Kategorie-Archiv: Caribou

Heißer Scheiß: Daphni

Während sich Dan Snaith momentan noch mit seiner Hauptband Caribou auf Welttournee mit Radiohead befindet, haut er tatsächlich nebenbei unter seinem DJ-Alias Daphni ein Debut Album auf den Markt. Fans des typischen Caribou Sounds werden vielleicht erschreckt sein, diejenigen, die schonmal ein DJ-Set von Caribou gesehen oder gehört haben, werden sich wie zu Hause fühlen, denn wie das letzte Album Swim klingt das natürlich nicht.

Zum Glück müsste man eigentlich sagen, denn was wäre langweiliger, als ein Recycling der schon bekannten Caribou-Hits? Tatsächlich klingt das Debut Album von Daphni, welches nebenbei erwähnt den Titel Jiaolong trägt, als würde sich DJ Koze an der letzten Trackkollektion Pink von Four Tet vergreifen und dem Ganzen einen wesentlich technoideren Anstrich verpassen. Das hört sich bei den ersten paar Songs noch nach einem furchtbaren Durcheinander an, klappt aber auf der gesamten Laufzeit von immerhin über 47 Minuten der Platte erstaunlich gut.

Das Album gibt’s ab sofort digital zum Download, weiter unten zum streamen und ab Freitag dann auch zum physischen Erwerb. Außerdem sei jedem Interessenten noch der unglaubliche Resident Advisor Podcast ans Herz gelegt, der, trotz gemeinsamer Veröffentlichung mit Caribou, stark nach Daphni klingt.

Mixtape #20: Life of Leisure

Ausschnitt aus Washed Outs EP Life of Leisure

„live a life that you miss“ Toro Y Moi

1. Toro Y Moi – Blessa
2. Washed Out – Eyes Be Closed
3. Gil Scott-Heron & Jamie XX – My Cloud
4. Ford & Lopatin – Surrender
5. Toro Y Moi – New Beat
6. Ariel Pink’s Haunted Graffiti – Round And Round
7. Memory Tapes – Yes I Know
8. Caribou – Odessa
9. John Maus – …And The Rain
10. Hype Williams – Untitled
11. d’Eon – Transparency (How to Dress Well Rework)

Festival Sommer ’11 #2: Traumzeit Festival, Duisburg

Dieses Jahr findet bereits zum 15. (!) Mal das Traumzeit Festival im wunderschönen Landschaftspark Nord in Duisburg statt. Was als Jazz-Festival begann, hat sich mittlerweile auch in andere Richtungen weiterentwickelt. Zwar sind u.a. mit Branford Marsalis und Esperanza Spalding immer noch einige Jazz-Acts vertreten, dennoch ist dies nicht mehr der alleinige Schwerpunkt. So waren mit Mogwai, Kreidler und Ólafur Arnalds vor allen Dingen Bands aus dem Post-Rock Bereich dabei.

Ich war, wie letztes Jahr, alle drei Tage dabei. Die Stimmung war entspannt und die Locations wie immer umwerfend. Um euch einen genauen Überblick über die von mir gesehenen 14 Konzerte zu verschaffen, schreibe ich zu jeder einzelnen Band meine Eindrücke.

1.7.

Mike Stern Band: Ein guter Einstieg. Erinnert musikalisch an Pat Metheny und vom Aussehen an Mick Jagger.

Nils Koppruch: Hatte ich vorher nicht so viel von gehört und bin dementsprechend ohne jegliche Erwartungen zum Gig gegangen. Seine Mischung aus Country und Singer/Songwriter Kram hat mir aber gefallen.

Caribou: War für mich eigentlich der Hauptgrund, weswegen ich zum Festival gegangen bin. Zum Glück wurde ich nicht enttäuscht. Die fünfköpfige Live-Band um Dan Snaith ist eine Wucht! Das einzige, was mir auf den Senkel ging, waren alle anwesenden Hipster, die total ausgerastet sind.

Mogwai: Mogwai haben mir eigentlich noch nie gefallen. Trotzdem dachte ich mir, gehe ich einfach mal zum Gig und lasse mich umstimmen. Nichts da. Absolut nicht mein Ding.

Ólafur Arnalds: Ich bin in der Überzeugung zum Konzert gegangen, dass es sich um ein Mitglied von Sigur Ros handelt. Handelt es sich nicht. Trotzdem unglaublich schöner Streicher Post-Rock, der live auch sehr authentisch und berührend rüberkommt.

2.7.

