Archiv der Kategorie: ASAP Rocky

Die besten Alben des Jahres 2013: 30-21

Nach den ganzen Aufwärmkategorien kommen wir nun zu dem Ranking, auf das alle gewartet haben: Die besten Alben des Jahres. Damit’s trotzdem noch spannend bleibt – das Jahr ist schließlich noch nicht zu Ende – werden die Top 30 in einer großen Trilogie zusammengefasst. Teil Eins mit den besten Alben des Jahres, Platz 30 bis 21 kommt nun, die Fortsetzungen in den nächsten Wochen.

30. Youth Lagoon – Wondrous Bughouse

Auch Zwei Jahre nach dem großen Chillwave-Hype veröffentlichen die damaligen Protagonisten immernoch neue und wohlgemerkt bessere Alben. Zum einen Washed Out, dessen zweites Album Paracosm um einiges stärker als sein Debüt ist. Doch Trevor Powers, besser bekannt als Youth Lagoon setzte mit seinem Zweitling Wondrous Bughouse noch einen drauf. Es ist verwaschen, kunterbunt und strahlt dabei eine gewisse Wärme aus – genau wie auch das Artwork – und erinnert angenehm an Deerhunter.

29. Darkside – Psychic

Was Nicholas Jaar und Dave Harrington dieses Jahr als Darkside gelungen ist, mag manch einer aufgrund des hin und wieder fast unbemerkbar vorbeifliegenden Charakters von Psychic gar nicht recht glauben. Überragende, ja euphorische Kritiken, die nicht mehr aus dem Beweihräuchern des dunklen, atmosphärisch stimmigen House-Bastards mit Blues-Tendenzen rauskamen. Zu Recht, wie man bemerken muss, haben die beiden Tour-Partner doch über die Jahre einen so eigenständigen, markanten und schnittigen Sound entwickelt. Dieser entfaltet sich sowohl daheim bei gedimmtem Kerzenlicht als auch live in grelles Stroboskoplicht getaucht wunderbar. Der subtile, aber doch gravierende Einfluss, den Harringtons hallende E-Gitarre auf Jaars Handschrift ausübt hat etwas ungemein Sinnliches, ja beinahe Erotisches an sich.

28. David Lemaitre – Latitude

„Schönheit zu entdecken, macht einen in gewisser Weise auch immer traurig.“ Treffender hätte der gebürtige Bolivianer David Lemaitre den Kern seines Debüts kaum in Worte fassen können. Denn meint man im ersten Moment noch, mit Latitude ein geschmeidiges Pop-Album gefunden zu haben, wiegt man sich schon im nächsten Moment in Schwermut und Sehnsucht. Ein Auf und Ab, was aber keinesfalls launischen Wesens auf den Magen schlägt, sondern eher wohl dosiert zum Lächeln regt. Seien es die luftig lieblichen Melodien oder die teils subtilen, sprachlichen Bilder, mit denen er seine Texte polstert; Latitude ist ein wunderbares Debüt, das mit viel Liebe zum Detail und einem gewissen Grad an Absurdität schnellem Verschleiß vorbeugt. Nächstes Jahr hoffentlich mehr!

27. Bonobo – The North Borders

Was soll man zu Bonobo noch großartig schreiben? Der Mann mit dem bürgerlichen Namen Simon Green scheint es einfach rauszuhaben. Seit mehr als 13 Jahren veröffentlicht er nun schon Alben – hat sich bis jetzt aber noch keinen einzigen Fehltritt erlaubt. Sein mittlerweile schon fünftes Studioalbum The North Borders bildet da keine Ausnahme. Green öffnet seinen Sound weiter für elektronische Einflüsse, sodass Assoziationen zu Four Tet oder Machinedrum zustande kommen. Dies geht aber nicht auf Lasten seines ganz speziellen Downtempo Sounds, der stehts erhalten bleibt.

