Review: The Game – The Documentary 2

The Game - The Documentary 2

Ein Jubiläum ist natürlich immer ein Grund zur Freude. Besonders wenn es sich wie im Falle The Games um das 10-jährige Jubiläum seines Debutalbums und Westcoastklassikers The Documentary handelt. Obwohl Fortsetzungen zu erfolgreichen Filmen oder Alben oft hinter den Erwartungen bleiben. Was kann also Games neues Album? Mit seinem im Jahre 2005 veröffentlichten Erstlingswerk liegt der Maßstab für die Fortsetzung sehr hoch und trotz angekündigtem Klassikerstatus und Probs von Dr. Dre himself, bekommen diese Ankündigungen in Betracht seiner letzten Alben einen gewissen faden Beigeschmack.

Seine Kritiker unterstellen ihm, dass er seit seinem Debut nie wieder ein ähnlich konstantes Album veröffentlicht hat und das der Erfolg eher der Verdienst Anderer gewesen sei, Leute wie Dr. Dre oder sein ehemaliger Labelboss 50 Cent. Nun ist das Album in den Läden und man konnte sich schon im Vorfeld einen ersten Eindruck machen, in welche Richtung er hier gehen will. Erwähnenswert ist an dieser Stelle definitiv die erste Single mit dem kurzen und prägnanten Namen 100, mit einem Gastbeitrag von keinem geringeren als dem Mann der Stunde, Aubrey Graham aka. Drake. Auf einem simplen Down Tempo Beat rappen die Beiden über die altbekannten Themen: Ruhm, Neid, Freunde und Feinde. Nichts neues, trotzdem schaffen sie einen Song mit Hitpotential. Ist das also ein gutes Vorzeichen? Die vorab veröffentlichte Tracklist ließ definitiv aufhorchen.

19 Tracks mit Insgesamt 20 Features! Große Namen wie Dr. Dre, Kanye West, Ice Cube oder Future. Aber kann sowas gut gehen? Lediglich 4 Songs ohne Features! In den meisten Fällen tut es das hier. Was dem Zusammenspiel seiner Gäste zugutekommt ist, dass er das für seine Vortragsweise typische Namedropping auf ein Minimum reduziert und auch seine Angewohnheit, so wie seine Featuregäste klingen zu wollen, sein lässt. Was nötig ist, um sich als Protagonist des Albums abzuheben und dem Ganzen eine gewisse Stringenz verleiht. Das Album hat trotzdem sowohl seine Stärken als auch seine Schwächen. Positiv zu erwähnen ist hierbei z.B. der erste Song des Albums, On Me, mit einem gut aufgelegten Kendrick Lamar, der mal wieder zeigt wieso er zu den besten Rappern seiner Generation gehört. Aber auch Game lässt sich anstecken und gibt einen starken Part zum Besten und so wirkt es bei ihrem mittlerweile siebten Aufeinandertreffen als ob Game K.Dot noch die eine oder andere Hoodstory erzählen kann. „Ain’t no gimmicks ‚round here, this Compton, me, Doc and Kendrick/Chronic, good kid, my first year, 3 documentaries“.

Thematisch gesehen bewegt er sich auch auf dem restlichen Album auf ähnlichem Terrain und erzählt vom Leben in Compton und trommelt dabei auch gerne mal seine Idole zusammen, wie auf Don’t Trip, wo er mit Ice Cube und Dr. Dre die halbe N.W.A. Besatzung am Start hat. „I want you to come and be this shit/Ren, Cube, Yella, Dre and Eazy-E this shit“. Auch die Versöhnung mit den Homies aus dem Osten liegt Jayceon „The Game“ Taylor am Herzen. Ob jetzt Diddy, pathetisch wie eh und jeh, davon erzählt wie ihm Game einst einen roten Ferrari schenkte, während selbiger damit angibt, wie er auf den Dingern steht (Standing on Ferraris) oder er mit Q-Tip über die immer wiederkehrenden Probleme von Langzeitbeziehungen philosophiert (Circles).

Für den richtigen Cali-Sunshine-Sound hat sich Game dann ein paar altbekannte Freunde ins Studio geholt. So schraubten vereinzelt Will.I.Am, Cool & Dre, Jahlil Beats und der bis Dato relativ unbekannte Bongo The Drum Gahd am Klanggerüst dieser LP und versorgen den Teilzeit OG und Familienvater mit saftigen Beats, die das gesamte Spektrum des US-Raps, von Westen bis Osten, abdecken. Für den gleichnamigen Titeltrack (The Documentary 2) arbeiteten hier Eastcoast und Westcaost in Form von Premo und Dr. Dre Hand in Hand. Das Ergebnis: Ein knüppelharter Beat auf dem Game nochmal alle Register zieht , und zeigt, dass er seinen Hunger nicht verloren hat. It’s still Game Time.

1. Intro – Documentary 2
2. On Me (feat. Kendrick Lamar)
3. Step Up (feat. Dej Loaf & Sha Sha)
4. Don’t Trip (feat. Ice Cube, Dr. Dre, and will.i.am)
5. Standing On Ferraris (feat. Diddy)
6. Dollar And A Dream (feat. Ab-Soul)
7. Made in America (feat. Marcus Black)
8. Hashtag (feat. Jelly Roll)
9. Circles (feat. Q-Tip, Eric Dellinger & Sha Sha)
10. Uncle (Skit)
11. Dedicated (feat Future & Sonyae)
12. Bitch You Ain’t Shit
13. Summertime (feat. Jelly Roll)
14. Mula (feat. Kanye West)
15. The Documentary 2
16. New York, New York
17. 100 (feat. Drake)
18. Just Another Day
19. LA (feat. Snoop Dogg, wil.i.am & Fergie)

Zolin sagt: 6.5 von 10

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