Review: Death From Above 1979 – The Physical World

Death From Above 1979 - The Physical World

Zu Beginn ein kopffüllendes Dröhnen, ohne Vorwarnung von einem schonungslos bewegenden Schlagzeugspiel abgelöst und um einen kratzigen, aufreibenden Bass mit der humoristischen Note einer ekstatisch steppenden Kettensäge ergänzt– schon die ersten Sekunden des Intros Cheap Talk erinnern die Musikwelt schlagartig daran, welch einen herben Verlust sie vor acht Jahren mit der Auflösung von Death From Above 1979 erlitten hat. So überraschend, wie sich das Schlagzeug/Bass-Duo um Sebastien Grainger und Jesse F. Keeler im Jahre 2004 nach einer sehr gelungenen EP mit ihrem betont minimalistischen, aber umso mehr bombastischen Dance-Punk-Sound auf You’re a Woman, I’m a Machine gemeldet hatte, war es nur zwei Jahre später zur Auflösung der Formation gekommen; während sich Grainger und Keeler jeweils in neuen Projekten wie z.B. dem Elektro-Duo MSTRKRFT versuchten, blieb ihrer Fangemeinde nur das archaische Studieren des wenigen Materials, um dem Geheimnis von Death From Above 1979 auf die Schliche zu kommen. Was machte sie so herzhaft; und was machte ihre Abwesenheit so schmerzhaft? War es der krasse Gegensatz zwischen der spärlichen Instrumentierung und dem satten, erfüllenden Sound der Band? Deren gekonnte Mixtur aus tanzbaren Beats, infektiösen Hooks, teils manisch geschrienen Vocals und diesem Bass, der wie eine fünf Meter große Hummel durch den Gehörgang zu brummen schien– oder einfach die Tatsache, dass Punk bis dato nur selten so Pop-tauglich und trotzdem so authentisch war?

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Video der Woche: Karen O – Ooo

Was soll man tun, wenn ein Regisseur es einfach drauf hat? Schon letztes Jahr drehte Spike Jonze, auch Regisseur von Being John Malkovich oder Her, eins der vielleicht besten Livevideos aller Zeiten für Arcade Fire und dieses Jahr vollbringt er gar das Kunststück, ein Musikvideo zu drehen, das als solches höchstwahrscheinlich nicht einmal gedacht war.

In einer Vorbereitungspause von zehn Minuten folgt Spike Jonze in dem gerade mal knapp zweiminütigen Video nämlich einfach der Schauspielerin Elle Fanning und fängt sie dabei perfekt ein – haargenau, wie man es von seinen Filmen kennt. Der dadurch entstandene sehr intime Charakter kommt dem des neuen Karen O Albums Crush Songs sehr nahe. Auch hier sind viele Songs ganz spontan in ihrem Schlafzimmer entstanden. Wieder ein nahezu perfektes Video von Spike Jonze.

Review-Runde: Busdriver, The Asteroids Galaxy Tour, Odesza, Earth

19.5

Hach ja, schon wieder Review-Rundenzeit. Da ist doch bestimmt der ein oder andere Hit dabei, oder? Selbstverständlich, denn in dieser Review-Runde sind besonders viele, die vor Hitpotential nahezu überströmen, ohne dass die Akteure hinter eben diesen Platten wirklich große Aufmerksamkeit genießen. Ausgenommen davon sind natürlich die Doom-Band Earth, denn was soll Doom denn schon Hitpotential heißen? Dass da vielleicht jemand singt? Das bieten Earth nun sogar auch! Vielleicht sollte man das mit dem Hitpotential bei Doom nochmals überdenken…

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Review: Myrkur – Myrkur

Myrkur

Seit jeher tümmeln sich im Black Metal mehr One-Man-Bands als in jedem anderen Metal Subgenre; vermutlich nicht zuletzt wegen der vermehrten Anzahl an leicht soziopathischen Macho-Einzelgänger Individuen im schwarzmetallischen Sektor. Eine richtige One-Woman-Band hat es so noch nicht gegeben, wenn man mal die als fake entlarvte anti-islamische Band Janaza aus dem Irak und ein paar eher obskure, semi-pornographische Selbstdarstellerinnen aus den USA ausblendet. Nein, der Black Metal hat zweifellos eine würdevolle, gänzlich feminine Band verdient – und genau als jene Heilsbringerin ist Myrkur diesen Sommer ins Spiel gekommen.

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Kalte Dusche 2014

kalte dusche 14

Ok, zugegeben: Diese Kalte Dusche kommt mindestens vier Monate zu spät. Aber was soll man denn tun, wenn man nicht weiß, ob der Sommer überhaupt mal richtig begonnen hat. Am besten man stelle sich einfach mal vor, wie es wäre, wenn es denn mal sommerliche Temperaturen hätte. Schmitzcat, von dem dieses Jahr erneut der Mix kommt, tat scheinbar genau das und liefert einen Mix der die fiktive Hitze effektiv lindert. Aber auch abseits der kühlenden Wirkung kriegen wir wirklich einen 1a Mix geliefert. Da kann man zur Not sogar auf die Hitze verzichten.

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Blog für Musik & Senf