Schlagwort-Archiv: Dream Pop

Review: Julia Holter – Have You In My Wilderness

Julia Holter - Have You In My Wilderness

Von der Großstadt zur Wildnis ist es meistens ein weiter Weg. Mehrere Minuten, vielleicht sogar Stunden der Zugfahrt oder Wanderschaft, nur um an den Punkt zu gelangen, an dem man sich so alleine wie möglich fühlt. Julia Holter hingegen scheint den Weg dorthin mit nur einem Schritt zurückgelegt zu haben – ihr Transportmedium; bloße Introspektive. War Loud City Song noch von Verweisen auf geisteswissenschaftliche Motive durchsetzt, so erschließt sie vor allem textlich auf Have You In My Wilderness ein für den Zuhörer neues Terrain, nämlich ihr Innenleben.

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Review: Binoculers – Adapted To Both Shade And Sun

Binoculers - Adapted To Both Shade And Sun

“…but the stars are the brightest where the water is black“. Eine schlichte Zeile, die sowohl die charmant-absurde Logik als auch die kosmisch-romantische bis düstere Szenerie und Bildsprache des neuen Albums Binoculers‘ auf den Punkt zu bringen vermag. Unter den anmutig gehauchten Zeilen der Sängerin Nadja Rüdebusch schreitet unterdessen ein stattliches Klavier, das zum Ende des Tracks in den entzückend hymnischen, scheinbar unendlichen Refrain versinkt. Auch der Albumtitel Adapted To Both Shade And Sun spielt mit jener Kontrastmetapher, die auf jeglicher ihrer zu interpretierenden Ebenen zum zentralen Thema des Albums wird. Nachdem das Hamburger Duo nämlich 2013 mit dem wundervollen, äußerst folklastigen Zweitlingswerk feststellen musste, There Is Not Enough Space in the Dark, scheinen sich die seit jeher beengten Binoculers aus dem lauschigen Schatten des Kammerfolks heraus ins Licht, vielmehr ins Rampenlicht, gewagt zu haben – denn bühnenreif ist ihre neue Scheibe allemal.

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Neues Video + Albumankündigung: Julia Holter – Have You In My Wilderness

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Foto von Tonje Thilesen

Die volle Ladung an Neuigkeiten gibt es von Julia Holter. Die hat nämlich ihr erstes Album seit ihrer exzellenten, von Literatur inspirierten Album-Trilogie angekündigt. Das Album trägt den Titel Have You In My Wilderness und die Pressemitteilung spricht gar von „ihrem bislang zugänglichsten Album“. Dass das Ganze aber mindestens genauso atmosphärisch wie ihre letzten Alben werden kann, beweist ihr ebenfalls neues Video zu Feel You, dem ersten vorab ausgekoppeltem Video des Albums.  Und als ob das nicht schon genug positive Nachrichten der aus LA stammenden Künstlerin wären, hat sie auch noch vier Termine in Deutschland angekündigt, bei denen sie neben neuem Material hoffentlich auch ihre alten Meisterwerke zum Besten gibt.

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Daily Hits: Daphni (Caribou) und Helen (Grouper)

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Wildes „Bäumchen-wechsle-dich“ scheinen derzeit die beiden Lieblinge des Feuilltons Grouper und Caribou zu spielen. Knapp einen Monat nach seinem frei downloadbaren Mashup von Usha Uthup und Alex Israel hat Dan Snaith (besser bekannt als Kopf von Caribou) unter seinem Techno-Alias Daphni mit Vikram erneut einen kostenlosen Track auf sein Soundcloud-Profil geladen. Mensch, wenn da nicht mal bald eine normale Promophase ansteht.

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Review: Mr Twin Sister – Mr Twin Sister

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Bereits Kanye West ließ uns die inneren Werte lieben lernen, wo doch sein jüngstes Erzeugnis Yeezus optisch alles andere als das Meisterwerk signalisierte, als welches es sich letztlich entpuppte. Stattdessen verkaufte er bloß eine eher unbeeindruckende, obendrein auch noch gänzlich unbeschriftete „Demo“, die im CD-Regal alles, nur nicht auf sich aufmerksam machen, tendenziell sogar verschusselt werden wollte. Mit einer annähernd unspektakulär inszenierten LP bedient nun auch die amerikanische Elektropop-Band Mr Twin Sister, die ihr Album immerhin noch halbherzig mit schludriger Handschrift kennzeichnen ließ – wesentlich an- oder vielsprechender ist es dadurch kaum. Es stellt sich also die Frage, ob wir es hier wohl auch mit einem trojanischen Pferd dergleichen zu tun haben, das, harmlos getarnt, genau dann zusticht, wenn wir es am wenigsten erwarten? Man sollte sich wappnen.

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