26. Tocotronic – Wie Wir Leben Wollen

Wir sind hier nicht in Hamburg, Dirk – das könnten Mc Phail, Müller und Zank angesichts von Lowtzows Umzug nach Berlin scherzen. Dort nahm die Band, auf die Verlass ist, erneut mit Moses Schneider, ihr zehntes Gebot auf. Große Harmonien, ohne Pathos und selig ohrwurmend, begleitet von einem Dreischritt Musikvideos, der gekonnt Einzelschicksale von Außenseitern inszenierte. Fern von Schrammelei rollt der Zug geschmeidiger denn je. Wer hätte das angesichts der frühen Tage gedacht? Sie selbst vermutlich am Wenigsten.

25. Grouper – The Man Who Died in His Boat

Fernab vom Fokus des Geschehens erspähte die U.S. Amerikanerin Liz Harris alias Grouper einst die kleine aber ungemein feine Nische zwischen Folk und Ambient, einer überaus ätherischen und traumverlorenen Klanggegend. Von scheinbar dunklen Sehnsüchten geplagt bediente sie sich dieses Jahr der unverbrauchten Überbleibsel ihrer mittlerweile fünfjährigen Platte Dragging A Dead Deer Up A Hill und überarbeitete sie zu ihrem nun schon achten Album, The Man Who Died In His Boat. Und wieder stellt Grouper damit unter Beweis, wie wertvoll bis auf’s Minimum reduzierte Musik werden kann, schenkt man ihr erst einmal das richtige Maß an Intensität und Organik. The Man Who Died In His Boat treibt unbestimmt vor sich hin, folgt keinerlei Regeln, scheint die Monotonie zu zelebrieren. und doch trifft es unseren wundesten Punkt.

24. Mutual Benefit – Love’s Crushing Diamond

So schnell kann es gehen. Kurz zuvor war Jordan Lee als Mutual Benefit noch mit den paar (großartigen) EPs, die er veröffentlichte, nur Auserwählten bekannt, doch als er endlich sein Album Debüt Love’s Crushing Diamond veröffentlichte, brachen alle Dämme. Pitchfork berichtet nahezu dauerhaft über den 25 Jährigen und sein aktuelles Video zu Advanced Falconry feierte Premiere bei dem Blog der New York Times. Wenn ein diesjähriger Musiker all den Trubel verdient hat, dann wohl er. Die Songs seines Debüt berühren das Herz und zeigen in Zeiten von Plastikfolk Künstlern wie Mumfords & Sons oder Ed Sheeran, wie schön moderner Folk noch sein kann.

23. PVT – Homosapien

Ich und du, wir sind beide Homosapien. One of Australia’s finest PVT (ehemals Pivot) zaubern den in diesem Jahr besten Experimentalrock mit starker 80s Schlagseite und magischen Gesangslinien und knüpfen an Church With No Magic an, ohne sich zu wiederholen. Wenn ein Lied, in diesem Fall Casual Success, an ein lange nicht mehr, ja vielleicht sogar niemals Gehörtes erinnert, ohne es konkret benennen zu können und doch eine intime Vertrautheit herstellt, zeigt der Zeiger deutlich in Richtung Klassiker. Respekt auch für Winston Chmielinskis supersoßiges Artwork. Nächstes Jahr dann bitte Weltruhm, ja? Oder wie viele Hymnen wie Vertigo müssen noch folgen?

22. A$AP Rocky – LongLiveA$AP

A$AP Rocky war vor seinem Major Debüt LongLiveA$AP in der Bringschuld. Sowohl Kendrick Lamar als auch Frank Ocean oder SpaceGhostPurrp hatten alle bereits den Sprung zu einem größeren Label mit einem großartigen Album gemeistert. Diesem elitären Club kann wohl nun auch A$AP Rocky beitreten. LongLiveA$AP überzeugt nahezu auf allen Ebenen. Zum einen brilliert A$AP Rocky mit seinem smoothen Flow, zum anderen wurde bei der Produktion gute Arbeit geleistet. Sowohl A$AP Rockys Stammproduzent Clams Casino als auch Danger Mouse, Hit-Boy oder Jim Jonsin liefern ein Brett nach dem nächsten. Selbst die anfangs gefürchtete Kollabo mit Skrillex ist im Endeffekt eine sehr gelungene Rap-Single geworden.

