Schlagwort-Archiv: Trip Hop

Review: Archy Marshall – A New Place 2 Drown

Archy Marshall

Stille Wasser sind die tiefsten, und wenn Archy Marshall von einem Ort zum Ertrinken spricht, so dürften sich einige Herzen schon voller Vorfreude in Badestimmung versetzt haben. Mit einer kläffenden Bariton-Stimme, die in jeder Zeile unter der Schwere des Gesprochenen fast wegzubrechen scheint, versorgte der junge Brite uns bisher schließlich zuverlässig mit Einsichten in seine verworrene bis verzweifelte Gedankenwelt – sei es als Zoo Kid oder als King Krule, der Speerspitze seiner Armada aus Künstlernamen. Letzteres Alter Ego bestach vor allem durch seine simple band-artige Instrumentierung auf dem Feuilleton-Liebling 6 Feet beneath the Moon, das sich dem gegenwärtigen Beatmaker-Trend nicht vollständig verschloss, sondern Ansätze davon gekonnt in sein jazziges Songwriting einarbeitete; nun scheint die Faszination für Hip Hop-Beatkonstrukte die Oberhand gewonnen zu haben.

Review: Archy Marshall – A New Place 2 Drown weiterlesen

Review: Monophona – Black on Black

Monophona - Black on Black

Sagt das Herkunftsland einer Band viel über ihr Klangbild aus, oder liegt hinter dieser Theorie das Verlangen danach, etwas so grenzenloses wie Musik in den Rastern der Nationalgrenzen vereinfacht beschreiben zu können? Bei manchen Ländern fällt die Antwort auf diese Frage recht leicht, während sie bei anderen wie zum Beispiel Luxemburg umso komplizierter wird; schließlich scheint es es keine markant luxemburgische Volksmusik zu geben, und falls doch, so hat sie sich bisher nicht signifikant über ihre Landesgrenzen hinausbewegt – dieser Erklärungsansatz fällt also schwach aus. Wenn es nach Monophona ginge, müsste man den Fokus wahrscheinlich eher auf die Gemeinsamkeiten statt auf die Grenzen richten. Genauso, wie ihr besagtes Heimatland durch seine interessante Positionierung auf der Weltkarte zu einem Mekka der Mehrsprachigkeit wurde, so ist es der jeweilige musikalische Background der zwei Bandmitglieder, der das einnehmend tiefe Klangbild auf ihrem zweiten Album, Black on Black, bestimmt. Es sind sowohl die Einflüsse des Folks auf die stimmliche und instrumentale Darbietung als auch die ausgetüftelten Klangwelten des ehemaligen Drum’n’Bass-Produzenten Chook, die diese Tracks mit der Stärke elektronischer Musik und der Verletzlichkeit der akustischen segnen.

Review: Monophona – Black on Black weiterlesen