Die besten Metalalben 2012

Der nun folgende Teil des Jahrespolls 2012 ist so trve, dass Zolin bei dem schreiben dieser Zeilen die Finger abfrieren. Auch dieses Jahr war im Metal nichts mehr heilig und so kommt es nicht von ungefähr, dass mal Black- und Math-Metal miteinander tanzen und sich auch der Hardcore mit progressiveren Einflüssen anfreundet. Hier kommen die Highlights des Metals-Jahres 2012.

5. Ancestors – In Dreams and Time

Lange Songs zu komponieren, die nicht nur nicht langweilen, sondern von der ersten bis zur letzten Minute spürbaren Hörgenuss ausstrahlen, zählt sicherlich zu den Königsdisziplinen in der modernen Musik. Ein prominentes Beispiel, das einem direkt in den Sinn kommt, wäre Pink Floyds Klassiker Dogs. Im Metal-Bereich gibt es ein Subgenre, welches sich perfekt für diese Materie eignet und zwar der Doom. Ancestors zählen zu den eher farbenfrohen Vertretern dieser eher pessimistischen Richtung und trotzdem gelingt es ihnen auf In Dreams and Time erneut, Klangbilder von epischer Breite zu erschaffen. Besonders ins Auge sticht der 19-minütige Koloss First Light. Sämtliche Elemente greifen hier ineinander; man braucht sich eigentlich nur noch zu entspannen und die Früchte der makellosen Gitarrenarbeit über sich ergehen lassen. Die sympathische Band wird der Musikgeschichte zwar nie ihren Stempel so prägnant aufdrücken, wie es Pink Floyd einst taten, die Verewigung im Jahrespoll haben sich Ancestors aber redlich verdient.

4. Deftones – Koi No Yokan

Deftones, oh Deftones. Wie könnte man von euch jemals ein schlechtes Album erwarten? Ok, ihr vorletztes Album Diamond Eyes konnte nicht mehr unbedingt wahre Begeisterungsstürme unter den Hörern auslösen, dafür gelingt dies Koi No Yokan umso besser. So hat das Album Ecken und Kanten, obwohl es das bislang wohl kommerziellste Deftones Album ist. An vorderster Front maschiert Poltergeist, welches durchaus als der beste Deftones Track seit Hole In The Earth betitelt werden kann. Somit bleibt eigentlich kein Raum für Kritiker, die Deftones schon tot geglaubt haben. Wie hat Oma immer so schön gesagt: Totgesagte leben länger.

3. Ihsahn – Eremita

Ihsahn gibt – wie der Großteil der Skandinavier – nahezu immer eine gute Figur ab, sogar als Balletttänzer. Ohne solch strahlende Galionsfiguren käme der Metal überhaupt nicht aus. Geradezu kriminell wäre es jedoch, Ihsahn auf seinen Stil zu reduzieren. Was er unter dem mysteriös-verlockenden Namen Eremita wieder für Kompositionen hervorgezaubert hat, ist nun einmal ebenso beachtlich, wie die Ausführung der selben durch Ihsahn, seine geliebte 8-String Guitar sowie einige nicht minder talentierte Kumpanen aus den kalten Regionen Europas. Abgesehen von dem jüngsten Geistesblitz selbst, kann man Ihsahns Platzierung hier auch gut und gerne als eine Art „Oskar für das Lebenswerk“ verstehen. Eine solche Ehrung für das Genie hinter den legendären Emperor ist ohnehin schon lange überfällig.

2. Ashes of Pompeii – Places

Places ist ein wirklich in allerlei Bereichen sehr spezielles Album geworden. Für sich allein betrachtet, ist es ein in jeder Beziehung gutes Post-Hardcore Album, was gelegentlich mit diversen Progressive-Einflüssen rumkuschelt. Wenn man sich jedoch tiefer mit der Banddiskographie beschäftigt, fällt einem erst auf, wie wichtig Places für die Band gewesen sein muss. Auf der Platte klingt alles so, wie es Ashes Of Pompeii sei jeher versucht haben klingen zu lassen. Das macht ihnen hörbar Spaß und so geben sie das auch an den Hörer weiter. Unvergleichlich.

1. Blut Aus Nord – 777: Cosmosophy

Blut Aus Nord schimpfen sich also die diesjährigen Gewinner der Metal-Kategorie. Was haben die geheimnisvollen Gestalten denn dafür geleistet? Fangen wir mit etwas scheinbar oberflächlichem an: Der zweite Track Cosmosophys, des finalen Aktes der monumentalen 777-Trilogie, beginnt mit einer trip-hoppigen Sprechgesangspassage. Und siehe da, selbst die härtesten und intolerantesten Black Metal Kreise konnten sich der Poesie Blut Aus Nords nicht entziehen. Die Versöhnung der Metaller mit „Rap“ ist dabei nur eine einzelne Manifestation des absoluten Durchbruchs, den Cosmosophy tatsächlich darstellt. Fünf lange wie erhabene Lieder bezeugen die einzigartige Fähigkeit der Band, in die dunklen, chaotischen Regionen des Geistes vorzudringen, um sie schließlich zum Vergnügen der willigen Hörerschaft zu vertonen. Da nimmt selbst das anspruchsvolle Niveau der französischen Sprache, das Blut Aus Nord an den Tag legen fast schon eine periphäre Bedeutung an. Hut ab also vor den neuen Pionieren des finsteren Klangs. In diesem Sinne: „Ce qui fût n’est plus, ce qui sera n’est pas… et le chaos se tût.

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