Review: Subterranean Masquerade – The Great Bazaar

Subterranean Masquerade - The Great Bazaar

Wenn man in den Weiten des Progressive Metal umherirrt, stößt man sich an diesen Momenten, in denen die Verkopftheit des Ganzen einem den Genuss verdirbt. Folglich sehnt man sich nach etwas mehr Bodenständigkeit und Greifbarkeit der Musik, am besten ohne dabei die komplexeren Ideen gänzlich von Bord zu werfen. Wer an diesem Dilemma leidet, könnte sein Heil in der jüngst wiederauferstandenen Band Subterranean Masquerade finden. 10 Jahre nach dem Debüt-Album Suspended Animation Dreams hat Mastermind Tomer Pink nämlich wieder ein sympathisch-multikulturelles Prog. Metal Ensemble aufgestellt, um das neue Werk The Great Bazaar ins Leben zu rufen.

Die Hauptakteure auf diesem kolorierten Prog-Bazaar sind natürlich der israelische Schöpfer und multi-Instrumentalist Pink, der hier für die wesentliche Gitarrenarbeit sorgt, Paul Nuhr aus der US-amerikanischen Doom/Death Metal Band November Doom sowie Neuzugang Kjetil Nordhus, der trotz norwegischer Herkunft die cleanen Vocals beisteuert. Das gewaltige kreative Potential dieser Formation konkretisiert sich bereits maximal mit dem Opener Early Morning Mantra. Ein äußerst unterhaltsamer Song, der auf einer morgenländischen Folk-Note beginnt, die in einen entsprechend melodischen Riff mit geschmackvollem oriental-Touch übergeht, ehe es in angenehm jazzige Gefilde des Prog mündet.

Als nächstes zementiert Reliving the Feeling den guten Eindruck sowie die gewonnene gute Laune durch betörend psychedelisches Songwriting, das von einem wahrlich gesunden Ausgleich von Komplexität und Catchiness lebt. Letztere ergibt sich in diesem Fall nicht etwa aus leichter Zugänglichkeit der Melodien, sondern viel eher aus der bemerkenswert positiven Ausstrahlung der Musik von Subterranean Masquerade im Allgemeinen, der auch die tiefen Growls von Paul Nuhr keinen Abbruch tun – im Gegenteil, sie steuern gerade dazu bei, diesen erhebenden Ton aufrechtzuerhalten, ganz so wie alle andere Fasern des differenzierten Klangteppichs The Great Bazaar.

Eine etwas melancholischere Reflexion ist zu Beginn der zweiten Hälfte des Albums mit dem Track Blanket of Longing gegeben. Auch dieses Gefühl ist bei Subterranean Masquerade jedoch keineswegs matt, sondern stilvoll umgesetzt und im Album Kontext intelligent vor dem vermehrt rockig-metallischen und von orientalischem Feel geprägten Specter, einem Highlight im klassischen Sinne, platziert. Danach folgt auch schon der Closer, Father and Son, der dank der im Vergleich zu den anderen Songs erweiterten Länge von fast zehn Minuten noch einmal alles zum besten geben kann, was The Great Bazaar ausgezeichnet hat: Differenzierter Prog Metal mit eingängiger folkloristischer Identität und viel guter Stimmung.

1. Early morning Mantra
2. Reliving the feeling
3. Tour diary
4. Nigen
5. Waiting
6. Specter
7. Father and Son

Zolin sagt: 8.5 von 10

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