Schlagwort-Archiv: Rock

Video der Woche: Royal Blood – Out of The Black

Grundsätzlich ist es ja gar nicht so unwahrscheinlich, dass Jungle, wenn sie mal ein neues Video veröffentlichen, das beste der Woche stellen. Zumindest in einer normalen. Ihr neues Video zu Julia ist wieder ziemlich geil, weil es genauso wie die Vorgängervideos auch mit einem ziemlich perfekt choreografierten Tanz  aufwartet, doch gegen die Landsleute von Royal Blood kommt es einfach nicht an. Ok, zugegebenermaßen ist der Song Out Of The Black (übrigens genauso wie ihr letztes Jahr erschienenes Debüt)  nicht besonders originell. Doch immerhin macht er durch seine Überdrehtheit Spaß – eine perfekte Grundlage für ein ebenso überdrehtes Video.

Und das liefern Royal Blood in Zusammenarbeit mit den Regisseuren David Wilson & Christy Karacas sowohl gezeichnet als auch in Live-Action. Wobei Action an dieser Stelle nochmals unterstrichen werden muss. Dabei fängt doch alles mehr oder weniger ruhig an: Eine gestresste Frau möchte in einer Tankstelle Zigaretten kaufen und der Kassierer wirkt leicht überfordert, lässt die Zigaretten fallen und hat dabei Glück im Unglück. Denn die Tankstelle wird von Aliens in Ganzkörperkostümen ausgeplündert. Sowohl Polizei als auch die Men in Black sind machtlos und schließlich muss es doch der Kassierer in die Hand nehmen, die Welt zu retten. Den Schokoriegel danach hat er sich in jedem Fall verdient und man möchte auch allen anderen Beteiligten am liebsten eine Belohnung für solch ein gelungenes Video in die Hand drücken.

Review: Subterranean Masquerade – The Great Bazaar

Subterranean Masquerade - The Great Bazaar

Wenn man in den Weiten des Progressive Metal umherirrt, stößt man sich an diesen Momenten, in denen die Verkopftheit des Ganzen einem den Genuss verdirbt. Folglich sehnt man sich nach etwas mehr Bodenständigkeit und Greifbarkeit der Musik, am besten ohne dabei die komplexeren Ideen gänzlich von Bord zu werfen. Wer an diesem Dilemma leidet, könnte sein Heil in der jüngst wiederauferstandenen Band Subterranean Masquerade finden. 10 Jahre nach dem Debüt-Album Suspended Animation Dreams hat Mastermind Tomer Pink nämlich wieder ein sympathisch-multikulturelles Prog. Metal Ensemble aufgestellt, um das neue Werk The Great Bazaar ins Leben zu rufen.

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Review: Zun Zun Egui – Shackle’s Gift

Zun Zun Egui – Shackle’s Gift

Am Anfang war das Wort, dann kam die Sprachlosigkeit. Allein die ersten Sekunden von Shackle’s Gift, in denen eine Zuckerplantagenarbeiterin auf einer nicht geläufigen Kreolsprache über ihre Arbeit erzählt, sind gleichzeitig auch die letzten, in denen man noch zu verstehen vermag, was da gerade mit den eigenen Synapsen geschieht. Dann ganz plötzlich, ohne Vorwarnung; Wellen aus Groove, die sich in den Strand der eigenen Erinnerung fressen und die Fußspuren verwischen, die Zun Zun Egui vor vier Jahren mit ihrer kunterbunten Debüt-LP Katang hinterlassen hatten. Zugegebenermaßen lässt sich die Verwunderung über das Gebotene zurückhalten, wenn man sich der Bedeutung hinter dem Terminus Zun Zun Egui bewusst ist – nicht zufällig bedeutet der Begriff, den sich das multinationale Prog-Quintett aus Bristol als Name ausgesucht hat, auf Japanisch in etwa „immer weiter komisch“.

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Review: Pink Floyd – The Endless River

Pink Floyd - The Endless River

Wer letztes Jahr in Erwartung von Black Sabbaths 13 schon vor dem Dilemma stand, sich einerseits auf das letzte Werk einer großen Band zu freuen und andererseits Angst vor der möglichen großen Ernüchterung zu haben, der wird vor dem ersten Trip durch Pink Floyds Endless River erst recht geistig angespannt sein. Beim Blick auf das Floyd-untypische Cover Artwork und die aus vielen sehr kurzen Songs bestehende Tracklist wird die Lage auch nicht besser. Letzten Endes kann der Musikliebhaber trotz allem nicht anders, als den genialen Schöpfern von The Dark Side of the Moon sowie genug anderen Meilensteinen der jüngeren Musikgeschichte zu vertrauen und den Nörgler Ansatz, man habe lediglich alte Songschnipsel recycelt und in ein neues Album forciert, skeptisch gegenüberzustehen.

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Review: …And You Will Know Us By The Trail Of Dead – IX

… And You Will Know Us By The Trail Of Dead ix

Die erfolgreichste Alternative-Band mit zehn Wörtern in ihrem Namen, im folgenden Trail of Dead abgekürzt, sind das Progrock-Äquivalent zu Weezer: Komplexe Rhythmen und eruptionsartige Gitarrenarbeit treffen auf einen euphorischen Sound und ein Gespür für Melodien in Songs, die sich auch in die Playlist des örtlichen College-Rock-Senders schmuggeln ließen. Musik, um sich auf der nächsten Hausparty mit Interessierten ins Hinterzimmer zurückzuziehen und sich als Connaisseur geschmackvollen Indierocks zu outen, während sich im Wohnzimmer die Boys und Girls zu Say It Ain’t So leicht biertrunken in die Arme fallen. Gleichzeitig Kunststudenten und waschechte Rock ’n‘ Roller mit intensiven Liveshows samt Zerstörung des Bühnenequipments schafft die Band es, einen interessanten Mittelweg zwischen zugänglicher Rockmusik und originellen Songstrukturen zu bieten. Oftmals opulent mit Streicher- und Klavierarrangements ausgestaltet verfielen sie in der Vergangenheit dennoch nie proggiger Prätenziösität. In ihrem neuesten Release IX, benannt nach einem Planeten aus Frank Herberts Dune-Zyklus und auch neuntes Album der Gruppe, verfolgen sie diesen Weg konsequent weiter.

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