Schlagwort-Archiv: Hip Hop

Review: Archy Marshall – A New Place 2 Drown

Archy Marshall

Stille Wasser sind die tiefsten, und wenn Archy Marshall von einem Ort zum Ertrinken spricht, so dürften sich einige Herzen schon voller Vorfreude in Badestimmung versetzt haben. Mit einer kläffenden Bariton-Stimme, die in jeder Zeile unter der Schwere des Gesprochenen fast wegzubrechen scheint, versorgte der junge Brite uns bisher schließlich zuverlässig mit Einsichten in seine verworrene bis verzweifelte Gedankenwelt – sei es als Zoo Kid oder als King Krule, der Speerspitze seiner Armada aus Künstlernamen. Letzteres Alter Ego bestach vor allem durch seine simple band-artige Instrumentierung auf dem Feuilleton-Liebling 6 Feet beneath the Moon, das sich dem gegenwärtigen Beatmaker-Trend nicht vollständig verschloss, sondern Ansätze davon gekonnt in sein jazziges Songwriting einarbeitete; nun scheint die Faszination für Hip Hop-Beatkonstrukte die Oberhand gewonnen zu haben.

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Review: Knowsum – HiHat Club Vol. 7: Hyasynthus

knowsum - Hyasynthus

Die jetzt schon legendäre Reihe des HiHat-Clubs startet nach fast dreijähriger Verschnaufpause mit Knowsum in die siebte Runde. Die Bühne für Nischenmusik fernab jeglicher Geschmackskonventionen, es gibt keine Grenzen, keinen vorgegebenen Stil. Einzig verfrickelte Detailverliebtheit wird zur Voraussetzung, ein Teil dieser Momentaufnahmen der heutigen Beatgeneration sein zu dürfen. Nun wird nach Hulk Hodn, Twit One, Dexter, Suff Daddy, Brenk, Fid Mella und anderen Hochkarätern des deutschsprachigen Beatraums (und einem kleinem Ausflug nach Amsterdam) also dem jungen Mainzer diese Ehre zu Teil. Trotz ‘92er Jahrgangs sollte er niemanden mehr etwas beweisen müssen. Als eine Hälfte des Duos Luk&Fil und „Jünger des Sichtexotismus“ hat er bereits mit der ein oder anderen Veröffentlichung gezeigt, dass der Rucksack Deutschrap auch in den 2010er Jahren immer noch hervorragend stehen kann, wenn auch im moderneren, progressiveren Gewand als zuvor.

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Interview: Fatoni

fatoni

Fatoni hat in seiner nunmehr knapp zehnjährigen Karriere schon oft bewiesen, dass er einer von den Guten ist. Egal, ob mit der großartigen Kollabo mit Edgar Wasser namens Nocebo, Tracks mit dreifachem Boden wie Tränen oder Pisse oder als langjähriges Drittel von Creme Fresh: Fatoni ist gleichzeitig Studentenrap par excellence, Realkeeper im besten Sinne und für dezidierte Beleidigungen hat der Münchner auch noch ein Händchen. Morgen erscheint sein Album Yo, Picasso, zusammen mit Goldjunge Dexter. Zolin traf ihn in diesem Internet, um über Labels, Politik und über Popstartum an sich zu sprechen, die ganz großen Themen also.

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Review: Ahzumjot – Minus

Ahzumjot - Minus

Um die dritte Veröffentlichung Ahzumjots aus dem richtigen Blickwinkel betrachten zu können, sollte man zunächst einen Blick auf die Vergangenheit von Al Julian Asare, kurz Alan, werfen. Das DIY-Debut Monty hievte den Wahlberliner 2011 in Falk Schachts viel diskutierte »Neue Reimgeneration«. Ein halbes Jahr darauf folgte die Crockstahzumjot-Tour, die wie der Name schon erahnen lässt, zusammen mit Rockstah und Cro bestritten wurde. In der Szene konnte Ahzumjot sich langsam einen Namen erspielen und galt als Geheimtipp. Nach der Tour standen die Weichen denkbar gut um das große Album zu veröffentlichen – doch Alan ließ sich Zeit. 2014 war es dann soweit, dass Ahzumjot mit frischen Major-Deal in der Tasche auf großen pathetischen Instrumentalen daher kam und seinen Platz nicht nur in der Szene, sondern auch in den Charts einforderte. Dieser sollte ihm allerdings verwehrt bleiben. Neben guten Ansätzen und vereinzelten starken Songs löste der Geheimtipp aus Hamburg sein Ticket in Richtung Top 10 nicht ein und dümpelte auf #32 herum.

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Review: The Game – The Documentary 2

The Game - The Documentary 2

Ein Jubiläum ist natürlich immer ein Grund zur Freude. Besonders wenn es sich wie im Falle The Games um das 10-jährige Jubiläum seines Debutalbums und Westcoastklassikers The Documentary handelt. Obwohl Fortsetzungen zu erfolgreichen Filmen oder Alben oft hinter den Erwartungen bleiben. Was kann also Games neues Album? Mit seinem im Jahre 2005 veröffentlichten Erstlingswerk liegt der Maßstab für die Fortsetzung sehr hoch und trotz angekündigtem Klassikerstatus und Probs von Dr. Dre himself, bekommen diese Ankündigungen in Betracht seiner letzten Alben einen gewissen faden Beigeschmack.

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