21. Tim Hecker – Virgins

Der wohl einzigartigste und gleichzeitig wahrscheinlich einflussreichste Ambient-Musiker der Moderne bewiest dieses Jahr einmal mehr, dass er sein Handwerk nicht nur gemeistert, sondern auch immer weiter entwickelt hat. Virgins fügte sich nahtlos und mit einigen beeindruckenden instrumentalen Neuerungen in das monumentale Gesamtwerk Heckers ein. Der kanadische Querkopf trumpft auf etlichen Portalen und Ranglisten immer wieder weit oben auf, manchmal trotz und manchmal gerade wegen seiner unvergleichlichen Klangwelt, die so seltsam ungreifbar scheint. Ätherische, industrielle und akustische Zauber finden sich auf Virgins zu einem ergreifenden Ensemble der hypnotischen Überwältigung zusammen.

Review: A$AP Rocky – LongLiveA$AP

2011 haben die Debut Mixtapes von Kendrick Lamar, Frank Ocean und A$AP Rocky die HipHop Szene auf den Kopf gestellt. Letztes Jahr folgten dann deren übermäßig-und zurecht gefeierten Major Debuts. Alle bis auf A$AP Rocky, der mit seinem Mixtape LiveLoveA$AP im Vergleich zu Kendrick Lamar und Frank Ocean noch am meisten polarisierte. Komisch also, dass sein Major Debut LongLiveA$AP so lange auf sich warten ließ. Jetzt ist es endlich da, aber konnten die schier grenzenlosen Erwartungen auch erfüllt werden und steht es auf einer Stufe mit Channel Orange oder good kid, m.A.A.d city?

Der Gästeliste nach ist LongLiveA$AP jedenfalls jetzt schon ein Klassiker. Auf 1 Train versammeln sich alle momentanen Pitchfork-Lieblingsrapper, auf F*ckin‘ Problem die gehobenere Riege der MCs. Zwei verdammt krasse Tracks, bei denen A$AP Rocky jedoch klar in den Hintergrund rutscht und sich von Yelawolf, Action Bronson, Danny Brown und Kendrick Lamar die Butter vom Brot klauen lässt. Von letzteren sogar bei beiden Tracks. Zwischen den beiden Tracks gibt’s dann noch eine Kollaboration mit Skrillex. Jap, richtig gelesen. So schlimm, wie man sich den gemeinsamen Track Wild For The Night jetzt vielleicht vorstellen mag, ist er aber dann doch nicht. Zwar herrscht ein erhöhtes Nerv-Niveau, nichtsdestotrotz ist der Track durchaus genießbar und geht so auch definitiv klar.

Außerdem sind auf LongLiveA$AP ja auch noch andere Produzenten dabei, die sich schon öfters bewehrt haben, so wie beispielsweise Clams Casino, der A$AP Rockys Mixtape Debut erst wirklich hörenswert gemacht hat und auch bei den direkt aufeinanderfolgenden Tracks LVL und Hell gute Arbeit leistet. Außer Konkurrenz steht hingegen Phoenix, welches von dem großartigen Danger Mouse produziert wurde, der besser als die produzierende Hälfte von Gnarls Barkley bekannt ist. Phoenix ist mit Sicherheit der dopeste Track, den A$AP Rocky in seiner bisherigen Karriere abgeliefert hat.

