Schlagwort-Archiv: Progressive

Review: Baroness – Purple

Baroness - Purple

Drei Jahre nach dem groß angelegten Doppelalbum Yellow & Green geht es auf Baroness Farbpalette in Form von Purple weiter, einem herkömmlichen Einzelwerk. In der Zwischenzeit erlitt die Band einen erheblichen persönlichen Rückschlag. Mit dem Auto stürzten sie von einer Brücke, wobei alle Beteiligten schwer verletzt wurden, zwei der Bandmitglieder spalteten sich in der Folge ab. John Baizley, der Kopf von Baroness, gab allerdings nicht auf, er formierte die Band neu und leitete alles für dieses neue Album in die Wege. Ob es die alte Spritzigkeit musikalisch beibehält, ist nun zu klären.

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Review: Mutoid Man – Bleeder

Mutoid Man - Bleeder

Bei all den Metal-Alben der letzten Jahren, die sich teils so bitter ernst nehmen oder in allgemeine Negativität versinken, wünscht man sich als ein Exemplar, welches ohne den allzu großen Anspruch einfach nur dick abrocken will. In dieser Hinsicht war die EP Helium Head des noch frischen, unverbrauchten Projekts von Stephen Brodsky, Mutoid Man, ein großer Hoffnungsschimmer. Brodsky kennt der ein oder andere eventuell aus den Zeiten der recht innovativen Hardcore Band Cave Inn, bei Mutoid Man ist jedoch keine Zeit für prog-artige 14-Minuten Tracks, sondern da wird sich richtig ausgelassen, auf musikalisch ansprechende wie unterhaltsame Weise wohlgemerkt. Mit einem entsprechend guten Gefühl geht man da an Bleeder, das LP-Debüt, ran.

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Review: Leprous – The Congregation

Leprous - The Congregation

Wenn doch nur alle Progressive Metal Größen eine Arbeitsethik wie Leprous hätten. Seit dem Debüt-Album Tall Poppy Syndrome 2009 hat die norwegische Wundertruppe punktgenau alle zwei Jahren ein Album herausgebracht. Vom Debüt über das gefeierte Monument Bilateral bis hin zum reiferen, aber leicht weniger aufsehenerregenden Coal handelt es sich dabei um eine kontinuierlich aufwärtssteigende musikalische Entwicklungsgeschichte, sodass man Leprous zweifelsohne als eine Größe in allem was Progressive oder Avant-Garde Metal ist präsentieren kann. Für das aktuelle Werk The Congregation ist es also eine Ehrensache, die Messlatte oben zu halten oder gar mit weiterer Experimentierfreude noch zu steigern.

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Review: Enslaved – In Times

Enslaved - In Times

Enslaved sind seit jeher der lebendige Beweis dafür, dass im Black Metal Progression und „Trueness“ in Wirklichkeit streng miteinander verbunden sind. Progression meint in diesem Falle nicht nur den bloßen Progressive-Faktor in der Musik, sondern vor allem die Schaffung einer ausgeprägten eigenen Identität, die von Szenetrends abweicht. So war Enslaved tatsächlich auch verbunden mit dem inneren Zirkel des ursprünglichen „True Norwegian Black Metal“, also des nordisch-satanischen Metals von Euronymous & Co – Vikingligr Veldi, Enslaveds Klassiker schlechthin, erschien gar auf Deathlike Silence Productions – und doch grenzte sich die Band früh vom satanischen Gehabe ab, sang lieber über nordische Mythologie und griff früh auch auf Folk- und Progressive Metal Elemente zurück.

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Review: Steven Wilson – Hand. Cannot. Erase.

Steven Wilson - Hand. Cannot. Erase.

Wer von allen heutigen Progressive Rock Virtuosen wäre wohl am besten geeignet, ein bedrückendes modernes Drama über großstädtische Entfremdung und Isolation in Form eines differenzierten Konzeptalbums an den Mann zu bringen? Natürlich kann es nur er sein, der Prog Guru schlechthin unserer Zeit, Steven Wilson. Spätestens seit seinem Solo-Meisterwerk Grace for Drowning schafft es der außergewöhnliche Musiker, gleichermaßen Kritiker wie Normalsterbliche zu begeistern und auch hier beim Zolin kam er über die Jahre stets sehr gut weg – abgesehen vom ein oder anderen Seitenhieb auf dessen nicht allzu kleines Künstler-Ego. An Wilsons Versuch, mit dem neuen Album Hand. Cannot. Erase. den realen, tragischen Todesfall der Engländerin Joyce Carol Vincent zu erzählen, sind demnach wie immer hohe musikalische sowie inhaltliche Ansprüche gestellt.

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