Zu: Das Interesse an dieser Band in mir wurde geweckt, als ich im übrigens sehr schön gestalteten Programm-Heftchen las, dass diese Band schon unter anderem mit Faith No More-Frontmann Mike Patton oder Dälek kollaborierten. Allerdings wurde in besagtem Heftchen auch angekündigt, dass es sich um einen „Sound irgendwo zwischen Sade und Slayer“ handle. Diese Aussage trifft jedoch nur bedingt zu. Tatsächlich sind Zu eine Hardcore Band, die Free-Jazz ähnliche Ansätze verfolgt. Mich haben sie dennoch voll überzeugt.

The Weakerthans: Irgendwie habe ich bisher immer einen Bogen um die sympatische Band aus Kanada gemacht. Obwohl mir ihr Pop-Songwriting und ihr Live-Auftritt sehr gut gefielen. Habe jetzt auch mal in ihre Platten reingehört und muss sagen, dass es ein großer Fehler war, diese Band zu übergehen.

Kreidler: Die legendäre Band aus Düsseldorf live zu sehen blieb mir bisher immer verwehrt. Nun konnte ich mir sie also endlich anschauen und sie blieben nicht hinter meinen Erwartungen zurück. Ich habe mir dann auch sofort die Vinyl ihres letzten Albums Tank zugelegt.

Bohren und der Club Of Gore: Viele Menschen reden über diese Band. Also dachte ich mir, schau ich mir sie an. Musikalisch definitiv in Ordnung, jedoch auf Dauer viel zu öde.

Amiina: Kannte ich vorher auch nicht. Haben mich an eine Post-Rock Version von The XX erinnert.

3.7.

Igmar Thomas & The Cypher: So gefällt mir Jazz doch direkt dreimal so gut. Klassisches Trompeten, welches zwischendurch durch Raps aufgelockert wird. Absolutes Highlight: Das Can I Kick it Cover.

Esperanza Spalding: Ich muss wirklich sagen, sie hat mich umgehauen. Nach einiger Skepsis am Anfang, nur eine schwarze Quoten-Version von Adele zu sehen, habe ich ihren Gig dann doch gefeiert.

Patrick Wolf & Alec Empire: Eigentlich sollte dieser Gig der Höhepunkt des Traumzeit Festivals werden. Was man jedoch nach einer Stunde Verspätung zu hören bekommen hat, war unter aller Sau. Die Songs der beiden waren schlecht performt und Wolf sichtlich mit der Situation überfordert. Kein Vergleich zu dem Auftritt von Helge Schneider und Gonzales im letzten Jahr.

Hundreds: Mein letzter Gig des Festivals. Es ging schließlich darum, wieder einen guten letzten Eindruck vom gesamten Festival mitzunehmen, nach dem miserablen letzten Gig von Wolf + Empire. Das was ich dann zu hören bekam war unglaublich gut. Ich hatte bisher kaum was von der Band aus Deutschland gehört, umso überraschter war ich über ihren Auftritt. Leider hatten sie keinen Merch dabei, sonst hätte ich mir bestimmt eine CD zugelegt.

Alles in allem war es wieder ein sehr gutes Festival, welches ich nächstes Jahr hoffentlich wieder besuchen werde. Unten ein paar Eindrücke vom Festival, die von mir gesammelt wurden. Ich entschuldige mich für die teilweise dürftige Qualität der Fotos, da ich sie illegalerweise während der Gigs machen musste.

Caribou

The Weakerthans

Igmar Thomas & The Cypher

Alec Empire & Patrick Wolf

Hundreds

Mixtape #8: Days of Music

Ausschnitt aus Bratzes Video Dutt Royal

Party vor der Party mit Carla von Days Of Music.

1. Totally Enormous Extinct Dinosaurs – Household Goods
2. Ratatat –  Mirando

Heißer Scheiß: Caribou (Kostenloser Album Download)

Foto von Nick Helderman

Bereits 2009 begann Caribou aka. Dan Snaith mit einem neuen Nebenprojekt. Er suchte sich einen Schlagzeuger und einen Chor: Geboren war das Caribou Vibration Ensemble. Unter den mitwirkenden Gästen waren zum Beispiel Four Tet.
2010 wurde dann die erste LP veröffentlicht, die aber leider nur auf Caribous Livegigs verkauft wurde. Nun hat sich Dan Snaith dazu entschlossen die LP zum kostenfreien Download auf Soundcloud freizugeben. Keine Schlechte Sache, denn die Live LP braucht sich nicht vor den anderen Werken Caribous zu verstecken. Es wird vermehrt Wert auf Akustische Instrumente gelegt, als bei seinen regulären Veröffentlichungen, die deutlich elektronischer sind.
Sehr zu empfehlen ist auch sein Mix für den Podcast des Resident Advisor.

Caribou Vibration Ensemble Featuring Marshall Allen by Caribouband