Schlagwort-Archiv: Ambient

Review: Oneohtrix Point Never – Garden Of Delete

CD Booklet OPN GOD - images embeded

Hektik, Überforderung oder gar Resignation gegenüber ihrem Werk sind nun wirklich nicht die Reaktionen, die Musikern den Tag versüßen dürften; wie passend also, dass sich Daniel Lopatin a.k.a. Oneohtrix Point Never als „Nicht-Musiker, der Musik macht“ versteht und sich aus dieser Zwangsbeziehung zu bugsieren weiß. Wäre es also angebrachter, ihn aufgrund seines offensichtlichen elektronischen Schwerpunktes als bloßen Produzenten abzustempeln? Eventuell nicht angebrachter, sondern nur leichter – und zwar auch nur so lange, bis sein neustes Werk, Garden of Delete, die nächste Wortfindungsstörung auslöst. Bar jeglicher Möglichkeiten, Garden of Delete als etwas anderes als die logische, weiterhin MIDI-lastige Weiterführung von R plus Seven zu beschreiben, ist das Album-Artwork zu Beginn das eventuell greifbarste Mittel, um es im Ansatz zu erläutern; ein Totempfahl-ähnliches, stringentes Konstrukt aus weißen Strichen, das den tiefschwarzen Hintergrund durchbricht.

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Review: Julia Holter – Have You In My Wilderness

Julia Holter - Have You In My Wilderness

Von der Großstadt zur Wildnis ist es meistens ein weiter Weg. Mehrere Minuten, vielleicht sogar Stunden der Zugfahrt oder Wanderschaft, nur um an den Punkt zu gelangen, an dem man sich so alleine wie möglich fühlt. Julia Holter hingegen scheint den Weg dorthin mit nur einem Schritt zurückgelegt zu haben – ihr Transportmedium; bloße Introspektive. War Loud City Song noch von Verweisen auf geisteswissenschaftliche Motive durchsetzt, so erschließt sie vor allem textlich auf Have You In My Wilderness ein für den Zuhörer neues Terrain, nämlich ihr Innenleben.

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Daily Hits: Daphni (Caribou) und Helen (Grouper)

daphni

Wildes „Bäumchen-wechsle-dich“ scheinen derzeit die beiden Lieblinge des Feuilltons Grouper und Caribou zu spielen. Knapp einen Monat nach seinem frei downloadbaren Mashup von Usha Uthup und Alex Israel hat Dan Snaith (besser bekannt als Kopf von Caribou) unter seinem Techno-Alias Daphni mit Vikram erneut einen kostenlosen Track auf sein Soundcloud-Profil geladen. Mensch, wenn da nicht mal bald eine normale Promophase ansteht.

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Zolin Sagt 026: Lavender Worm – 16.05.2015

Podcast 026kl

Wer bei finnischer Musik nur an Metal in all seinen verschiedenen Formen denkt, dem entgehen zum Beispiel interessante Genres wie Skweee. Und da wir bei Finnland natürlich alle an metallische Musik denken, wissen die meisten tatsächlich nicht, was es mit Skweee auf sich hat. Aber nicht verzagen, Onkel Wikipedia hat selbstverständlich eine kleine Zusammenfassung:

Skweee ist ein aus Schweden und Finnland stammendes Genre der elektronischen Musik. Skweee vereint einfache Synth-Loops und Bass-Linien mit Funk, R&B oder Soul-ähnlichen Rhythmen. Die Songs sind meist instrumental.

Eine der momentan interessantesten Persönlichkeiten des Genres ist der aus Helsinki stammende Juhani Marjanen. Einerseits ist der selbsternannte Pfeifen-Connaisseur Mitglied der Skweee-Supergroup Yöt, andererseits hat er als Lavender Worm erst kürzlich eine grandiose Debüt EP veröffentlicht. Für Zolin hat er nun ein paar seiner persönlichen Favoriten sowie einige Tracks, die große Ähnlickeiten zur Skweee-Bewegung besitzen, zusammengestellt. Also durchhören und mit deinem Wissen über finnische Musik vor deinen Freunden angeben! Jackpot!

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Zolin Sagt 024: Simon Woerner – 03.03.2015

024

Selbst unter den Connaisseuren auf Soundcloud gilt er als einer der größten Kenner. Seine regelmäßig erscheinden Mixes pendeln zwischen den Extremen, da kann es auch mal vorkommen, dass sich in einem Techno-Set ein Black Metal-Track wiederfindet. Man hat weniger das Gefühl, einem DJ zu lauschen, sondern viel mehr einem Kurator, dessen musikalische Reise den Hörer auch unerwartet treffen kann, dafür aber umso mehr ein Gefühl der Begeisterung auslöst. Die Rede ist von dem Frankfurter Simon Woerner, der den ersten Podcast des Jahres beisteuert. Die Reise geht in Richtung 90er Ambienttechno, à la GAS, mehr sollte an dieser Stelle aber nicht verraten werden. Im Interview äußert er sich außerdem zu Künstlern, die den guten Geist des Ambienttechno weiterführen und zu seiner Vorliebe für filterlose Zigaretten.

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