fitzgerald oder Machinedrum zu pflegen lieben, mit Pop und einigen bekannten Sängern wie Jamie Woon oder Friendly Fires Ed Macfarlane, vermischt. Das funktioniert herausragend und beweißt wieder einmal, dass Alben, die sich zugänglicher als andere Veröffentlichungen innerhalb des Genres zeigen, auch dem gesamten Genre helfen und zu Popularität ausserhalb von Musik-Nerd Kreisen führen kann.

Zolin sagt: 8 von 10

When Saints Go Machine – Infinity Pool

Wie auch Austra haben When Saints Go Machine mit ihrem vorherigen Werk den Durchbruch geschafft. Sowohl qualitativ als auch in Sachen Popularität. Mit dem Unterschied, dass es sich bei When Saints Go Machines letzten Album Konkylie bereits um ihr zweites Album handelte. Hier verbanden sie experimentelle Elektronische Elemente mit der Falsetto-Stimme von Nikolaj Manuel Vonsild und steckten sie in ein Indie-Gewand. Diesen Gedanken entwickeln sie auf ihrem neuen Album Infinity Pool konsequent weiter und greifen bei dem Opener Love And Respect sogar auf die Hilfe von El-P-Stammgast Killer Mike zurück. Rein funktionell hat sich bei Infinity Pool also gegenüber dem Vorgänger wenig getan. Einzig die Tatsache, dass die Songs nun weniger sphärisch und ungewöhnlich, sondern – man möchte fast sagen – „normaler“ wirken. Nichtsdestotrotz sind When Saints Go Machine natürlich noch weit davon entfernt, mit dem grauen Einheitsbrei über einen Kamm geschoren zu werden. Dies ändert sich auch nicht bei Album Nummer drei.

Zolin sagt: 7 von 10

Mixtape #34: Aye Aye, Captain Sommer

Foto und Playlist von Philipp Schmitz

1. Kindness – That’s Alright
2. Para One – Every Litte Thing (feat. Irfane and Teki Latex)
3. Disclosure – Tenderly
4. Santigold – Disparate Youth (The 2 Bears Remix)
5. Scuba – July
6. Tourist – Placid Acid
7. Adele vs. Daft Punk – Something About The Fire (Carlos Serrano Mix)
8. Takeshi Terauchi – Summer Boogaloo
9. Beach Fossils – Daydream
10. Zammuto – The Shape Of Things To Come
11. Coconut Records – The Summer
12. Breton – Certain Little Facts
13. Radio Citizen – Summer Days (feat. Bajka)
14. Baths – Lovely Bloodflow
15. M83 – Reunion (Tropics Remix)
16. MC Fitti – 30 Grad