Review: Tame Impala – Currents

Tame Impala - Currents

Da batikt man sich sein ausgewaschenes T-Shirt in alle Farben des Regenbogens, um sein Äußeres dem Inneren anzupassen und auf dem Konzert den ungeduschten Speck zu schütteln – letzten Endes führt der Weg dann doch in die kuscheligen, da anonymen und gesichtslosen Sphären der Disko. Auch ein Kevin Parker kann sich diesem Sog nicht vollends entzogen haben, umso weniger auch seine Kopfgeburt Tame Impala; zeugte zum Beispiel Solitude is Bliss auf seinem Debütalbum Innerspeaker mit Zeilen wie „There’s a party in my head/ and no one is invited“ von einer gewissen soziophoben Ader, die bis ins Zweitwerk Lonerism hinein immer wieder auf seiner musikalischen Stirn pochte, so ist sein neuestes Werk, Currents, die reichlich verspätete Einladung zur selbigen Party. Parkers mehrfach bekundete Faszination gegenüber der Atmosphäre in Clubs und auf Raves bringt einen auf den ersten Blick radikalen Bruch mit dem Vergangenen, der Sensationsgeilen wie alteingesessenen Fans zu knabbern gibt.

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Review: Binoculers – Adapted To Both Shade And Sun

Binoculers - Adapted To Both Shade And Sun

“…but the stars are the brightest where the water is black“. Eine schlichte Zeile, die sowohl die charmant-absurde Logik als auch die kosmisch-romantische bis düstere Szenerie und Bildsprache des neuen Albums Binoculers‘ auf den Punkt zu bringen vermag. Unter den anmutig gehauchten Zeilen der Sängerin Nadja Rüdebusch schreitet unterdessen ein stattliches Klavier, das zum Ende des Tracks in den entzückend hymnischen, scheinbar unendlichen Refrain versinkt. Auch der Albumtitel Adapted To Both Shade And Sun spielt mit jener Kontrastmetapher, die auf jeglicher ihrer zu interpretierenden Ebenen zum zentralen Thema des Albums wird. Nachdem das Hamburger Duo nämlich 2013 mit dem wundervollen, äußerst folklastigen Zweitlingswerk feststellen musste, There Is Not Enough Space in the Dark, scheinen sich die seit jeher beengten Binoculers aus dem lauschigen Schatten des Kammerfolks heraus ins Licht, vielmehr ins Rampenlicht, gewagt zu haben – denn bühnenreif ist ihre neue Scheibe allemal.

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Kalte Dusche 2015

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Werte Damen und Herrn, von Nah und fern. Stürmen Sie herbei, denn nur heute erhalten Sie die einzige Kalte Dusche des Jahres. Reiten Sie auf dem Stream des Mixclouds und bewegen Sie Ihre Hüften zu den Beats von Jamie XX und Mura Masa, oder wirbeln Sie ihre Mähne zu Ariel Pink. Scheibendreher Schmitzcat verspricht trotz aller Bewegung Abkühlung, denn: besser kalt geduscht als zu heiß gebadet!

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Review: Wilco – Star Wars

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Eine Band, die sich rechnen, also ihren Mitgliedern mitsamt Crew und Management, Booker etc. ein Auskommen ermöglichen möchte, ist heute oftmals ein kleineres Unternehmen. Ein eigenes Label betreiben, Festivals organisieren, Dokus drehen, Merchandise bis hin zum Kaffee… All das scheint nicht nur möglich, sondern notwendig zu sein. Die Ursachen dafür wie Streaming und ein überlaufener Tour- und Festivalmarkt mit Ticketing-Kartellen sollen hier nur angeschnitten werden, sie sind ja eh omnipräsent und offenbar geeigneter für reißerische Schlagzeilen als die Musik mancher Gruppe selbst.

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Neues Album: Wilco – Star Wars (Free Download!)

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Ruhig war’s um Wilco nach ihrem letzten, mal wieder hervorragenden Album The Whole Love sowieso nicht. Sie veröffentlichten letzten Monat beispielsweise die Dokumentation Every Other Summer, Jeff Tweedy produzierte das neue Album von Richard Thompson und sollte Parks & Recreation-Hauptdarsteller Nick Offerman „heiraten“. Doch mit einem neuen Album, so ganz ohne Ankündigung und dann noch zum kostenlosen Download, hat wirklich niemand gerechnet. Werden Wilco bei all der Umtriebigkeit und den kostenlosen Alben (ok, einem) etwa zu den Death Grips des Indie-Rocks? Wie dem auch sei: Auf ihrer Website gibt es derzeit ihr elftes Album Star Wars zum kostenlosen Download im Tausch gegen eure Email-Adresse.

Blog für Musik & Senf