Die besten Mixtapes 2015

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Im letzten Jahr wurde an dieser Stelle noch richtigerweise festgehalten, dass 2014 nicht das beste HipHop Jahr war. Wie sich Zeiten doch ändern. Denn während fast jeder Triple A-Rapper ein neues Album veröffentlichte, war sogar der ein oder andere Instant-Classic dabei. Doch nicht jeder Triple-Rapper veröffentlichte ein Album. Drake beispielsweise machte gleich mit zwei Mixtapes von sich reden; ganz zu schweigen von seinem Mixtapepartner Future. Doch auch in Deutschland wurden endlich mal wieder hervorragende Mixtapes veröffentlicht: LGoony bediente sich dabei sogar nicht nur an typischen Lean-Rapper Klischees, sondern offenbarte noch echtes Deutschrap-Nerdwissen. Unter dem Stricht bleibt also wieder zu sagen: Gutes Jahr für Hip Hop, gutes Jahr für Mixtapes.

5. Drake – If You’re Reading This It’s Too Late


Es muss mindestens in eine Zeit zurück gehen, in der Künstler ausschließlich Singles veröffentlicht haben, wo sie ohne auch nur ein Album veröffentlicht zu haben, ähnlich erfolgreich waren wie Drake. Obwohl sich der gute Drake einen Ausweg überlegt hat. Im Gegensatz zu einem klassischen Mixtape waren seine beide dieses Jahr veröffentlichten Werke If You’re Reading this it’s too Late und What A Time To Be Alive eben nicht kostenlos, sondern (nahezu) ohne Promo und Ankündigung auf iTunes gehauen worden. Dass If You’re Reading This It’s Too Late dennoch in dieser Liste und nicht bei den Alben genannt wird, liegt an Drakes Herangehensweise. Nämlich ohne offensichtliche Hitsingles und mit reduzierteren Beats, die sich stärker als je zuvor an Zeitgenossen wie Future und Young Thug orientieren und Drake damit kredibiler gemacht haben als je zuvor.

4. Donnie Trumpet & The Social Experiment – Surf


Nun kommen wir gerade von Drake und haben über ein Mixtape/Album-Hybrid gesprochen, da kommt auch schon der nächste. Ähnlich wie Drakes If You’re Reading This It’s Too Late wurde auch Surf mir nichts, dir nichts auf iTunes veröffentlicht, dieses Mal jedoch tatsächlich umsonst. Hinter Donnie Trumpet & The Social Experiment versteckt sich unter anderem Chance. The Rapper, welcher uns bislang noch sein Studioalbum schuldig bleibt, sowie der namensgebende Donnie Trumpet, der, Überraschung, Trompete spielt und noch weitere Chicagoer Weggefährten. Die Herkunft der Beteiligten ist tatsächlich deswegen so wichtig, da man sie zu jedem Moment hört. So werden verschiedenste Chicagoer Musikeinflüsse vermengt und das Ergebnis erinnert gar an überdrehte Outkast Werke wie The Love Below – und ist auch unwesentlich schlechter.

3. LGoony – Grape Tape

lgoony grape tape
Schon im letzten Jahr hätte LGoony an dieser Stelle seinen Platz eigentlich sicher gehabt – wäre sein letztes Tape Goonyverse nicht erst Ende des Jahres veröffentlicht worden, als die Liste bereits online waren. Zur Not hätte man diesen Nachstand sicherlich aufholen können, hätte er dieses Jahr nicht noch einen drauf gesetzt. Grape Tape ist schließlich in nahezu allen Belangen besser. Von der Beteiligung von Casper und Money Boy, über das grandiose mit Rap-Referenzen vollgepackte Cover bis hin zu LGoony selbst, dessen Rapstyle hörbar flüssiger geworden ist. In seinen Lyrics nimmt er kein Blatt mehr vor den Mund und wird damit auch lyrisch für den sonstigen Deutschrap so provokant wie seine Beats. Spätenstens jetzt sollte man eher fragen: Ist dieser Yung Lean der schwedische LGoony?

2. Morlockk Dilemma – Der Eiserne Besen II


Es ist wieder an der Zeit. Der eiserne Besen fegt durch Rap-Deutschland und säubert die Szene vom Schmutz. Morlockk Dilemma veröffentlichte in diesem Jahr endlich den zweiten Teil seines Battle Rap-Opus Magnum Der Eiserne Besen. Auf stolzen 35 Tracks wird mit illustren Gastbeiträgen von unter anderem Hiob, Karate Andi, Audio88&Yassin und Edgar Wasser so ziemlich alles zerfickt was wack ist. Natürlich wieder mit bestem Kettensägenflow, trashigen B-Movie Samples, hervorragenden Punchlines und Beats.

1. Young Thug – The Barter 6


Da das Jahr noch nicht ganz um ist, sind es momentan „nur“ drei Mixtapes die Young Thug veröffentlicht hat. Mit Ausblick auf mindestens ein weiteres, in Zusammenarbeit mit Migos. In welcher Qualität Young Thug seine Mixtapes dabei rausgeballert hat, ist fast schon unheimlich. Neben den beiden Slime Season Teilen, handelt es sich bei The Barter 6 wohl um das konstant beste und wahrscheinlich auch zugänglichste Mixtape. Doch wie soll man ein Mixtape, das zumindest namentlich nur als Diss gegen Lil‘ Wayne angelegt ist, ernst nehmen? Nun ja, Tracks, wie der grandiose Opener Costantly Hating mit Ziehvater Birdman oder das wunderbar trippige OD sprechen tatsächlich für sich. Bei dem Standing, dass sich Thugger alleine in diesem Jahr erarbeitet hat, ist es fast gruselig, dass das Debütalbum noch immer auf sich warten lässt. Noch viel gruseliger ist die Vorstellung, was da noch alles möglich sein wird.

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