Review: Matthewdavid – In My World

Matthewdavid - In My World

Dass sich Brainfeeder trotz seines hochtrabenden Namens eben diesen in der elektronischen Szene machen konnte, ist nicht weiter verwunderlich. Nicht nur Labelhead Flying Lotus ist seit Jahren durch dessen tanzbaren Mix aus Hip-Hop, Jazz und aufwendigen elektronischen Basteleien weit über die Szene hinaus bekannt, langsam aber sicher rücken auch Leute wie Bass-Virtuose Thundercat dank ihrer geschmeidigen Mixtur aus jazziger Leichtigkeit und fetzigem drum programming ins Rampenlicht. Einer dieser Underdogs Matthewdavid aka Matthew McQueen, welcher 2011 sein erstes Projekt auf Brainfeeder herausbrachte. Seine ersten Versuche entstanden noch in seinem Schlafzimmer, ehe FlyLo Interesse an ihm äußerte.

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Heißer Scheiß: Emma Ruth Rundle

Emma Ruth Rundle

Wenn sich ein Musiker aus seiner Band-Formation herauswagt, um eine Solo-Karriere anzustreben, sind die meisten seiner Anhänger oft schon mit dessen früheren Werken vertraut genug, um Rückschlüsse auf das neuere Material ziehen zu können – schließlich ist es am einfachsten, halbherzige Vergleiche zwischen zwei Alben aufzustellen, wenn sich hinter ihnen dieselbe federführende Person verbirgt. Wenn es jedoch um Emma Ruth Rundle geht, stößt man mit dieser Angewohnheit schnell an die Grenzen; mit Some Heavy Ocean präsentiert die Singer-Songwriterin aus Los Angeles, die sich schon mit ihren psychedelisch angehauchten Post-Rock-Bands Marriages und Red Sparowes der Komposition wuchtiger, vor Verzerrung und Eingängigkeit lieblich vibrierender Hymnen mächtig erwiesen hat, ein Folk-inspiriertes Soloalbum erster Güteklasse, das sich am besten als ein fröhlicher Begleiter der Nostalgie beschreiben lässt. Ihre Lieder strotzen vor glasklarer Ehrlichkeit und Tiefe wie ein überraschend tiefgründiges Gespräch bei Nacht über Gott und die Welt, das sich nicht gekünstelt anfühlt.

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Videos der Woche: “Weird Al” Yankovic – Mandatory Fun

Sicherlich, die Rubrik heißt eigentlich Video der Woche, sprich Singular, aber wenn der legendäre “Weird Al” Yankovic zur Feier seines neuen Albums Mandatory Fun einfach mal jeden Tag ein neues Video veröffentlicht, sollte man sich erst gar nicht entscheiden müssen und einfach alle küren.

Zu den bisherigen Parodien zählen schon Lordes Royals, aus dem eine Liebeserklärung an Alufolie gemacht wurde, die gefühlt 1000. Persiflage auf Robin Thickes Blurred Lines, eine Version von Happy mit einem Gastauftritt von einem gut aufgelegten Jack Black oder First World Problems, das dezent nach den Pixies klingt. Außerdem gibt’s mit Lame Claim to Fame noch ein wunderschönes Stop-Motion Video. Doch damit nicht genug, in den nächsten Tagen werden mit Sicherheit noch einige nachfolgen.

Review: Mumdance & Pinch – Pinch B2B Mumdance

Mumdance & Pinch - Pinch B2B Mumdance

Im September 2013 sorgten Pinch & Mumdance vor allem im elektronischen Metier der britischen, dunkleren Tiefgewässer mit einem überraschend frischen B2B-Mix-Set für gehobene Augenbrauen. Mumdance trieb sich seit jeher in den Grime Gefilden der Extreme herum und wurde 2008 von Polarisierungstalent und Mad Decent-Kopf Diplo entdeckt und tatkräftig unterstützt. Pinch gehört seit Beginn der großen Dubstep-Wellen ab 2005 zu den kreativen Köpfen und galt als namhafter Produzent, bevor ihn die Langeweile ereilte und er sich nach dem für ihn zu monotonen Feld des Dubstep neuartigen Formen der UK Bass Music zuwandte. Zusammen schufen sie nun einen vorausschauenden, wenn nicht stellenweise sogar wegweisenden Mix. Nach eigener Aussage fühlt sich dieses mühselig zusammengestellte Release für die Beiden jedoch viel eher nach einem Mixtape als nach einem weiteren Set an. Tatsächlich klingt das Endprodukt durchkonzipierter und chronologisch feiner ausgearbeitet als bei einem Live-Set oder Podcast.

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Review: Wolves In The Throne Room – Celestite

Celestite

Die Pioniere des modernen, US-amerikanischen Black Metal Wolves in the Throne Room haben mit der Veröffentlichung ihres fünften Albums Celestite alle überrascht, indem sie ausgerechnet in ein Verhaltensmuster traditioneller old-school Black Metal Bands verfallen sind: Den Ausflug ins Ambient Genre. Ulver feierten auf diese Weise einst großen Erfolg, deren Klassiker Shadows of the Sun lieferte feinfühligen Dark Ambient ebenso perfekt wie zuvor Nattens Madrigal rohen Black Metal verkörperte. Selbst Burzum höchstpersönlich produzierte in den mittleren 90ern nur Ambient, dessen Qualität entsprach wiederum den Umständen des Knast-Aufenthaltes des Varg Vikernes. WITTRs neues Ambient-Werk ist glücklicherweise nicht unter einem solch düsteren Stern geboren, schließlich weiß man um den besonnenen, „im Einklang mit der Natur“ befindlichen Lebensstil der Gebrüder Weaver sowie deren Händchen für atmosphärisch ansprechende Musik.

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Blog für Musik & Senf