Archiv der Kategorie: Beastie Boys

Video der Woche: Beastie Boys – Don’t Play No Game That I Can’t Win

Bei einem Video, in dem sich die Künstler selbst als Actionfiguren darstellen, könnte man zunächst Überheblichkeit vorwerfen, würde es sich nicht um die Beastie Boys handeln.

Für Don’t Play No Game That I Can´t Win drehte jedenfalls kein Geringerer als Spike Jonze, der schon frühere Musikvideos der Beastie Boys (z.B. das zu Sabotage) und Meisterwerke wie den Film Being John Malkovich produzierte, ein Actiondrama mit Blut und Leichen, Yetis und der wundervollen Santigold, die ebenfalls im Song zu hören ist.

Bei einem solchen Kurzfilm von elf Minuten und acht Sekunden rückt die Musik leider etwas in den Hintergrund, weil man doch lieber auf die Abenteuer der Helden Mike D, MCA und Ad Rock achtet, als dem wunderbar beschwingten Song zu lauschen, der doch durchaus Ohrwurm-Potenzial besitzt.

Mixtape #11: Love at second sight

Foto von Kurt Heuvens

Zuerst verbannt, dann geliebt: Manche Dinge wurden nicht gemacht um ihnen sofort zu verfallen.

1. Dredg – Ode to the Sun
2. El Guincho – Fata Morgana
3. The Mars Volta – Wax Simulacra
4. The Dead Weather – I Cut Like A Buffalo
5. Modest Mouse – Dashboard
6. Against Me! – Bamboo Bones
7. Red Hot Chili Peppers – Scar Tissue
8. DJ Shadow – Changeling
9. LCD Soundsystem – All My Friends
10. Simian Mobile Disco – Hustler
11. Beastie Boys – No Sleep ‚Til Brooklyn
12. Jay-Z – Oh My God
13. Kanye West – Monster

Review: Beastie Boys – Hot Sauce Committee Pt. 2

2011 wird es den Musikkritikern nicht leicht gemacht. Nur 2 Wochen nach dem sensationellen TV on The Radio Album steht mit dem ersten richtigen Beastie Boys Album seit 7 Jahren ein weiteres Highlight an. Lange musste auf das neue Studioalbum gewartet werden. Oft verschoben, unter anderem, weil Adam Yauch aka. MCA Krebs diagnostiziert wurde, ist es jetzt nun endlich erschienen.
Knallharte Beats, die einem mal ein Lächeln ins Gesicht zaubern, ein ander Mal zu wildem Kopfnicken einladen. Das selbe gilt auch für den Flow und die Texte, mit denen die 3 endgültig beweisen, dass sie noch nicht zum alten Eisen gezählt werden dürfen und können. Schließlich haben sie die eh schon mit ihrem neuen Studioalbum in der Tasche.
Positiv zu erwähnen sind auch die beiden Gastbeiträge. Der erste von Nas, der gewohnt solide und Flowsicher den Refrain und eine Strophe der Vorabsingle Too Many Rappers rappt. Der zweite ist von der Guten Santigold, die uns dieses Jahr hoffentlich noch mit ihrem neuen Album ein weiteres Highlight bescheren wird. Bei dem Ska-Hip Hop-Dub Bastard, Don’t Play No Game That I Can’t Win stiehlt sie den Beastie Boys fast die Show.
Egal wie man es dreht, die Beastie Boys behalten die ganze Zeit die Überhand. Schließlich ist alles aus eigener Hand entstanden. Das Video zum Opener Make Some Noise bildet die einzige Ausnahme. Für das Video konnten Seth Rogen, Elijah Wood und Danny McBride gewonnen werden, welche die drei spielen.
Hot Sauce Committee Pt. 2 ist der Blockbuster geworden, den man sich gewünscht hat. Zum Glück wird es bis zur Veröffentlichung des nächsten Albums nicht wieder 7 Jahren dauern. Die Beastie Boys kündigten den ersten Teil von Hot Sauce Committee für das späte 2011 an. Der zweite Teil vor dem Ersten? Muss man nicht verstehen.

1. Make Some Noise
2. Nonstop Disco Powerpack
3. OK
4. Too Many Rappers (featuring Nas)
5. Say It
6. The Bill Harper Collection
7. Don’t Play No Game That I Can’t Win“ (featuring Santigold)
8. Long Burn the Fire
9. Funky Donkey
10. The Larry Routine
11. Tadlock’s Glasses
12. Lee Majors Come Again
13. Multilateral Nuclear Disarmament
14. Here’s a Little Something for Ya
15. Crazy Ass Shit
16. The Lisa Lisa/Full Force Routine

Zolin sagt: 8 von 10

Top 10: Todd M. Simon

Todd M. Simon aus dem sonnigen Kalifornien ist so etwas, wie ein Tausendsassa unter den Trompetern. Sein Katalog an mitgewirkten Produktionen beinhaltet nicht nur Jazz, sondern auch Aufnahmen für TV On The Radio, Flying Lotus, Doom, Mayer Hawthorne, Lily Allen, Eels und N.A.S.A. Bei Zolin sagt präsentiert er seine 10 Lieblingsalben – aber in keiner richtigen Reihenfolge. „These are all equally my favorite. They are all #1!“

Foto von Farahstop

Dom Um Romão – Dom Um

Das Highlight meiner Jazz Sammlung. Dom Um Romãos instrumentales Meisterwerk überzeugt durch seine makellosen brasilianischen Drums. Schöne Samba Grooves und eine wunderbare Bläserinstrumentierung klingen hier in brasilianischen Klassikern. Das Album wird nie alt.
 

