Schlagwort-Archiv: Progressive

Review: Subterranean Masquerade – The Great Bazaar

Subterranean Masquerade - The Great Bazaar

Wenn man in den Weiten des Progressive Metal umherirrt, stößt man sich an diesen Momenten, in denen die Verkopftheit des Ganzen einem den Genuss verdirbt. Folglich sehnt man sich nach etwas mehr Bodenständigkeit und Greifbarkeit der Musik, am besten ohne dabei die komplexeren Ideen gänzlich von Bord zu werfen. Wer an diesem Dilemma leidet, könnte sein Heil in der jüngst wiederauferstandenen Band Subterranean Masquerade finden. 10 Jahre nach dem Debüt-Album Suspended Animation Dreams hat Mastermind Tomer Pink nämlich wieder ein sympathisch-multikulturelles Prog. Metal Ensemble aufgestellt, um das neue Werk The Great Bazaar ins Leben zu rufen.

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Review: Zun Zun Egui – Shackle’s Gift

Zun Zun Egui – Shackle’s Gift

Am Anfang war das Wort, dann kam die Sprachlosigkeit. Allein die ersten Sekunden von Shackle’s Gift, in denen eine Zuckerplantagenarbeiterin auf einer nicht geläufigen Kreolsprache über ihre Arbeit erzählt, sind gleichzeitig auch die letzten, in denen man noch zu verstehen vermag, was da gerade mit den eigenen Synapsen geschieht. Dann ganz plötzlich, ohne Vorwarnung; Wellen aus Groove, die sich in den Strand der eigenen Erinnerung fressen und die Fußspuren verwischen, die Zun Zun Egui vor vier Jahren mit ihrer kunterbunten Debüt-LP Katang hinterlassen hatten. Zugegebenermaßen lässt sich die Verwunderung über das Gebotene zurückhalten, wenn man sich der Bedeutung hinter dem Terminus Zun Zun Egui bewusst ist – nicht zufällig bedeutet der Begriff, den sich das multinationale Prog-Quintett aus Bristol als Name ausgesucht hat, auf Japanisch in etwa „immer weiter komisch“.

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Review: Ne Obliviscaris – Citadel

Obliviscaris - Citadel

Wenn man erst einmal die CD einer Metal Band in den Händen hält, die in der Lage ist, klassische Instrumente wie Violine und Klavier in ihren Sound zu integrieren, ohne lächerlich Kitsch überladen zu klingen, sollte man sie fest bei sich halten und nicht so schnell wieder loslassen. Bei dem neuen Album der australischen Progressive Metal Formation Ne Obliviscaris, Citadel, handelt es sich um so eine Rarität, folglich verdient es automatisch Aufmerksamkeit. Nicht zuletzt auch auf Grund des sehr starken LP Debüts Portal of I, welches 2012 nach langer, aufwendiger Produktion erschien. Citadel hat „nur“ zwei Jahre benötigt und kommt dennoch mit dem Anspruch daher, das Debüt zu toppen.

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Review: Pink Floyd – The Endless River

Pink Floyd - The Endless River

Wer letztes Jahr in Erwartung von Black Sabbaths 13 schon vor dem Dilemma stand, sich einerseits auf das letzte Werk einer großen Band zu freuen und andererseits Angst vor der möglichen großen Ernüchterung zu haben, der wird vor dem ersten Trip durch Pink Floyds Endless River erst recht geistig angespannt sein. Beim Blick auf das Floyd-untypische Cover Artwork und die aus vielen sehr kurzen Songs bestehende Tracklist wird die Lage auch nicht besser. Letzten Endes kann der Musikliebhaber trotz allem nicht anders, als den genialen Schöpfern von The Dark Side of the Moon sowie genug anderen Meilensteinen der jüngeren Musikgeschichte zu vertrauen und den Nörgler Ansatz, man habe lediglich alte Songschnipsel recycelt und in ein neues Album forciert, skeptisch gegenüberzustehen.

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Review: …And You Will Know Us By The Trail Of Dead – IX

… And You Will Know Us By The Trail Of Dead ix

Die erfolgreichste Alternative-Band mit zehn Wörtern in ihrem Namen, im folgenden Trail of Dead abgekürzt, sind das Progrock-Äquivalent zu Weezer: Komplexe Rhythmen und eruptionsartige Gitarrenarbeit treffen auf einen euphorischen Sound und ein Gespür für Melodien in Songs, die sich auch in die Playlist des örtlichen College-Rock-Senders schmuggeln ließen. Musik, um sich auf der nächsten Hausparty mit Interessierten ins Hinterzimmer zurückzuziehen und sich als Connaisseur geschmackvollen Indierocks zu outen, während sich im Wohnzimmer die Boys und Girls zu Say It Ain’t So leicht biertrunken in die Arme fallen. Gleichzeitig Kunststudenten und waschechte Rock ’n‘ Roller mit intensiven Liveshows samt Zerstörung des Bühnenequipments schafft die Band es, einen interessanten Mittelweg zwischen zugänglicher Rockmusik und originellen Songstrukturen zu bieten. Oftmals opulent mit Streicher- und Klavierarrangements ausgestaltet verfielen sie in der Vergangenheit dennoch nie proggiger Prätenziösität. In ihrem neuesten Release IX, benannt nach einem Planeten aus Frank Herberts Dune-Zyklus und auch neuntes Album der Gruppe, verfolgen sie diesen Weg konsequent weiter.

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