Review: Mechina – Acheron

Mechina - Acheron

Nachdem sich Zolin im vergangenen Ne Obliviscaris Review über die Seltenheit des gelungenen Metal mit Klassik-Einfluss freuen konnte, steht gleich das nächste kritische Thema dieser Art vor der Tür: Symphonic Metal. Ein Gebiet, das viel zu oft in absurde Höhen an Pompösität und schierer Wackness führt, doch gewissen Auserwählten gestattet, sich eine ganz besondere Metal-Nische zu schaffen. Die US-amerikanische Band Mechina kann man prinzipiell zum letzteren Bereich zählen. Seit mittlerweile zehn Jahren produzieren sie Alben, die zwar nicht immer ganz das gelbe vom Ei sind, aber stets durch ihren futuristischen Appeal zwischen Melodic Death, Industrial und Symphonic Metal eine gewisse Faszination ausüben.

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Review: Zun Zun Egui – Shackle’s Gift

Zun Zun Egui – Shackle’s Gift

Am Anfang war das Wort, dann kam die Sprachlosigkeit. Allein die ersten Sekunden von Shackle’s Gift, in denen eine Zuckerplantagenarbeiterin auf einer nicht geläufigen Kreolsprache über ihre Arbeit erzählt, sind gleichzeitig auch die letzten, in denen man noch zu verstehen vermag, was da gerade mit den eigenen Synapsen geschieht. Dann ganz plötzlich, ohne Vorwarnung; Wellen aus Groove, die sich in den Strand der eigenen Erinnerung fressen und die Fußspuren verwischen, die Zun Zun Egui vor vier Jahren mit ihrer kunterbunten Debüt-LP Katang hinterlassen hatten. Zugegebenermaßen lässt sich die Verwunderung über das Gebotene zurückhalten, wenn man sich der Bedeutung hinter dem Terminus Zun Zun Egui bewusst ist – nicht zufällig bedeutet der Begriff, den sich das multinationale Prog-Quintett aus Bristol als Name ausgesucht hat, auf Japanisch in etwa „immer weiter komisch“.

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Videos der (letzten) Wochen: FKA Twigs & Deichkind

Der ein oder andere Facebook-Follower wird es vielleicht mitbekommen haben: In der gesamten letzen Woche ist Zolin von massiven PC-Problemen geplagt worden. Naja, halb so schlimm, jetzt läuft ja zum Glück wieder alles. Trotzdem ist deswegen leider das Video der letzten Woche verschütt gegangen. Das wäre halb so schlimm, wenn das Video denn nicht so gut wäre. FKA twigs hat sich dieses Mal nämlich selbst an die Realisation ihres Songs Pendulum herangewagt, sich aber trotzdem an den Trademarks ihrer bisherigen Videos orientiert, sprich: intensive Close-Ups, die sich ganz sachte in ein Gesamtbild auflösen und im Mittelpunkt natürlich FKA twigs selbst. Nur dass sie dieses Mal nicht weint oder auf einem Thron sitzt, sondern komplett von ihren Haaren gefesselt wurde. Zolin kennt da einen glänzenden Vampir, dem das bestimmt auch gefällt.

Nun aber zum Video dieser Woche. Das kommt mal wieder von Deichkind, die visuell wirklich noch aller erste Arbeit abliefern. Gut, der Song, Denken Sie Groß, ist jetzt nicht so dolle, aber wie bereits erwähnt: das Video umso mehr. In einem 3D-Animations-Tutorial zeigt uns ein kleiner Knirps, wie man ein “Award winning music video” produziert. Gesagt, getan bekommen wir in zumindest fast in Echtzeit wilde Renderings geboten, die nur von einer kleinen Unterbrechung der Eltern gestört werden. Was müssen die auch immer nerven? Vielleicht haben sie sich ja auch nur an dem Lied gestört. Verständlich wär’s.

Review: Sleater-Kinney – No Cities to Love

Sleater-Kinney - No Cities to Love

Kaum ein Comeback ist das, was das Wort eigentlich aussagt: eine Rückkehr in bekannte Gefilde, alte Zeiten, Situationen, die einem bekannt vorkommen und möglicherweise Besseres in sich trugen. Oft verkommt so ein Comeback eher zu einer Art Farce: der mühevoll aufgebaute Respekt ist nicht mehr vorhanden, das Alter spielt plötzlich eine größere Rolle und so wirklich erfolgreich war diese Art der Rückmeldung doch eigentlich nie wirklich, oder? Glücklicherweise kommen die drei Damen von Sleater-Kinney mit solch einem Druck nichtmal ansatzweise in Berührung. Diesem Trio künstlerischen Druck entgegenzuwerfen würde nahezu blasphemische Auswüchse annehmen, schließlich ist ihre nahezu gesamte Diskographie nicht nur musikalisch den Kritikern ans Herz gewachsen, auch der Rock-Szene machte die Band seit circa Mitte der Neunziger ordentlich Feuer unterm Hintern. In einer von Männern dominierten Künstler-Szene brachen Sleater-Kinney nicht nur mit ihrem etwas ungewöhnlichen Line-Up (zwei Gitarren, ein Drumset) Konventionen auseinander, auch ihre feministische Herangehensweise und gnadenlosen Texte zwischen hochpolitisch und furios wütender Dichtkunst wirbelten mächtig Staub auf und klangen zumeist brachialer als so manches metallische Ensemble.

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Review: Belle & Sebastian – Girls in Peacetime Want To Dance

Belle & Sebastian - Girls in Peacetime Want To Dance

Um eines gleich am Anfang gesagt zu haben: Das neue Belle & Sebastian Album Girls in Peacetime Want to Dance ist höchst gelungen, was erfreulich, aber nicht überraschend ist. Manche Rezensenten schrieben bisher auch, es sei gelungen und überraschend oder gelungen, da überraschend, immerhin befände sich ein Eurodance-Stück auf dem Album, nämlich das beinahe siebenminütige Enter Sylvia Plath. Wer daraus eine kleine Sensation oder, je nach Geschmack, einen kleinen Skandal machen möchte, unterschätzt die Band oder kennt zu wenige ihrer inzwischen immerhin ungefähr 140 Songs. Und wenn die alle gleich klingen würden, wären Belle & Sebastian entweder kaum noch wahrzunehmen oder langweilig, aber erfolgreich. Beides ist nicht der Fall.

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Blog für Musik & Senf