Stereolab – Dots and Loops

Ich war schon immer ein großer Fan von Stereolab, doch Dots and Loops ist ihre beste Veröffentlichung. Das Album hat meine Sichtweise geändert, wie ich Bläser arrangieren und spielen kann. Grade wenn man sich an den Sound gewöhnt hat, ändert er sich wieder komplett. Das fasziniert mich.

Hugh Masekela – Masekela
Wann immer ich gefragt werde, wer mein Lieblingstrompeter ist, erwarten die Leute normalerweise, dass ich Miles Davis oder Freddie Hubbard sage. Aber es ist Hugh Masekela! Er war eine große Inspiration für mein Trompetenspiel. Seine selbstbetitelte LP erschien auf Berry Gordys Label UNI und ist eins der besten Instrumentalen Alben aller Zeiten. Bemerkenswert ist wie Masekela zu seinem eingenen Trompeten Spiel ein Flügelhorn Overdub macht, was sich zusammengenommen wie ein musikalischer Dialog zwischen Trompete und Flügelhorn anhört.


Beastie Boys – Paul’s Boutique

Wenn ich in meiner Kindheit nicht die Beastie Boys gehört hätte, wäre sie wahrscheinlich nur halb so spannend gewesen. Alle Alben von ihnen sind großartig, aber Paul’s Boutique ist ein Kunstwerk. Die Produktion der Dust Brothers gepaart mit dem Flow der Beastie Boys über funky Samples hat mich zu einem Cratedigger während meiner Teenager Zeit gemacht. Durch dieses Album kam ich dann zu Interpreten wie Curtis Mayfield, Gene Harris und Derrick Harriot (nur um wenige zu nennen).

Charles Mingus – Black Saint Sinner and the Lady

Wenn ich eine Top 100 meiner lieblings Jazz LPs zusammenstellen würde, wäre mit Sicherheit eine Menge von Charles Mingus (besonders die mit Eric Dolphy und Johnny Coles, mit denen er 1964 zusammen spielte) dabei. Black Saint Sinner and the Lady wurde von den Gedichten des Harlem Renaissance-Autoren Langston Hughes inspiriert. Diese Musik ist heavy und dunkel! Ich versuche schon mein Leben lang herauszufinden, wie Mingus die Bläser dieses Albums arrangiert hat. Verrückte Loops, Bläser Solos und ein Drumsolo von Dannie Richmond, das sich anhört, als würde er sein Schlagzeug nehmen und es die Treppe herunter werfen. Man sollte nicht versuchen Black Saint Sinner and the Lady zum einschlafen zu hören.

Issac Hayes – Tough Guys Soundtrack

Ich habe eine Schwäche für 1970er Blaxploitation Soundtracks wie Coffy, Superfly, Black Caesar und The Mack. Aber Issac Hayes Soundtrack zu Tough Guys ist mein Liebster. Die großen, funky, lockeren, fast psychedelischen Arrangements bringen deine Ohren dahin, wo sie bisher noch nie waren. Der Film ist nicht so gut, aber der Soundtrack ist eins meiner liebsten Werke. Immer wenn ich Inspiration brauche, höre ich mir nochmal meine LP an.

Yesterday’s New Quintet – AnglesWithoutEdges

Ich traf Otis Jackson, Jr. in den 1990er, lange bevor ich wusste, dass er Madlib oder Quasimoto ist. Als mir dann klar wurde, dass er der beste Produzent aus Kalifornien ist, stand mir der Mund offen. Er produziert so viele gute Dinge, dass es mir unglaublich schwer fällt, nur ein Album aus seinem unglaublichen Oeuvre auszuwählen.
Dieses Album hat mich total umgehauen und tut es immer noch: AnglesWithoutEdges. Es ist rein instrumental, mit einem Schwerpunkt auf Jazz. Ein Kunstwerk! Madlib spielt alle Instrumente und Samples selber und beweißt damit, dass er das beste one-man Jazz Ensemble ist, das es je gab.


James Brown – The Popcorn

James Browns In The Middle auf The Popcorn war damals einer unserer Lieblingssongs bei Breakestra (Simons Funk Projekt mit Miles Tacket anm. d. Red.). Alles an dieser LP ist legendär. Tolle Grooves, die perfekten Jazz/Funk Hörner, Browns abgefahrene Stimme und die besten Drum-Breaks, die je auf Vinyl gepresst wurden. Das macht Perfektion aus.

Miles Davis – Miles Ahead

Miles Davis mit Gil Evans. Muss man dazu noch mehr sagen? Dadurch, dass Miles Davis auf einigen wenigen Songs das Flügelhorn spielt, entsteht einer der besten Klänge, die es je gab. Immer wenn ich vorsichtig spiele, versuche ich es so zu tun, wie es Miles auf Miles Ahead tat. Blues For Pablo ist die anspruchsvollste Cool Jazz Komposition überhaupt.

Mulatu Astatke and Fekade Amde Maskal – Ethio Jazz

Ich komme bei der Liste meiner Lieblingsalben nicht ohne Nennung von Mulatu Astatke aus. Der Ethio- (oder Ethiopiques-) Sound hat mich während meiner College Jahre sehr geprägt und tut es immer noch. Astatkes Produktion, Komposition und Arrangements haben mein Leben verändert. Er fand einen Weg, Latin-Jazz-Funk mit melismatischen fast Arabisch (eigentlich Amharisch) Tonarten zu mischen. Meine eigentliche Absicht in der Musik war es, Kulturen zu mischen die notwendigerweise niemals vermischt werden, was in einer Form musikalischer, sowie sozialer Harmonie resultiert. Mulatu ist diesbezüglich ein Meister!