Schlagwort-Archiv: Black Metal

Review: Deafheaven – New Bermuda

deafheaven new bermuda

Zwei Jahre ist es her, da beförderten sich Deafheaven, die angesagteste Post-Black Metal Band aus San Francisco, rasant an die Spitze ihres raffinierten Schwarzmetall Subgenres, zumindest nach ganz herrschender Meinung. Dem rebellischen Zolin hingegen fiel es schwer, der Hypewelle um ihr groß angelegtes Album Sunbather ganz unkritisch zu folgen. Ohne dem aufwendigen Werk seine durchaus stark vorhandenen Qualitäten absprechen zu wollen, war es doch nicht nur der Höhepunkt des Post-Black Metal, sondern auch ein Ausdruck von Stillstand in diesem Genre, welches nicht mehr so richtig weiß, was denn nach dem „Post-Post- Black Metal“ kommen könnte. Womöglich hält ja Deafheavens brandaktuelles Werk New Bermuda eine Antwort parat.

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Review: Bell Witch – Four Phantoms

bell witch Four Phantoms

Funeral Doom ist ein schönes Genre, so paradox das auch klingen mag. Es bietet sich an für jene, denen die mid-und slowpace Soundlandschaften des Atmospheric Black Metal immer noch nicht slow und grüblerisch genug sowie der herkömmliche Doom eine Ecke zu optimistisch ist. Wie man sich denken kann, hat der gute Funeral Doom weltweit nicht allzu viele Vertreter, daher ist es umso besser, wenn eine talentierte Band wie in diesem Fall Bell Witch mit einem neuen Album in der Richtung auf den Plan tritt. Four Phantoms ist das erste große Werk der US-Amerikaner seit dem überaus wohlwollend von der Metal-Community aufgenommenen Debüt Longing, das 2012 auf Profound Lore, dem Garant für tiefgründigen düster Metal erschien.

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Review: Liturgy – The Ark Work

Liturgy - The Ark Work

Von allen Brooklyner Post-Black Metal Bands der Welt ist und bleibt Liturgy, unter der Führung des (in-)famosen Hunter Hunt-Hendrix, die mit Abstand kontroverseste. Von möchtegern-Musikconnaisseuren als große Erneuerer gefeiert, von prolligen trve Metallern als „Hipster“ und schlimmeres beschimpft, auf diese Pole verteilte sich im Großen und Ganzen die Rezeption von Liturgys bisher wichtigstem Album Aesthethica. Weite Teile der Polemik richteten sich dabei nur auf die Diskussion über Hunters prätentiöses Manifest „Transcendental Black Metal“ – ja, der Mann hat wirklich ein „Manifest“ über seine große Vision des transzendentalen Metal geschrieben -, wodurch die eigentliche Qualität des Albums von allen Diskussionsparteien leicht vernachlässigt wurde. Vier Jahre später, anlässlich der Veröffentlichung des neuen Albums The Ark Work besteht nun also die Hoffnung, sich über Musik statt Image unterhalten zu können, auch wenn das bei Liturgy immer schwierig ist.

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Review: Enslaved – In Times

Enslaved - In Times

Enslaved sind seit jeher der lebendige Beweis dafür, dass im Black Metal Progression und „Trueness“ in Wirklichkeit streng miteinander verbunden sind. Progression meint in diesem Falle nicht nur den bloßen Progressive-Faktor in der Musik, sondern vor allem die Schaffung einer ausgeprägten eigenen Identität, die von Szenetrends abweicht. So war Enslaved tatsächlich auch verbunden mit dem inneren Zirkel des ursprünglichen „True Norwegian Black Metal“, also des nordisch-satanischen Metals von Euronymous & Co – Vikingligr Veldi, Enslaveds Klassiker schlechthin, erschien gar auf Deathlike Silence Productions – und doch grenzte sich die Band früh vom satanischen Gehabe ab, sang lieber über nordische Mythologie und griff früh auch auf Folk- und Progressive Metal Elemente zurück.

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Review: Sannhet – Revisionist

Sannhet - RevisionistWenn man ein Album mit instrumentalem Metal vorgelegt bekommt, insbesondere im Bereich Atmospheric Black Metal meets Post-Rock, überkommt manch einen zunächst die Angst, es mit einer weiteren über-ambitionierten Imitation klassischer Symphonie-Musik zu tun zu haben. Dass es auch anders geht, hat die vor einigen Jahren aus der Welle amerikanischen Post-Black Metals heraus geborene Instrumental-Formation Sannhet gezeigt. Deren Debütalbum Known Flood war nämlich weitaus eher eine flotte Nummer an dunklem Shoegaze, als eine schwerfällige Atmospheric Black Metal Symphonie. Das kompositorische Feingefühl der Amerikaner glich die Abwesenheit jeglicher Art von Vocals erfolgreich aus.

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