Video der Woche: Basement Jaxx – Never Say Never

Basement Jaxx // Never Say Never from Saman Kesh on Vimeo.

Stell dir vor, in der Zukunft verlernt die Menschheit das Tanzen. Zum Glück haben Basement Jaxx bereits jetzt einen Plan in der Hinterhand, den sie mit dem Video zu ihrer neuen Single Never Say Never nun auch mit der Öffentlichkeit teilen. Der Plan: Ein Roboter, der den Menschen erinnert wie man richtig twerkt. Doch so ein Roboter muss natürlich erstmal entwickelt werden und so dokumentiert das Video eben genau diesen Prozess.

Dass der Roboter nach langen Testversuchen endlich fertig gestellt wird, versteht sich von selbst. Dass er ein Verkaufsschlager ist, eigentlich ebenso. Dass das begleitene Lied Never Say Never vom für August angekündigten neuen Album Junto dann doch gar nicht mal ein Lied ist, wozu man spontan twerken würde, ist wohl eher mit einem Augenzwinkern zu nehmen. Aber hey, immerhin mal wieder eine schöne neue Sommersingle von Basement Jaxx. Solange wie die beiden Briten sich versteckt haben, hätte manch einer tatsächlich das Tanzen verlernen können.

Review: Saor – Aura

saor aura

Für manche Subgenres im Metal gibt es partout keinen Mittelweg. Folk (-Atmospheric) Black Metal ist eines davon. Im Folk Metal generell sind einerseits geniale und denkwürdige Bands wie Ulver, Agalloch, Windir etc. angesiedelt, andererseits aber auch viele „neopagane“ Gruppen, die im besten Falle mit pseudo-mittelalterlichem Auftreten belustigen und im schlimmsten Falle mit rechtsradikaler Ästhetik abschrecken. Zum Glück ist in den schottischen Highlands ein Individuum namens Andy Marshall aufgetaucht, um positiv für die Sache des Folk Black Metal zu werben. Aura, im Juni unter dem neuen Bandnamen Saor veröffentlicht, stellt den vorerst bedeutendsten Moment in der Karriere des bereits seit einigen Jahren als One-Man-Project tätigen Schotten dar.

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Review: Shabazz Palaces – Lese Majesty

Shabazz Palaces - Lese Majesty

Was das experimentelle Hip Hop-Trio Digable Planets in den 90ern bereits zukunftsweisend mit verkopften, tiefer gehenden Spielereien aus Jazz und allerlei anderen Nebenzutaten ihres Raps in die Wege leiteten, wird heute seit einigen Jahren erfolgreich von Shabazz Palaces weiter getragen. Kein Wunder, gehörte Shabazz Palaces‘ Rapper Ishmael Butler doch bereits damals zu jener Formation aus New York. Als eine Hälfte des Duos produzierte er zusammen mit Multi-Instrumentalist Tendai Maraire 2011 das Überraschungs-Album Black Up. Verworrene, abstrakte Lyrik gepaart mit ähnlich mythischen Instrumentals, die in Sachen Kopfarbeit ebenso wie mit einigem untergründigen Hit-Potenzial das Trommelfell beschallten. Nun steht das Duo mit dem Anschluss vor der Tür: Lese Majesty erscheint am 28. Juli über das Urgestein-Label Sub Pop aus Seattle.

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Review: Matthewdavid – In My World

Matthewdavid - In My World

Dass sich Brainfeeder trotz seines hochtrabenden Namens eben diesen in der elektronischen Szene machen konnte, ist nicht weiter verwunderlich. Nicht nur Labelhead Flying Lotus ist seit Jahren durch dessen tanzbaren Mix aus Hip-Hop, Jazz und aufwendigen elektronischen Basteleien weit über die Szene hinaus bekannt, langsam aber sicher rücken auch Leute wie Bass-Virtuose Thundercat dank ihrer geschmeidigen Mixtur aus jazziger Leichtigkeit und fetzigem drum programming ins Rampenlicht. Einer dieser Underdogs Matthewdavid aka Matthew McQueen, welcher 2011 sein erstes Projekt auf Brainfeeder herausbrachte. Seine ersten Versuche entstanden noch in seinem Schlafzimmer, ehe FlyLo Interesse an ihm äußerte.

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Heißer Scheiß: Emma Ruth Rundle

Emma Ruth Rundle

Wenn sich ein Musiker aus seiner Band-Formation herauswagt, um eine Solo-Karriere anzustreben, sind die meisten seiner Anhänger oft schon mit dessen früheren Werken vertraut genug, um Rückschlüsse auf das neuere Material ziehen zu können – schließlich ist es am einfachsten, halbherzige Vergleiche zwischen zwei Alben aufzustellen, wenn sich hinter ihnen dieselbe federführende Person verbirgt. Wenn es jedoch um Emma Ruth Rundle geht, stößt man mit dieser Angewohnheit schnell an die Grenzen; mit Some Heavy Ocean präsentiert die Singer-Songwriterin aus Los Angeles, die sich schon mit ihren psychedelisch angehauchten Post-Rock-Bands Marriages und Red Sparowes der Komposition wuchtiger, vor Verzerrung und Eingängigkeit lieblich vibrierender Hymnen mächtig erwiesen hat, ein Folk-inspiriertes Soloalbum erster Güteklasse, das sich am besten als ein fröhlicher Begleiter der Nostalgie beschreiben lässt. Ihre Lieder strotzen vor glasklarer Ehrlichkeit und Tiefe wie ein überraschend tiefgründiges Gespräch bei Nacht über Gott und die Welt, das sich nicht gekünstelt anfühlt.

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Blog für Musik & Senf