Findling #6: alt-J, Rustie, Mumdance

alt-j6

Obwohl die Wetterverhältnisse momentan quasi im Sekundentakt umschlagen, lässt sich der Findling dadurch nicht aus der Ruhe bringen. Rustie und Mumdance sorgen für hitzige Feiereien, Alt-J liefern dann die Abkühlung. Wie der Findling sich mit diesen drei unvergleichlichen Songs zurechtfindet, ist sogar etwas überraschend. Nur so viel vorab: Er hält nicht alle Songs für gleich musikalisch.

alt-J – Hunger Of The Pine


Es drückt ganz leicht im Ohr mit diesen Kopfhörern hier… Ob ich wohl leiser mache? Der Gesang ist ja auch etwas laut… Nein, lieber bin ich ruhig und höre zu… hin und her, hin und her… diese Töne meine ich. Jetzt wird es voll. Ist er traurig oder erzählt er eine Geschichte? Das soll wohl eine Träumerei sein, womöglich für alle Beteiligten. Jetzt kommt immer mehr dazu, finde ich ganz gut. Viel Klang, viel Farbe. Oh, jetzt wird geklopft. Ich dachte kurz, da würde aus Versehen ein Lied nebenbei laufen. Dem hätte ich aber nicht zuhören wollen. Da fällt mir ein: Neulich hatte ich eine Wasserbombe in der Hand, die war schwer, schmiegte sich an, schön voll und glatt. Daran erinnert mich das hier: Wenn man’s packen will, flutscht es weg, aber lässt man es an sich ran, passt es sich etwas schmeißerisch an. Das ist zu viel dunkle Watte, Zuckerwatte mit schwarzer Johannisbeere, etwas süß-sauer, aber auch klebrig. Die Band will wohl gern Purpur tragen und schreiten, die eigene Musik im Hintergrund.

Rustie – Raptor


Wusch und schwirr und schab. Und daaaaaannnn… Mit langem „aaaaa“! Zisch, abgedreht, das ist wild. Kreisel-Krach, Wippen-Knallen, das musikalische Abbild eines von Kindern autonom verwalteten Spielplatzes, von höchst wohlwollenden Eltern liebe- und respektvoll betrachtet. Also eigentlich zu schön, um wahr zu sein, ein knallbuntes Klischee, eine Pizza aus Marshmallows belegt mit Gummibärchen.

Mumdance – Take Time


Das ist doch mal wieder harsch! Hinfort mit dem Zuckerwerk, das sind Salzstangen. Mindestens! Was sagt der Mann nur? Es ergibt sich eine schwierige Situation: Ich sollte ihm zuhören, aber die Geräusche gefallen mir, vielleicht ist es besser, wenn ich nicht weiß, was er da erzählt. Ha, er hat vermutlich „bread“ gesagt! Das passt doch, das hier ist, um beim Bild zu bleiben, Zwieback. Finde ich gut, das schmeichelt nicht, das will nicht animieren, aber unterhalten, sonst würden hier nicht Pistolen knallen. Seltsamerweise ist das stimmungsvoller als die Weite und Wildheit der beiden Stücke vorher und wirkt trotz aller Schroffheit musikalischer. Da arbeitet sich wohl jemand nicht an einem Gefühl, sondern am Song ab. Fein.

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