Inhaltlich bleibt A$AP Rocky whack. Das ist zwar nicht mehr ganz so schlimm, wie auf seinem Mixtape LiveLoveA$AP, sodass nicht mehr jede zweite Line „I be that pretty muthafucker“ lautet, es ist aber noch weit entfernt von der lyrischen Klasse eines Kendrick Lamar oder Frank Ocean. Das ist es dann auch letzendlich, was den Untschied zwischen den beiden Parteien ausmacht. Ohne Frage LongLiveA$AP ist ein nettes und auch tolles Rap Album, aber auf keinen Fall ein unvergesslicher Klassiker.

1. Long Live A$AP (produced by Jim Jonsin and Rico Love)
2. Goldie (produced by Hit-Boy)
3. PMW (All I Really Need) [ft. Schoolboy Q] (produced by T-Minus)
4. LVL (produced by Clams Casino)
5. Hell [ft. Santigold] (produced by Clams Casino)
6. Pain [ft. OverDoz] (produced by Soufien 3000)
7. Fuckin’ Problems [ft. Drake, 2 Chainz & Kendrick Lamar] (produced by Noah “40 Shebib) and C. Papi)
8. Wild for the Night [ft. Skrillex] (produced by Birdy Nam Nam and Skrillex, remixed by Skrillex and Lord Flacko)
9. 1Train [ft. Kendrick Lamar, Joey Bada$$, Yelawolf, Danny Brown, Action Bronson & Big K.R.I.T.] (produced by Hit-Boy)
10. Fashion Killa (produced by Hector Delgado, Friendzone and Lord Flacko)
11. Phoenix (produced by Danger Mouse)
12. Suddenly (produced by Lord Flacko, Hector Delgado and A$AP Ty Beats)

Zolin sagt: 7 von 10

Video der Woche: Lana Del Rey – National Anthem

In jüngster Zeit war es nahezu unmöglich den Hype um die aufstrebende Diva Lana Del Rey nicht zu bemerken. Die Veröffentlichung des ersten Albums lies manche den Glauben an Elizabeth Grant, wie die Amerikanerin wirklich heißt, verlieren. Für jene ist Lana eben eher eine Kreation, als ein Mensch, aber selbst das muss im Show-Business ja kein Nachteil sein.

Gerade zum neuen Video zu National Anthem bietet es sich an, darüber nachzudenken. Wenn man zum ersten Mal die Szenen mit der Sängerin in der Rolle Jackie Kennedys und ihrem Geliebten, keinem Geringeren, als den Rapper A$AP Rocky, in der Rolle des Präsidenten John F. Kennedy sieht, weiß man echt nicht so recht, was man denken soll. Als glückliches Ehepaar treten die beiden auf, aber auch die tragische Ermordung des Präsidenten kommt vor.

Sehr professionell und mit viel Liebe zum Detail ist das Video gedreht worden, doch fragt man sich am Ende, erstmal ob das da eine skurrile Parodie oder eine Homage, ganz im Sinne Del Reys nostalgisch-träumerischem Patriotismus, darstellt. Bei aller Retroästhetik ist das Video halt doch ausgesprochen modern, wie auch Del Reys Musik. Diese Kombination macht das Video sehr sehenswert und die Wahl A$AP Rockys für den Präsidenten ist daher, auch abgesehen von der jüngsten Kooperation beim Song Ridin‘, mehr als nachvollziehbar.

Mixtape #27: Your Father Will Love This

sure he does

1. Beirut – Santa Fe
2. Mice Parade – Galileo
3. Adolar – Die Ekelhaften Pläne
4. White Denim – Street Joy
5. Four Tet – Plastic People
6. ASAP Rocky – Trilla (Feat. ASAP Twelvy & ASAP Nast)
7. Teams vs. Star Slinger – Close To Me
8. DJ Shadow & Little Dragon – Scale It Back
9. Monsters Of Folk – Dear God (sincerely M.O.F.)
10. Mister Heavenly – Bronx Sniper
11. Eric Dolphy – Gazzelloni